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1) In diesem #thread soll ein Verein vorgestellt werden, der im Dickicht oder Tümpel von rechten, protofaschistischen, antifeministischen, LGBTIQ*-feindlichen Organisationen einen Platz gefunden hat.
2) Ein Verein, der seinen Beitrag leistet und geleistet hat zur Diskursverschiebung nach stramm rechts.
Ein Verein dessen Mitglieder & Unterstützer*innen gut vernetzt sind und die alle dazu beigetragen haben und es immer noch tun,
3) dass Neofaschismus mittlerweile fast gesellschaftsfähig ist, ganz zu schweigen von der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, die täglich zunimmt.
4) Es geht um das Institut für Demografie, Allgemeinwohl und Familie, kurz #iDAF, ein gemeinnützig anerkannter Verein, keine Forschungseinrichtung wie die hochtrabend klingende Bezeichnung Institut annehmen lässt.
5) Bevor auf die Struktur und die vielfältigen Verbindungen des Vereins näher eingehen werden wird, sollen hier zunächst die Unterstützerinnen vorgestellt werden. Das sind im Übrigen ausschließlich weiße und alte Männer.
6) Die mit einem (*) gekennzeichneten Personen und Orgas haben bereits einen Eintrag bei bkramer.noblogs.org. Auf diesen Texten baut der thread auf, um ein unnötiges Aufblähen zu vermeiden. Es wird so schon seeehr viel.
7) Das hier sind sie, die Unterstützer und Freunde von iDAF.
8) Anzutreffen waren in diesem Kreis z.B. der Rassist und Evangelist Peter Hahne (*), der Domikanermönch Wolfgang Ockenfels (*) (CDU) vom Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung (*), der extrem rechte Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus (*)
9) und Albert Wunsch, der u.a. auch für die Deutschen Konservativen e.V. schreibt, für den AfD-nahen Blog Freie Welt und der schon als Referent für das dem Opus Dei angeschlossene Mädchengymnasium Jülich einen Vortrag gehalten hat.
10) Zum Vorstand von iDAF, der, daran soll hier noch einmal erinnert werden, als gemeinnützig anerkannt worden ist, gehören z.B.
11) Maria del Consuelo Gräfin von Ballestrem. Sie gehört gleichzeitig dem Stiftungsrat der Stiftung „Ja zum Leben“ an, also einer Stiftung von Abtreibungsgegner*innen.
12) Zum erweiterten Vorstand gehört der Arzt und Internist (Dr.) Heinz-Georg Ley vom Forum Deutscher Katholiken (*) und den Christdemokraten für das Leben (*). Ein weiterer Abtreibungsgegner.
13) Geschäftsführer von iDAF ist Jürgen Liminski vom Opus Dei. Der Vater von 10 Kindern, eines davon ist Nathanael Liminski, publiziert nicht nur für die „neu“rechte Wochenzeitung Junge Freiheit, sondern auch für die Freie Welt,
14) sondern fungierte auch bereits als Redner für Demo für Alle (*) und er steht auf der Referentenliste der Münchner Burschenschaft Danubia.
15) Und obwohl der VS, diesem Fall Bayern, nicht als seriöse Quelle bezeichnet werden kann, soll hier darauf hingewiesen werden, dass der VS die Danubia seit Jahren beobachtet und im VS-Bericht aufführt.
16) Allerdings dürfte Liminski das nicht stören, er war ja schließlich schon Referent einer Tagung von Verantwortung für Familie (*), gegründet von d. Fundamentalistin Christa Meves,
17) die schon in den 70er Jahren für die Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung einen Vortrag gehalten hat und ebenfalls auf der Referentenliste der Danubia steht. Sie ist mittlerweile über 90, hat viele Publikationen und Bücher verfasst und
18) ist immer noch aktiv.

Wir haben es hier also mit Verbindungen bzw. Vernetzungen zu tun, die sich nach stramm rechts erstrecken.
19) Auch die Referent*innen von iDAF zeigen wie weit nach rechts die Verbindungen dieses Vereins reichen. Am Beispiel einer Veranstaltung in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) aus dem Jahr 2016 wird dies deutlich. (screenshot)
20) So z.B. durch den Referenten Prof. em. Dr. Herwig Birg, ein ehemaliger Universitätsprofessor (Bevölkerungswissenschaftler), der neue Generation von Studierenden unterrichtete und in der Vergangenheit (2005) auch als Redner für das Institut für Staatspolitik (IfS)
21) oder für das Bildungszentrum Feldmarkt, das mit dem Opus Dei zusammenarbeitet, als Redner aufgetreten ist. Das geht allerdings aus nachfolgendem screenshot nicht hervor.
