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1/18 Im heutigen #NRW wurden während des #Novemberpogrom|s mindestens 131 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben, davon in #Düsseldorf mind. 7. [1]

Ungezählte wurden teils schwer verletzt. Buchumschlag
2/18 Der Fotograf Wilhelm Margulies erinnert sich an die #Reichspogromnacht:
"Am Vorabend der "#Kristallnacht" im Jahre 1938 wurde ich auf der Graf-Adolf-Strasse von einem früheren Kollegen Wilhelm Schildbeuer [...] und einem Mann namens Bollig überfallen, wobei mir zwei Zähne Foto, das Wilhelm Margulies aufnahm:
3/18 ausgeschlagen wurden. Nur durch die Flucht konnte ich mich der Lynchjustiz der zusammengerotteten Menge entziehen. Ich kehrte nicht in meine Wohnung Adersstr. 11 zurück, sondern fuhr sofort nach Eschweiler[...]. Am nächsten Morgen ging ich über die grüne Grenze nach Holland,
4/18 meine Frau folgte mir nach 10 Tagen nach." [2]

Die Grosse #Synagoge an der Kasernenstr. wurde am Morgen des 10.11. in Brand gesteckt und zerstört.
Am 29.11.1938 wurde sie abgerissen.

Bereits 1946 wurde dort ein Mahnmal errichtet (eines der ersten in Deutschland!). Grosse Synagoge #Düsseldorf, in Brand am Morgen der #PogromnachtGedenktafel zur Erinnerung an #Pogromnacht, am Ort der Grossen Synagoge #Düsseldorf, Kasernenstr.
5/18 Dort findet ua das jährliche Gedenken an die #Pogromnacht und die Opfer der Shoah statt.

Die Kasernenstr. war seit 1792 Standort der #Düsseldorf|er Hauptsynagoge gewesen. Da die Gemeinde immer weiter wuchs, wurden dort mehrmals neue, grössere Bauten errichtet. Ehemalige Grosse Synagoge in #Düsseldorf
6/18 Das in der Pogromnacht zerstörte Gebäude wurde 1904 eingeweiht. Das prächtige Gebäude bot Platz für 800 Männer und 500 Frauen und hatte eine - durchaus umstrittene - Orgel. Grundriss der ehemaligen Grossen Synagoge in #Düsseldorf
7/18 Bereits am 11.8.1929 war es mit einem H.kenkreuz und antisemitischer Parole geschändet worden.

Erst im März 2019 wurde die Gedenktafel wieder mit einem Hakenkreuz beschmiert. [3] Schändung der Grossen Synagoge #Düsseldorf mit Hakenkreuz und antisemtischer Parole, 1929Schändung der Gedenktafel der Grossen Synagoge #Düsseldorf mit Hakenkreuz, 2019
8/18 Weil sie ua die Orgel ablehnten, waren orthodoxe Jüdinnen*Juden, wie in vielen anderen Städten auch, aus der liberalen Gemeinde ausgetreten.
Als "Israelitische Religionsgemeinschaft" hatten einen eigenen Betsaal in der Bilker Str. 37, später Poststr. 4, eingerichtet.
9/18 Daneben gab es eine Reihe Betsäle der orthodoxen Gemeinde "Adass Jisroel", der vorwiegend osteuropäischen Einwander*innen angehörten.
U.a. unterhielten sie ein #shtiebel in der Corneliusstr. 13, wo ihnen bereits vor dem #Novemberpogrom gekündigt worden war. [4]
10/18 Zudem gab es in den #Düsseldorf|er Vororten bzw Stadtteilen #Benrath und #Gerresheim Synagogen.

Die Gerresheimer #Landsynagoge hatte nach der Eingemeindung Gerresheims an Bedeutung verloren. Sie war bereits 1917 verkauft und seitdem als Lagerhaus benutzt worden. [5] Synagoge in #Düsseldorf #Gerresheim
11/18 Sie wurde daher in der #Pogromnacht nicht angegriffen.

Allerdings wurde sie am 25.2.1984 von 2 Jugendlichen mit H.kenkreuzen, Runen und antisemitischen Parolen beschmiert und in Brand gesteckt.

Kurz darauf wurden die Reste abgerissen. Gedenktafel Synagoge #Düsseldorf #Gerresheim
12/18 Die #Gerresheim|er Synagoge war zur Zeit des Anschlags als Standort für die #Düsseldorf|er Mahn- und Gedenkstätte vorgesehen, die nun im Stadthaus in der Mühlenstr. ist. [6]

Im NS hatten dort nacheinander Polizei, Gestapo und SS ihren Sitz. Mahn- und Gedenkstätte #Düsseldorf im Stadthaus
13/18 Die #Synagoge in #Düsseldorf #Benrath wurde bis zur #Pogromnacht noch für Gottesdienste genutzt und dann zerstört. [7]

Auch dort erinnert heute eine Tafel. [8] Skizze Synagoge #Düsseldorf #BenrathGedenktafel Synagoge #Düsseldorf #Benrath
14/18 Erstmals zu Rosh HaShanah 1945 hielten die Überlebenden der #Düsseldorf|er Gemeinde im Grossen Sitzungssaal des Oberlandesgerichts einen Gottesdienst.

1948 konnte die Gemeinde einen eigenen Betsaal in der Arnoldstr. 6 beziehen. Oberlandesgericht #Düsseldorf, Ort des ersten, provisorischen Gebetssaals der jüdischen Gemeinde nach dem Holocaust
15/18 1958 wurde die neue #Synagoge an der Zietenstr. eingeweiht.

Im #Pogrom 1938 hatte der Gemeindeschreiner aus der Grossen #Synagoge eine Holztür gerettet. Sie stand lange in seinem Schuppen.

Sie hat in der neuen Synagoge als Tür zur Frauenempore ihren Platz gefunden. [9] Neue #Synagoge #Düsseldorf Zietenstr.
16/18

Die #Düsseldorf|er jüdische Gemeinde zählt heute mit rund 7000 Mitgliedern zu den drei grössten Gemeinden in Deutschland.
17/18 Überblick:
- http://www.xn--jüdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/c-d/168-duesseldorf-nordrhein-westfalen
- Buch "Synagogen in Düsseldorf" (duesseldorf.de/mahn-und-geden…)
- de.wikipedia.org/wiki/Große_Syn…
- de.wikipedia.org/wiki/Jüdisches…
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