, 14 tweets, 2 min read
Erst recht nach #Halle muß man endlich darüber reden, daß in Deutschland mit staatlicher Unterstützung Gelder, die vorgebl. der Bekämpfung des Antisemitismus dienen sollen, mitunter zur Einschüchterung, Diffamierung und Repression jüdischer Menschen verwendet werden.
Dem liegt ein Antisemitismusbegriff zugrunde, der alle antinationalen Jüdinnen und Juden als Antisemiten verleumdet. Dieser Antisemitismusbegriff ist an sich völlig antisemitisch.
Ein Antisemitismusbegriff, der nicht in erster, letzter und mittlerer Linie dem Schutz jüdischer Menschen vor Rassismus dient, entbehrt jeder Existenzberechtigung.
Ein Antisemitismusbegriff, der antinationale, antirassistische Bestrebungen innerhalb der jüdischen Community als Gefahr ansieht und diese der rassistischen Gewalt gegen jüdische Menschen gleichsetzt, ist zu Erfassung und Bekämpfung des Antisemitismus denkbar ungeeignet.
Wenn, wie es bei den RIAS-Statistiken der Fall ist, ein Großteil (bis zur Hälfte!) der "Betroffenen" gar nicht jüdisch ist, müßte man langsam fragen, ob da wirklich Antisemitismus erfasst wird. Das ist das Allermindeste, was ein seriöser Umgang mit dem Antisemitismus erfordert.
Die Verfechter dieses Antisemitismusbegriffs, bei dem Juden und Jüdinnen oft als Täter und Nichtjuden in bis zu 50 % der Fälle als Betroffene erscheinen, haben nie wirklich versucht, den zugrundeliegenden Antisemitismusbegriff zu rechtfertigen.
Dazu müßte man nämlich anerkennen, daß es auch ganz andere Antisemitismusbegriffe gibt, und das will man ums Verrecken nicht.
Wenn man einmal zugibt, daß es mehrere ganz unterschiedliche Definitionsansätze in Sachen #Antisemitismus gibt, muß man sich nämlich Fragen stellen, denen die Verfechter des amtlichen Antisemitismusbegriffs lieber aus dem Weg gehen möchte.
Da muß man sich nämlich Fragen nach Sinn und Zweck stellen. Man muß sich fragen, welche Ziele man mit der Übernahme eines oder des anderen Antisemitismusbegriffs verfolgt.
Man muß sich fragen, ob bzw. inwieweit sich die jeweiligen Antisemitismusbegriffe für diese Zielsetzungen eignen.
Eine naheliegende Zielsetzung wäre es z.B., jüdische Menschen davor zu beschützen, daß sie wegen ihres Jüdischseins verfolgt werden.
Die Eignung eines Antisemitismusbegriffs wäre daran zu messen, ob dadurch ein wirksamer Schutz vor Verfolgung gewährleistet werden kann. Wenn dem so ist, wäre der Begriff als geeignet einzustufen.
Ein Begriff hingegen, der auch oder v.a. dazu beiträgt, Debatten innerhalb der jüdischen Community zu delegitimieren, und somit jüdische Menschen nicht vor Verfolgung schützt, sondern regelrecht zur Verfolgung freigibt, wäre angesichts dieser Zielsetzung als schädlich einzustufen
So ein Antisemitismusbegriff wirft zwangsläufig die Frage auf, ob es dessen Verfechtern überhaupt um den Schutz jüdischer Menschen vor Verfolgung geht. Wenn bei solchen Ergebnissen kein Problembewußtsein zu erkennen ist, läßt sich sagen, daß ganz andere Ziele im Vordergrund stehn
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