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Ein #thread über die Geschichte der Homosexualität und Trans*sexualität im vorkolonialen Ozeanien und die Zerstörung dieser Kultur durch die Missionierung.
#AustronesianOcean
Viele denken, Transsexualität* wäre ein neues Phänomen, manche betrachten es sogar als Modeerscheinung.
Dabei reicht die Geschichte von Transgendern viel weiter zurück.
In den präkolonialen Gesellschaften Polynesiens waren Transgender respektierte Mitglieder der Gesellschaft.
Jede polynesische Kultur hat unterschiedliche Namen für sie: in Tonga heißen sie Fa'afafine, in Hawaiii Mahu usw.
Generell bezeichnen diese Begriffe Männer, die sich seit ihrer Kindheit wie Frauen verhalten und fühlen, und von der Gesellschaft als solche angenommen und behandelt
werden. Das selbe gilt auch andersrum, Frauen die sich dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlen. Fa'afafine sind in der polynesischen Kultur ein eigenes Geschlecht, weshalb manche sie als nonbinär einordnen würden.
Insgesamt waren die Geschlechterrollen in z.B Tonga...
sehr viel liberaler als in Europa. Z.b war Weiblichkeit sehr hoch angesehen, Frauen hatten einen hohen Status in der Familie (mit Ausnahme des Adels und der Königsfamilie)
In Hawai'i, wo sie „Mahu“ genannt werden, erlangten sie einen so hohen Status, daß angesehene Berufe...
wie Priester und Heiler mehrheitlich von „Mahus“ durchgeführt wurden, obwohl sie nur ungefähr 2% der Bevölkerung ausmachen.
Dieses Bild von Paul Gaugin stellt einen hawaiischen Mahu dar.
Oft pflegten Fa'afafine sexuelle Beziehungen mit Männern, die sich nacht als Trans* idendifizierten. Aber auch diese kulturelle Eigenheit blieb nicht vor äußeren Einflüssen aus Europa geschützt. Die christlichen Missionare verbreiteten die homo- und trans*-phoben Werte der Bibel
die letzendlich zur gesellschaftlichen Stigmatisierung von LGBTQ* führten und 1850 zu der Erlassung eines Anti-Sodomie-Gesetzes. Noch heute ist das Wort „Mahu“ negativ belastet, es wird oft zur Beleidigung von LGBTQ* verwendet, obwohl es etymologisch keine ist.
Was sagt uns diese Geschichte letzlich? Daß die Missionare nicht zwangsläufig besser sind als Kolonialisten, weil sie ein Land vielleicht nicht wirtschaftlich aber dafür kulturell und ideologisch untergruben.
Sexuelle Vielfalt ist kein neues Phänomen, oder eine Modekrankheit
sie gab und gibt es in vielen Kulturen der Welt.
Übrigens: Wenn ich Fehler bei diesem Thema gemacht habe, bitte ich das zu entschuldigen, ich bin kein Gender-Studies-Professor.
#AustronesianOcean
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