22) Mit Philip Plickert, dem Wirtschaftsredakteur der FAZ, kommt ein weiterer „neu“rechter Referent hinzu, der gut vernetzt und wie dem Screenshot aus dem Blog zu entnehmen ist auch sehr aktiv ist.
23) Auf der Webseite von iDAF werden Interviews veröffentlicht z.B. mit Werner J. Patzelt (*), gleich 2 mit Paul Ziemiak, Hermann Binkert, Geschäftsführer von INSA-Consulere oder Josef Kraus.
24) Der Aufsatz des Monats mit dem Titel: „Was tun, wenn der Pulverdampf verzogen ist – Maria 3.0“ stammt von der LGBTIQ*-feindlichen Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz.
25) 2015 war sie im Beirat des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft e.V. (DIJG), dass der EAD (Bibeltreue, Evangelikale, Allianz) angeschlossen ist, und das über Konversionstherapie zur Behandlung bei Homosexualität berichtet.
26) Dass ein solcher Verein auch Rassismus produziert und weiterverbreitet sollte nicht überraschen. Der Screenshot, der sich auf ein Interview vom 31.11.2018 bezieht, zeigt das deutlich. Alleine die Überschrift, die reicht schon aus. :-((
27) Was wir hier sehen sind Anbindungen nach rechts/extrem rechts & gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
In den nachfolgenden tweets sollen d. Anbindungen in d. Mitte d. Gesellschaft hinein veranschaulicht werden, also nicht nur zu parteinahen Stiftungen,
28) sondern weit darüber hinaus.

Schon im Satzungszweck, der als screenshot eingefügt ist, lassen sich die vielfältigen Verbindungen erahnen, besonders die unter Punkt 3.
29) So fördert iDAF den Dt. Arbeitskreis für Familienhilfe e.V., der 1958 gegründet wurde. Dieser verfügt offensichtlich über vereinseigene Beratungsstellen sowie eigene bzw. „unsere“ Fachkliniken,
30) die wiederum ihrerseits seit Jahrzehnten gute Beziehungen zu allen gesetzlichen Krankenkassen unterhalten.
31) Auch interessant sind die Verbindungen zum IFO Institut e.V. Von 03/1999 bis 03/2016 war Hans-Werner Sinn, der gleichzeitig zu den Unterstützenden von iDAF gehört, Präsident von IFO. 2002 wurde IFO zum „Institut an der Universität München“ ernannt.
32) Mittlerweile gehört IFO zur CES ifo GROUP Munich.
„Dem Kuratorium (von ifo!) gehören Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gewerkschaften und öffentlicher Verwaltung an“.
33) Interessant sind aber nicht nur Vernetzungen oder Kooperationen, sondern auch wer wen und wie unterstützt und damit zusätzlich noch bestätigt oder sogar noch aufwertet.
34) Paul Kirchhof, einer der Unterstützer von iDAF, ein ehemaliger Universitätsprofessor (Verfassungs- und Staatsrechtler), der neue Generationen von Studierenden prägte, förderte und unterrichtete, wurde 2011 vom Vordenkerforum von Plansecur zum Vordenker 2011 erklärt.
35) Genaugenommen geraten wir uns jetzt in der Welt der Hochfinanz und damit zum Herzstück des Kapitalismus, denn Plansecur, eine Unternehmensgruppe für Finanzplanung und Vermittlung, ist mit einer Vielzahl von Produkt- und Kooperationspartnern verbunden ist.
36) Die hier plansecur.de/files/user_upl… aufgeführt sind und drei ganze Seiten umfasst. Darunter Banken, Investmentgesellschaft, wie z.B. Credit Suisse, DEKA, Deutsche Postbank, HANSAINVEST, Goldmann Sachs … . Soviel dazu.
37) Zu der Jury, die Kirchhof 2011 und in diesem Jahr Basam Tibi zum Vordenker gewählt haben gehören diese Herren und Damen
38) Darunter Evangelikale von der Allianz (*) (EAD), nämlich Wolfgang Baake und Johannes Sczepan. Was wiederum zu weiteren Verbindungen und Vernetzungen führt. Und hier endet ein xtraxtralanger thread.
#DankeFürsLesen #RechteStrukturenZerschlagen #NoFundis
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