Ein 🧵 für alle, die sich für ein @SZ-Volo interessieren. Ich habe in den vergangenen zwölf Monaten etwa 400 Bewerbungen gesichtet. Wir möchten der Kreativität keine Grenzen setzen, aber hier ein paar Dinge, über die man vorher nachdenken sollte, als kleine Hilfestellung.
1. Bitte sagt nicht, dass ihr die SZ schon als Kind immer am Frühstückstisch gelesen habt. Ich verstehe die Verbundenheit, die damit zum Ausdruck kommen soll, aber als KIND habt ihr eure Zeit hoffentlich auf dem Bolzplatz oder vor der Playstation verbracht, nicht mit der SZ :)
Euer Traum ist es, in Ressort X zu arbeiten. Absolut legitim. Versteift euch nur bitte nicht auf dieses eine Ziel. Das wird weder der Vielfalt unserer Berichterstattung, noch euren Talenten gerecht. Wie Billy Joel singt: Dream on but don't imagine they'll all come true.
Oder, frei nach Oscar Wilde: If you know what you want to be, then you inevitably become it - that is your punishment, but if you never know, then you can be anything. Das bringt mich zum nächsten Punkt.
Ein nicht geradliniger Lebenslauf ist kein Nachteil. Aber wenn ihr Journalist*in werden wollt: Tut euch den Gefallen, gebt euch die Zeit, in der Praxis rauszufinden, ob euch diese Arbeit wirklich liegt. Zur Realität gehört auch, dass man im Volo nicht komplett bei Null anfängt.
Ihr liebt den Geruch von Papier? Ja, wir ebenso. Der Fokus eurer Ausbildung liegt aber nicht auf der gedruckten Zeitung. Und: Der Redakteursberuf umfasst sehr viel mehr als das Schreiben. Vieles bei uns ist außerdem Teamwork, nicht immer wird euer Name oben stehen. Okay für euch?
Apropos digital: Wenn ihr mitzählt, über wie viele Kanäle unsere Inhalte heutzutage die Leser*Innen erreichen und ihr kommt nicht auf mindestens acht Ausspielwege... think again. Und abonniert die auch mal, denn all diese werdet ihr für eure Geschichten mitdenken müssen.
Bitte verschwendet nicht euer halbes Anschreiben damit, zu schwärmen, warum die SZ so toll ist. (Wir arbeiten ja freiwillig hier :)) Erzählt uns, warum IHR toll seid, warum ihr zu uns passt. Was ihr mit der Marke verbindet und warum euch an dieser Art von Journalismus liegt.
Die SZ ist toll, ja. Wir wissen nur auch, dass wir weit weg davon sind, perfekt zu sein. Wir machen Fehler. Wir müssen uns täglich neu beweisen. Leser*Innen melden sich meist nicht, um zu loben. :) Es würde uns brennend interessieren, was IHR für optimierungswürdig haltet.
Wie ihr dazu beitragen möchtet, das Produkt noch besser zu machen. Was fehlt euch als jüngere Zielgruppe? Konstruktive Kritik ist wichtig. Das stete Hinterfragen, auch der eigenen Arbeit, hat die SZ mitunter zu dem gemacht, was sie ist.
Ihr SOLLT Dinge NICHT können. Sonst braucht ihr ja kein Volo mehr. :) Bringt die Lust und Offenheit rüber, Neues zu lernen. Nicht alles davon werdet ihr immer gern machen, aber Frank Sinatra würde sagen: That's life. Und das Leben ist schließlich das, was wir täglich abbilden.
Zum Schluss etwas ganz Wichtiges: Wir haben nur 8 Ausbildungsplätze und leider, was mir wirklich wehtut, nicht die Kapazitäten, jedem die Absage zu begründen. BITTE lasst euch davon nicht entmutigen. Das heißt nicht, dass ihr nicht geeignet seid. Macht, lernt, probiert es weiter.
Auch viele andere hervorragende Medienhäuser suchen Volos! Und in keinem davon, auch nicht bei der SZ, werdet ihr die nächsten 50 Jahre eures Berufslebens verbringen. Es sei denn, ihr habt schon als Kind am Frühstückstisch...anyway. Ihr schafft das!
🌎sz.de/volo
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