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Oct 2, 2020, 15 tweets

Mal was Grundsätzliches. Ich bin Sexworkerin. Das ist vielen ein Dorn im Auge, vor allem natürlich den Abolis. Sie mögen den Begriff nicht, sie mögen mich nicht, meinetwegen. Ich würde mir eher Gedanken machen, wenn sie mich loben.
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In ihrer Welt kann es nur schwarz oder weiß geben und oft versuchen sie, mit Whataboutismen zu argumentieren.

90% der Abolis vermitteln zum Beispiel gerne den Eindruck, es gäbe Sexworkerinnen, die Zwangsprostituierte oder Minderjährige seien. Ähm, nein, gibt es nicht.

3/15
Sexworkerin, bzw. deutsch Sexarbeiterin ist nämlich nicht einfach nur ein besser klingendes Synonym für Prostituierte, sondern ein klar definierter Begriff.

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Sexarbeit bezeichnet „eine konsensuelle sexuelle oder sexualisierte Dienstleistung zwischen volljährigen Geschäftspartnern gegen Entgelt oder andere materielle Güter" und schließt nicht-einvernehmlichen Sex bzw. Sex mit Minderjährigen aus. (WP)

5/15
Für Abolis übersetzt:

Wer unter Zwang arbeitet, ist kein Sexworker.

Wer gegen seinen Willen arbeitet, ist kein Sexworker.

Wer nicht volljährig ist, ist kein Sexworker.

6/15
So simpel ist das. Trotzdem wird von Sexworkern in der Diskussion immer wieder verlangt, sich von Zwang und Missbrauch zu distanzieren und Lösungsstrategien für Missstände vorzulegen.

7/15
Nach dem Motto, du übst freiwillig die gleiche Tätigkeit aus, also bist du auch verantwortlich für alles.

Vor der Tagesschau läuft oft Werbung für Trigema und der Inhaber ist zurecht stolz darauf, in Deutschland mit guten Standards und wohl auch Löhnen zu produzieren.

8/15
Warum wird er nicht attackiert, die Ausbeutung in den Textilfabriken in Bangladesh zu stoppen oder zumindest zu akzeptieren, dass die Leute legal keine Kleidung von ihm mehr kaufen dürfen sollen?

9/15
Weil's Blödsinn wäre und keinem nützt, dafür aber Schaden anrichtet.

Ist man jedoch Sexworker, dann kommen diese Fragen täglich von allen Seiten und sind nicht mal unbedingt feindselig gemeint.

10/15
Aus dem Grund habe ich sie auch schon oft beantwortet, denn egal ist es mir keineswegs, wenn kriminelles läuft oder Menschen ausgebeutet werden. Dazu muss man auch keine Sexworkerin sein, sondern lediglich etwas empathisch.

11/15
Und wo ich grade dabei bin, auch mal eine kleine Anmerkung zur angeblichen mächtigen Prostitutionslobby.

12/15
Abolis führen einen mehrtägigen Kongress mit Politprominenz in Bonn durch. Abolis haben einen Parlamentskreis zum Thema Prostitution im Bundestag. Abolis haben von einer Agentur eine professionelle Kampagne gegen Prostitution entwickeln lassen.

13/15
Alles nicht billig. Dieser Kampagne hat sich zudem mit Stuttgart eine bedeutende deutsche Metropole und Landeshauptstadt angeschlossen und unterstützt sie finanziell. Abolis sind vernetzt und zwar gut.

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Auf Seiten der Sexworker gibt es u.a. den BesD oder Hydra. Und sehr viel Eigeninitiative.

Aber wenig Kapital. Klar, dass dann schon mal Schlüpfer auf einer Wäscheleine hängen, um Aufmerksamkeit zu schaffen. Da kann man sich dann als Aboli wunderbar drüber lustig machen.

15/15
Nur: Sexworkern vorzuwerfen, sie hätten eine Lobby und das große Kapital im Hintergrund, ist da doch etwas arg unglaubwürdig.

Danke fürs Lesen.

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