Miss Krokant im Mami Modus 💚 Profile picture
FemDom. manchmal Switcherin. Mami von #minikrokant 04/23. Metal. Mittelalter. Nerd. Katzen. @dein_Kryptonit ❤️. Sie/she.

Sep 14, 2020, 9 tweets

[Thread - Verantwortungsabgabe im Haushalt]

Nachdem ich den Tag gefragt habe, wie viel/ oft ihr putzt, musste ich an meinen Patientenalltag denken. Ich habe immer wieder das Gespräch (meistens mit Frauen, aber ab und an auch mit Männern), dass sie zu Hause alles alleine machen

müssen und dadurch gar keine Zeit haben etwas für sich selbst zu machen. Wenn ich dann genauer nachfrage, stellt sich allerdings meistens heraus, dass die Paare in einer Spirale festhängen. Die zwei Hauptszenarien sind folgende: Entweder Person X möchte unbedingt Hilfe und

Person Y möchte / soll helfen. Sobald allerdings geholfen wird, beschwert sich Person X, dass es nicht ihren Erwartungen entspricht. Also hört Person Y für gewöhnlich auf zu helfen. Szenario 2: Person Y möchte helfen, aber es geht Person X nicht schnell genug. Beispielsweise

lässt Person Y morgens immer die Dreckwäsche im Bad auf dem Boden liegen, was Person X nervt. Also räumt Person X die Wäsche weg und ärgert sich darüber.

In beiden Fällen „lohnt“ es sich (Konditionierung und so ^^) für Person Y nicht das Verhalten zu verändern. Im ersten

Szenario wird er nach dem Helfen „bestraft“ und im zweiten Szenario wird das nichts tun belohnt. Ja, das ist vereinfacht dargestellt, aber Person Y hat keinen Grund sich zu verändern. Da können Paare so lange offen miteinander kommunizieren wie sie wollen, wenn Person X sich

nicht auch ändert. Spannenderweise verstehen meine Patienten das immer erst, wenn ich ein Beispiel mit Hunden und Leckerlis bringe 😁

Was ich damit sagen will - die Veränderung muss auf beiden Seiten stattfinden und nicht nur auf einer - das Prinzip beschweren und alles auf

das Gegenüber schieben, hilft da nicht.

Lieblingsantwort: „Aber Frau S., ich kann die Wäsche doch nicht liegen lassen?!“

Doch, können sie. Und im Zweifel liegt sie drei Tage dort.

Eine Patientin hat das übrigens ziemlich geil durchgezogen. Weder ihre Kinder noch der Mann

haben die Teller oder Müslischalen etc. weggeräumt. Also hat sie alles stehen lassen. Abends haben alle blöd geschaut als neben dem Teller für das Abendbrot noch die Schale vom Frühstück stand. Am nächsten Morgen hat sich dann jemand dazu motiviert seine Sachen wegzuräumen. Sie

hat das dauerhaft gemacht, inzwischen räumt jeder seine Sachen weg. 😁

Falls ihr das bis hierhin gelesen habt - danke :)
Mir war gerade danach etwas Arbeitskram niederzuschreiben.

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