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die quati punkt @KatQuat
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ich muss ehrlich sein. mich trifft das interview von ulli sima für alles roger extrem. warum? ein #thread (sorry, wenn's länger wird)
wie hier mehrfach schon verlinkt, habe ich vor einiger zeit für die @kupfooe eine studie gemacht. thema: ein überblick über recht medien mit schwerpunkt auf oö kupf.at/publikationen/…
es hat nicht lange gedauert, hat der wochenblick auf die studie reagiert. in drei artikeln bzw. kommentaren. einer am 7. juni, einer am 12. und einer am 30. juni.
artikel vom 7. juni: gleich eingangs wird von der "üppigen steuergeldalimentierung" an die kupf geschrieben. muster: diskreditierung progressiver kulturinstitutionen.
die berufsbezeichnung historikerin wird unter anführungszeichen gesetzt. warum? um in zweifel zu ziehen, dass ich historikerin bin. mein diplom beweist halt, dass ich historikerin bin :-)
im titel werde ich "verbitterte spö-politikerin" genannt. spö-politikerin, weil gemeinderätin (was natürlich mit der studie nix zu tun hat, aber dadurch lässt sich auch noch bequem die spö mit reinziehen).
mit dem "verbittert" werde ich entprofessionalisiert und als motivans für die studie wird mir emotion (halt etwas "typisch weibliches", wie wir wissen) unterstellt.
artikel vom 12. juni: hier bezieht man sich auf einen workshop, den ich abgehalten habe. daher stammt auch das foto, das - anders ist es nicht erklärbar - von 1 teilnehmer*in an den wochenblick gespielt worden sein dürfte. creepy, oder?
im workshop setzten wir uns mit faktoren rechtsextremer weltbilder auseinander. teil davon war 1 brainstorming, wo auch fpö und nsdap von teilnehmer*innen genannt wurde. die zusammenhänge kommen ja nicht aus dem nichts, wie auch hier zu lesen ist derstandard.at/2000086222807/…
jedenfalls wird sich in dem artikel außerdem auf die vhs oö (veranstalterin des workshops) und die arbeiterkammer bezogen. logisch. feindbilder.
im gleichen artikel taucht außerdem der begriff "einschlägig" wiederholt auf. näher ausgeführt wird er nicht. das seminar wird allerdings als "linksradikales (!) antifa-seminar" bezeichnet. zudem werden familiäre verbindungen von mir im artikel genannt.
und auch hier werden historikerin und bildungsarbeiterin (tjo, das sind halt nun einmal meine jobs) wieder unter anführungszeichen gesetzt.
ad juristische schritte: das zog sich länger. übrig blieb nicht viel. ein absatz in der studie wurde umgearbeitet, ein wort durch ein anderes ersetzt.
artikel vom 30. juni: wieder das foto (dieses mal mit rotem kreis um mein gesicht). viel neues erwartet uns nicht. auch hier wieder der konnex zu spö, auch hier wieder der vorwurf der schlampigen recherche. und dass ich nicht "nachgefragt" hätte.
vielleicht ein bisschen nachhilfe: die studie war eine wissenschaftliche arbeit und kein zeitungsartikel. basis waren recherche (wissenschaftliche literatur, fachartikel, online und offline) und das aufstellen einer these bzw. von forschungsfragen.
und gegenfrage: hätte ich nachgefragt und den zweck der arbeit genannt, hätte man mir geantwortet? oder wäre ich nicht schon viel früher mit artikeln, wo historikerin und anführungszeichen gesetzt worden wäre, gelandet? rein hypothetisch gesprochen.
übrigens wurde ich auch nicht kontaktiert, bevor man über mich geschrieben hat und meine profession angezweifelt hat. oder ein foto von mir aus einem workshop mit rot eingekreistem gesicht veröffentlicht hat.
die folgen der artikel? außer für die fahrt in die arbeit hab' ich mich 1 woche nicht aus dem haus getraut. ich wusste nicht, wer diese artikel gelesen hat. und ja, ich hatte angst. geb' ich zu. man wusste dank des fotos, wie ich aktuell aussehe.
ich hatte angst vor folgen. welchen folgen auch immer. negativen auf jeden fall. ich wurde kontaktiert und erfuhr, dass auch ein artikel über mich in der printausgabe erschienen ist. aufgrund der recherchen für die studie war mir klar, dass viele diese artikel lesen werden.
dank meiner anwältin ging die sache gut aus. dank meines umfelds und dank des zuspruchs und der soli (auch hier) bekam ich kraft und mut zum weitermachen. und ich mache weiter. weil dieses gefühl der angst mich nicht mehr überwältigt wie noch vor ein paar monaten.
und jetzt zum punkt: ich bin sozialdemokratin mit leib und seele. ich bin gerne gemeinderätin. und ich bin wissenschaftlerin mit leib und seele. ich liebe die recherche, ich liebe das schreiben. auch und vor allem über haarige und happige themen.
es trifft mich bis ins mark und setzt den angriffen auf mich noch einmal nach, wenn sozialdemokrat*innen dann genau diesen medien interviews geben. wozu mache ich bildungsarbeit, wenn das mit einem interview weggewischt wird?
die arbeit von mir wird dadurch in zweifel gezogen. das trifft mich in meiner profession und in meinem engagement für die spö. es ärgert mich und ich frage mich, wie ich damit umgehen soll? noch dazu, wo ich vom wochenblick auch als spö-lerin angegriffen wurde.
solang es keine einigkeit in der spö gibt, für solche medien nicht zur verfügung zu stehen, wird arbeit wie meine kaputtgemacht. not fair at all.
sorry für die länge.
p.s.: ich werde auch weiterhin in der spö aktiv sein. weil sie mein politisches zuhause ist. weil ich nicht einfach abhau. weil dort großartige menschen sind. weil die sozialdemokratie WICHTIG ist. aber leute wie ich halten den kopf hin. schutzlos. mit vollem risiko.
p.p.s.: teil der juristischen auseinandersetzung ist übrigens (ich sag's der vollständigkeit halber), 1 bezeichnung zu unterlassen. macht aber nix. danke für die gratis werbung :-)
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