Dominik Andree Profile picture
Psychology student, philanthropist, humanist, sceptic. For proper empirical, evidence based discourse! Offizieller Twitterunterstützer des @homeopathy_inh

Jan 25, 2020, 19 tweets

1/x Infothread!
𝗛𝗼𝗺ö𝗼𝗽𝗮𝘁𝗵𝗶𝗲 & 𝗞𝗿𝗶𝘁𝗶𝗸𝗽𝘂𝗻𝗸𝘁𝗲
Homöopathie geht auf die ab 1796 veröffentlichten Ideen von Samuel Hahnemann zurück. Sie basiert im Grunde auf 3 Säulen:
-Simileprinzip
-Homöopathische Arzneimittelprüfung
-Potenzierung (Verdünnung)

2/x 𝗦𝗶𝗺𝗶𝗹𝗲𝗽𝗿𝗶𝗻𝘇𝗶𝗽:
„Homöopathie” stammt aus dem griechischen u. bedeutet etwa „ähnliches Leiden”. Nach dem Simileprinzip sollen Beschwerden durch Mittel geheilt werden, die beim Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen, wie sie beim jew. Kranken beobachtet werden.

3/x Dabei kommen - entgegen des gerne propagierten Bildes der Natürlichkeit - Stoffe wie Blei, Arsen, Hundekot etc. zum Einsatz, die in „Arzneimittelprüfungen” subjektiv und nahezu willkürlich ausgewählt werden. Das Simileprinzip ist somit unlogisch und gilt als widerlegt.

4/x Es ist keine ursachenorientierte Behandlung, wie oft behauptet, sondern stützt sich hauptsächlich auf Symptome. Untersuchungen, wie Blutabnahme, Ultraschall & andere bildgebende Verfahren oder Gewebeproben, werden zur Findung der Ursache einer Krankheit nicht herangezogen.

5/x Allergisch, bakteriell oder viral hervorgerufene Erkrankungen werden so gleich behandelt, wenn sie dieselben Symptome zeigen. Außerdem sind dieselben Symptome Bestandteil verschiedener Arzneimittelbilder. Daraus folgt eine Vielzahl an sich deckenden Bildern.

6/x Das macht die Wahl des „richtigen” Mittels willkürlich. „Entdeckt” hat Hahnemann d. Simpleprinzip nach dem „Chinarindenversuch”. Er bekam nach d. Einnahme v. Chinarinde (damals als Mittel gg. Malaria bekannt) Symptome, die ihn an diejenigen von Malaria erinnerten.

7/x Der Versuch konnte bisher nie reproduziert werden. Man vermutet, Hahnemann hat einfach nur allergisch gegen die Chinarinde reagiert.

Aus dem Gedanken des Chinarindenversuchs entstand auch die homöopathische...

8/x 𝗔𝗿𝘇𝗻𝗲𝗶𝗺𝗶𝘁𝘁𝗲𝗹𝗽𝗿ü𝗳𝘂𝗻𝗴: Gesunde Prüfer nehmen ein Mittel und notieren sich alle Veränderungen, die sie an sich wahrnehmen. Die so notierten Symptome mehrerer Prüfungen werden zu einem Arzneimittelbild zusammengefasst. Es gibt keine Normen für diese Prüfungen.

9/x Die Subjektivität d. Angelegenheit lässt keine haltbaren Schlüsse darauf zu, welche Symptome ein Mittel hervorruft. Homöopathische Arzneimittelprüfungen sind wissenschaftlich nicht haltbar.

10/x 𝗣𝗼𝘁𝗲𝗻𝘇𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 (𝗩𝗲𝗿𝗱ü𝗻𝗻𝘂𝗻𝗴):
Eine „Urtinktur” wird im Verhältnis 1:10 (1 Teil UT, 9 Teile Lösemittel, D-Potenz), 1:100 (C-Potenz) oder 1:50.000 (Q-Potenz) verdünnt und danach 10x auf eine Lederunterlage geschlagen („verschüttelt”).

11/x Man hat jetzt die Potenz D1/C1/Q1. Dann wird ein Teil dieser Verdünnung genommen und wieder mit (am Beispiel der D-Potenz) 9 Teilen Lösemittel verdünnt und wieder verschüttelt -> D2. Diese Schritte wiederholt man beliebig oft.

12/x Bei solchen Verdünnungen tritt jedoch bereits ab der „Potenz” D6 der Fall:

„Verunreinigungen im Lösemittel ≥ Wirkstoff”

auf.

Bereits ab der Potenz D26/C13 hat man eine Verdünnung, die 1.Tropfen auf das 3x Volumen des gesamten Erdwassers entspricht.

13/x Es ist kein Molekül des urspr. Mittels mehr vorhanden. Es fehlt dieser Methode also Wirkstoff und damit ein Wirkmechanismus. Erklärungen wie etwa „Informationen” im Wasser durch ein „Wassergedächtnis” gelten als widerlegt und sind physikalisch wie chemisch implausibel.

14/x Wir wissen, wie sich Wasser verhält u. können solche Mechanismen ausschließen. Auch widersprechen diese Postulate biologischen u. pharmakologischen Grundlagen. Eine solche „Information” könnte der Körper als biochemisch arbeitender Organismus nicht verarbeiten.

15/x Aber selbst wenn wir das alles NICHT wüssten, die Homöopathie plausibel wäre und ein hypothetischer Wirkmechanismus unbekannt WÄRE, könnten wir statistisch immer eine Wirkung per Studien nachweisen, wenn auch eine da ist. Das gelingt bei der Homöopathie jedoch nicht.

16/x Im Gegenteil sogar: Die Evidenzlage nach etlichen Studien und Übersichtsarbeiten spricht gegen eine Wirksamkeit, die über Placeboeffekte hinausreicht. Diejenigen Studien, die eine Wirksamkeit zeigen, sind methodisch schlecht und verzerren das Ergebnis (Linde et. al., 1999)

17/x Auch echte Medikamente aus der Medizin (nicht Schulmedizin, da Kampfbegriff) widerlegen die Homöopathie rein logisch: Sie wirken, haben aber einen sogar zweifach entgegengesetzten Wirkmechanismus (weder Simileprinzip noch Verdünnung).

18/x 𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: Es fehlen Wirkstoffe & Wirkmechanismus & damit grundlegende Plausibilität. Die Evidenzlage spricht gegen eine spezifische Wirksamkeit. Eine (scheinbare) Besserung kommt letztendlich durch den Placeboeffekt, Kontexteffekte der Behandlung und Fehlschlüsse zustande.

19/19 𝗤𝘂𝗲𝗹𝗹𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿𝗲 𝗟𝗶𝘁𝗲𝗿𝗮𝘁𝘂𝗿:
Organon (6. Auflage): homeoint.org/books4/organon…

Homöopedia: homöopedia.eu/index.php/Hom%…

INH: netzwerk-homoeopathie.info

Evidenzlage:
medizin-transparent.at/streitthema-ho…

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