+++ Neurechter Professor lehrt an der Uni Passau +++
Hans-Christof Kraus ist Professor für Neuere und Neuste Geschichte in #Passau und schon seit Jahrzehnten tief in der „Neuen Rechten“ verstrickt.
Thread über eine neurechte Karriere:
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Kraus studierte bis 1984 in Göttingen. Im gleichen Jahr begann er, gemeinsam mit u.a. Karlheinz Weißmann, einem der zentralen Akteure der sog. Neuen Rechten, die rechte Zeitschrift „Phönix“ herauszugeben. Dies tat er bis 1886.
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1984 arbeitete er ebenfalls an der rechten Zeitschrift „Fragmente“ mit und steuerte einen Artikel über Oswald Spengler bei. Auch bei dieser Publikation war Weißmann beteiligt.
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facebook.com/volker.weiss.9…
Spengler ist Teil der „konservativen Revolution“, einer Theorieströmung, die Ende d. 20er dem NS den Weg bereitete, allerdings seit ‘45 von Rechtsradikalen als lediglich „konservativ“ umgedeutet wird, um faschistisches Gedankengut unter diesem Label erneut salonfähig zu machen
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Die Beschäftigung mit der „konservativen Revolution“ sowie ihren Vertretern scheint ein zentraler Schwerpunkt in Kraus Forschung zu sein, den er immer wieder, sowohl in Beiträgen als auch in Seminaren, aufgreift.
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1988 und 89 arbeitete Kraus an der ebenfalls rechten Zeitschrift „Etappe“ mit, ab 1990 veröffentlichte er mehrere Jahre lang in der rechtsradikalen Zeitschrift „Criticón“
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Ebenfalls 1990 schrieb er für die rechtsradikalen „Blätter der deutschen Gildenschaft“, mutmaßlich ist er selbst Mitglied in einer Gilde.
(books.google.de/books?id=iWTaA…)
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1989 hielt er einen Vortrag bei der Deutsch-Europäischen Studiengesellschaft, einem Zusammenschluss „welcher durch seine Tätigkeit (Informationsdienst, Theoriehefte und Tagungen) breitenwirksam für das gesamte Lager des Rechtsextremismus wirken will.“ (apabiz.de/archiv/materia…)
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1993 steuerte er ein Kapitel in dem Buch „Westbindung: Chancen und Risiken für Deutschland“ bei, das von Karlheinz Weißmann und Rainer Zitelmann herausgegeben wurde und klar der Neuen Rechten zugeordnet werden kann. (d-nb.info/931036844/04)
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Eine Distanzierung 1994, um einen Preis annehmen zu können ist wenig glaubwürdig - so veröffentlichte Kraus auch danach weiter in rechten Publikationen und mit rechten Akteuren:
(gleiche Quelle wie /7 )
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So schrieb Kraus 1997 an einer Festschrift für den rechtsradikalen Caspar von Schrenck-Notzing mit, zu dessen „Lexikon des Konservatismus“ er bereits gemeinsam mit Weißmann einen Eintrag beigesteuert hatte, und veröffentlichte 98 erneut in den „Blättern der dt. Gildenschaft“
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Schrenck-Notzing gilt als führender Vertreter der „Neuen Rechten“, auf dessen Betreiben hin die „Bibliothek des Konservatismus“ (BdK), ein zentraler Raum der „Neuen Rechten“ in Berlin gegründet und 2012 eröffnet wurde.
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2000 schrieb Kraus erneut (wie auch Weißmann) ein Kapitel in Schrenck-Notzings Buch „Stand und Probleme der Erforschung des Konservatismus“ und veröffentlicht 3 Jahre später selbst ein Buch in der selben Schriftenreihe – in dem auch Weißmann einen Beitrag bekommt.
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Weißmann hatte inzwischen (2000) gemeinsam mit Götz Kubitschek das „Institut für Staatspolitik“ (IfS), den wohl bekanntesten „Thinktank der neuen Rechten“ gegründet – die enge Zusammenarbeit führte Kraus scheinbar unbeirrt weiter.
