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May 6, 2020, 14 tweets

Heute vor 70 Jahren fand der erste Aufstand in Titos sozialistischem #Jugoslawien statt. Der Aufstand ist bekannt unter dem Namen "Cazinska Buna". Der Grund für die Revolte war die Unzufriedenheit der Bauern über die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft ...

und Enteignung der früheren privaten Besitztümer. Am Aufstand beteiligt waren hauptsächlich Serben und bosnische Muslime aus der Gegend Ost-Lika. Das Regime ging mit absoluter Härte gegen die circa 800 zT bewaffneten Aufständischen vor. Das Militär und Spezialeinheiten ...

der Polizei beendeten den Aufstand noch am selben Tag. Circa 20 Aufständische wurden erschossen, 700 verhaftet, von denen 300 vor ein Militärgericht gestellt wurden. 17 Personen wurden zum Tode verurteilt, hunderte in Straflager gesteckt.

Das besondere an dem Aufstand ist gewesen, daß die Aufständischen noch wenige Jahre zuvor verbitterte Feinde gewesen sind. Es schlossen sich ehemalige serbische Tschetniks, bosnische Nazi-Kollaborateure (Huskina Vojska), pro-stalinistische Partisanen und einfache Bauern zusammen.

Das Regime sah darin eine große Gefahr eines neuen Flächenbrandes und reagierte mit brutaler Härte. Familienangehörige der Aufständler wurden in Sippenhaft genommen, Kindern wurde der Besuch der Schulen erschwert, unbeteiligte Arbeiter verloren ihren Job. Die gesamte Region ...

wurde unter Generalverdacht gestellt. Das wirkt sich bis in die heutige Zeit aus. Die Gegenden um Velika Kladuša in Bosnien und Slunj in Kroatien gehören noch heute zu den unterentwickelsten Gebieten in beiden Ländern.

Das Regime um den jugoslawischen Staatspräsidenten Josip Broz Tito sah den gemeinsamen Aufstand der ehemals verfeindeten Gruppen als große Gefahr für den jungen Staat Jugoslawien und statuierte mit der brutalen Niederschlagung ein Exempel, welches heute von Nationalisten ...

dazu benutzt wird, den Staat Jugoslawien generell als einen Unrechtsstaat zu beschreiben. Nach dem Aufstand und dessen Niederschlagung, wurde landesweit gegen potentielle Feinde des Staates vorgegangen. Ehemalige Tschetniks, die bis dahin relativ unbehelligt davon gekommen waren,

wurden verhaftet und in Straflager gesteckt. Bosniaken, die auf der Seite des faschistischen kroatischen Staates NDH gekämpft hatten, erfuhren das selbe Schicksal. Es fanden große Zwangsumsiedlungen statt, durch die sich das Regime eine Auflösung von bestehenden ...

Verbindungen erhoffte.
Die kroatische Bevölkerung wurde bei dieser "Säuberungsaktion" relativ verschont. Da die Maßnahmen aber auch auf kroatischem Gebiet durchgeführt wurden, nutzen kroatische Nationalisten heute die Ereignisse von damals um ihre Opferrolle hervorzuheben, ...

obwohl es sich bei den Aufständischen auf kroatischem Gebiet hauptsächlich um Serben gehandelt hatte.
In den Monaten nach dem Aufstand kam es zur größten Verhaftungswelle nach Kriegsende. Die Verhafteten wurden zu Staatsfeinden erklärt und verschwanden.

Ein bekanntes und gefürchtetes Straflager war auf der Insel Goli Otok. Fragt man heute einen patriotischen Serben, wird man hören daß unzählige Serben auf Goli Otok landeten. Ein Kroate wird sagen, daß dort nur Kroaten interniert gewesen sind. In Wahrheit saßen dort ...

Stalinisten, Nazi-Kollaborateure, Regime-Kritiker, Schwerverbrecher und alle diejenigen ein, die im ehemaligen Jugoslawien in den Augen des Regimes eine Gefahr für das Land gewesen sind. Nationalität und Religion spielten dabei keine Rolle.

Für Historiker außerhalb ex-Jugoslawiens gilt der Aufstand übrigens als letzter Bauernaufstand Europas.

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