Markus Schaub 🎗️ Profile picture
He/Him Anarchist, Antikapitalist, Zionist, Antifaschist @mschaub.bsky.social

Feb 3, 2023, 25 tweets

Das Ergebnis ist wohl ziemlich eindeutig.

Die heutige Vorstellung nenne ich:
Ein Bankier, ein Mufti, Nazigold und die PLO.

Heute möchte ich ein wenig über Geld reden, genauer gesagt über Schoah-Leugner François Genoud, laut David Irving „Der Bankier der Bewegung“,.
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François Genouds Nazi-Karriere begann 1932 in Bad Godesberg als er im Alter von 17 Jahren mit Adolf Hitler am Esstisch saß, den er ab da an seinen „Chef“ nannte. 1934 trat Genoud in die faschistische Nationale Front ein.
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Ab 1936 bereiste Genoud den Mittleren Osten während der arabischen Revolte, die er gemäß seiner NS-Ideologie als Kampf gegen das „Weltjudentum“ mit antikolonialen Aspekten sah und so Anhänger des arabischen Nationalismus wurde.
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In Folge reiste er nach Jerusalem und traf sein zweites Idol, Mufti Amin al-Husseini, dessen Vertrauter und Finanzverwalter er wurde.
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Offtopic(?) Während dieser Zeit blühte auch die Textilindustrie im Mandatsgebiet auf, da al-Husseini während der Revolte der arabischen Stadtbevölkerung verbot ihren traditionellen Tarbusch (Fez) zu tragen und sie stattdessen Kufiyas zu tragen hatten,
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wer sich weigerte wurde schlichtweg erschossen. Es waren allerdings schlicht weiße, das heute bekannte Muster entstammt der britischen Desert Patrol von John Bagot Glubb, alias Glubb Pascha, die die rot-weißen Kufiyas nutzte, die Heute noch von Mitgliedern der PFLP
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getragen werden, der schwarz-weiße kam erst durch den Ägypter Jassir Arafat in Mode. Dem Thema müsste ich allerdings einen eigenen Thread widmen, kann dazu aberdieses umfangreiche Essay über den jüdischen Sudra und die arabische Kufiya empfehlen:
7/24harimon.co.uk/essay/2021/08/…

Weiter zu Genoud. Durch das enorme Vermögen das er für Amin al-Husseini verwaltete konnte er 1940, zusammen mit einem libanesischem Partner, den Club Oasis in Lausanne zu Gründen, der zum Drehplatz zwischen Arabern, dem Deutschen und Schweizer Geheimdienst wurde.
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1941 wurde Paul Dickop Genouds Verbindungsmann zum deutschen Regime, der nach dem Krieg die deutsche Polizei nach NS-Vorbild aufbaute, für die CIA arbeitete, BKA-Präsident und später Leiter von Interpol wurde.
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Über Dickop reiste Genoud nicht nur durch das vom NS-Regime besetzte Europa, sondern wurde auch Vertrauter der NS-Führung, die ihm durch Dickop zur Finanzverwaltung Geld, Gold, Diamanten und alles von Wert was Jüdinnen_Juden durch die „Arisierung“ gestohlen wurde, überließ.
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Somit verwaltete Genoud 1945 ein enormes Vermögen von Nazis und arabischen Nationalisten, hatte Kontakte von Deutschland, über die Schweiz bis zum Nahen Osten und vertrat nach Kriegsende sogar das Schweizer Rote Kreuz in Brüssel.
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Was tut nun so ein Mensch? Nazijäger Serge Klarsfeld hat ziemlich früh ermittelt, das Genoud die Flucht von Nazis nach Südamerika und den Nahen Osten mit Millionen von Mark finanzierte.
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Für Menschen wie Klaus Barbie, Adolf Eichmann oder Alois Brunner finanzierte er ODESSA (Organisation der ehemaligen/entlassenen SS-Angehörigen) und deckte deren Flucht durch seine zahlreichen Kontakte.
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Ein Telegramm des Außenministeriums aus Bonn vom Dezember 1952 lässt keinen Zweifel an Genouds „Freundeskreis“.
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Bei den Nürnberger Prozessen knüpfte er weitere Kontakte und kam so an Nachlässe und Urheberrechte von Martin Bormann, den Tagebüchern von Goebbels deren Tantiemen er bis zu seinem Tod bekam, Hjalmar Schacht und wurde Nachlassbeauftragter von Paula Hitler
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Nun sollte man nicht vergessen, das er nicht „nur“ ein Nazi war, sondern auch Verfechter des arabischen Nationalismus. Bis 1955 schaffte er es der (!) Berater, Forscher und Bankier für „die Sache“ des arabischen Nationalismus zu werden.
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Das Vermögen das er für Hjalmar Schacht, dem ehemaligen Reichsfinanzminister, hatte er ja noch und investierte es jetzt. Über seine Import-Export Scheinfirma „AraboAfrika“ verbreitete er Judenfeindliche und Israelfeindliche Propaganda und Waffen an Arabische Nationalisten,
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unterstützt durch Nazis wie Alois Brunner, denen er vorher zur Flucht verholfen hatte. Über welche Geldmsittel Genoud genau verfügte konnte bis heute nicht ermittelt werden. Für Hjalmar Schacht machte er in Marokko beispielsweise 1956 nachweislich Investitionen in Höhe
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von 55 Millionen Dollar (Heutige Kaufkraft ~610 Millionen Dollar), man kann ihn wohl im Bereich von Rockefeller oder Bill Gates ansiedeln. Seine Geschäfte waren nicht immer Sauber, 1964 half ihm Präsident Nasser als es Streit um 15 Mio Dollar mit der Algerischen FLN hatte.
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Nebenbei war er für das Deutsche NS-Regime noch bis in die 1990er tätig indem er die Verteidiger für Adolf Eichmann und Klaus Barbie bezahlte, Fonds für die Verhandlungen von Naziverbrechern einrichtete und ihnen Geschenkkörbe in die Gefängnisse zukommen ließ.
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Spätestens ab 1969 war er direkt im internationalen Terrorismus gegen Israel involviert (Finanzierung und Waffenkäufe für die El-Al Entführung 1969 in Zürich) und bezahlte die Aktionen der PFLP und der PLO, unterstützte Ilich Ramírez Sánchez (Carlos, der Schakal) und
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er war so Mächtig, das er sogar Jassir Arafat zwischenzeitlich wanken ließ. Abdel Raouf Arafat al-Qudwa al-Husseini, bekannt als Jassir Arafat, gehörte zwar, wie Leila Shahid, zum Familienclan von Mufti al-Husseini, das Geld oblag jedoch Genoud.

22/24en.m.wikipedia.org/wiki/Al-Husayn…

Über François Genoud bekam die PLO also nicht nur Zugriff auf das ernorme Vermögen von Mufti Amin al-Husseini, sondern aich auf das Vermögen der ehemaligen Nazi-Führung und das Nazigold.
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Als in den 1990ern die Frage um das Nazigold in der Schweiz für die Justiz interessant wurde und die Durchsuchung seiner Räumlichkeiten und Finanzen drohte, folgte Genoud seinem „Chef“ und entzog sich durch Selbstmord der Gerechtigkeit zu seinen Bedingungen.
Ende
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