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So schrieb Kraus 2010 am 2. Band des „Staatspolitisches Handbuch“, welches vom #IfS herausgegeben wird, mit.
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Dort hören die Verbindungen von Kraus zum IfS nicht auf: Erik Lehnert, der seit 2008 leitende Funktionen im IfS innehat, veröffentlichte ein Kapitel im von Kraus 2010 herausgegebenen Sammelband „Das Thema Preußen in Wissenschaft und Wissenschaftspolitik vor und nach 1945“.
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Auch Schrenck-Notzings Bibliothek des Konservatismus wird erneut relevant: bei deren Eröffnung 2011 durfte Kraus die Festrede halten und 2015 hielt er dort einen Vortrag über Bismarck – zu der Zeit war die Bedeutung der #BdK für die extreme Rechte schon weithin bekannt.
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Von dieser 30 Jahre andauernden Vernetzung in der Neuen Rechten hat sich Kraus bis heute mitnichten distanziert. Im Gegenteil, er veröffentlicht bis heute weiter in rechten bis radikal rechten Publikationen:
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So in den ultrarechten Zeitschriften „Tumult“ (2017) und „Cato“ (2019, 2020), zu letzterer steuern auch Karlheinz Weißmann oder Hans-Georg Maaßen Artikel bei, im August 2020 gab Kraus der „Jungen Freiheit“ ein Interview zur Gründung des deutschen Kaiserreiches.
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(zur Ausrichtung der "Tumult" ist folgender Artikel zu empfehlen: der-rechte-rand.de/archive/1601/r… )
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Neben den bereits benannten neurechten Akteuren ist Kraus durch Kooperationen an Veröffentlichungen auch mit weiteren zentralen Persönlichkeiten der neuen bis extremen Rechten verstrickt:
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So beispielsweise mit dem ebenfalls wegen seinen Verbindungen in die neue Rechte in Kritik stehenden Frank-Lothar Kroll, dem neurechten Eberhard Straub, Autor im Antaios-Verlag (des IfS) und Redner auf Akademien des IfS.
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Spannend ist auch Benjamin Hasselhorn, dessen Doktorvater Kraus war und der vor zwei Jahren in der Kritik stand, als er als Sachverständiger im Hohenzollern-Streit hinzugezogen wurde.
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Darüber schrieb Niklas Weber in der SZ einen Artikel, der auch Kraus als Teil eines neurechten Netzwerks in der Wissenschaft benennt: sueddeutsche.de/kultur/benjami…
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Es zeigt sich also, dass Hans-Christof Kraus bereits seit fast 40 Jahren fest in den Netzwerken der „Neuen Rechten“ verankert ist und eine lange Historie mit führenden Akteuren dieser vorweisen kann.
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Er ist offensichtlich nicht nur ein Historiker, dessen Thesen zufällig Anklang in der „Neuen Rechten“ finden, sondern hat sich seine Position aktiv und kontinuierlich erarbeitet und bestätigt.
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Er arbeitet weiterhin im wissenschaftlichen Bereich mit führenden Akteuren aus dem Milieu zusammen, wohl wissend, wer sie sind und welche Inhalte sowie Institutionen sie vertreten.
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Der „Neuen Rechten“ kommt schon lange eine Art „Scharnierfunktion“ zwischen dem konservativen und extremen Spektrum zu – gleichzeitig versucht sie im Rahmen des „Kulturkampfes“, faschistische Positionen unter dem Label „konservativ“ salonfähig zu machen.
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Kraus ist nun seit ca. 15 Jahren in der Position, dass er genau diese Inhalte an junge Studierende vermitteln kann – genau so gut könnten sie vermutlich auch Vorträge des IfS anhören.
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Wenn die Uni jedoch demokratischere Ansprüche an ihre Lehre hat, stellt sich die Frage, warum Kraus dort weiter unkritisiert lehren kann, ohne dass seine Positionen Gegenstand einer Debatte sind.
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