Es ist Dienstag und ich habe Lust zu schreiben über mich und meine Vergangenheit zu schreiben.
#MeinWeg #Aufarbeitung

ich werde mit einer kleinen Anekdote zu mir anfangen.
Heute wurde bei Sperrmüll abgeholt. Ich habe gestern Vormittag deswegen unseren Sperrmüll ....
auch rausgestellt. An sich wäre das ja nichts verwerfliches. Das Problem ist ich habe es solange gemacht bis zur absoluten körperlichen Erschöpfung. Solange bis mein Kreislauf und alles kurz vor dem Zusammenbruch stand.
Jetzt werdet ihr sagen wieso sollte man genau so machen ?
Ich werde es versuche zu erklären. Ich versuche immer extrem Stark zu wirken. Absolut unverletzlich und niemals schwach , ja auch heute noch. und oft bringe ich mich damit bis an den körperlichen bankrott. Und jetzt komme ich zu meiner Vergangenheit.
Als ich damals ein Nazi wurde , war dieser Wunsch immer Stark und co zu wirken , sehr extrem ausgebildet. Dies führte dazu das ich absolut extrem wurde. Vor allem in meinem Handeln. Dies nahm absolut abstruse formen an. Ich führte keine richtigen Beziehungen zu dem Zeitpunkt.
Ich hatte Frauen mit den Traf ich mich zum Kuscheln und eben auch Austausch von Sexualität . Aber eine Beziehung gab es nicht. Weil ich so etwas als schwäche ansah, also den fakt der Bindung. Es geht noch weiter in dem alter von 18 habe ich alle meine Emotionen unterdrückt.
Geweint habe ich in dieser Zeit nie. Ich war immer unter Strom , immer angespannt und immer bereit mich "Verteidigen" zu müssen. Es ist wahnsinn , wie sich das anfühlt so zu sein und lässt sich in Worte kaum beschreiben.
Um es auf den punkt zu bringen ich war ein Dreck Schwein, ein Chauvinist , ein absolutes rechtsextremes Arschloch.

Heute ist dieses verhalten unter toxische Männlichkeit bekannt. Wobei es dabei nicht um das Geschlecht geht. Sondern es geht um ein bestimmtes Männlichkeitsbild.
Dieses Männlichkeitsbild ist destruktiv. Man zerstört vor allem sich selber und seine eigene Psyche. Weil Mann alles was mit Gefühlen oder ihn scheinbar angreifbar macht , einfach wegnegiert. Man unterdrückt sein eigenes sein , seinen eigenen Charakter , der ja nun mal da ist.
Bis heute kämpfe ich damit und muss immer wieder lernen wo meine Grenzen liegen und wie weit ich gehen kann. Ich muss aber sagen , ich habe eine Wundervolle Partnerin/Frau an meiner Seite , die mir zeigt was ich bin und was ich kann. Und dies auf eine so sorgsame weise, ...
Das ich langsam besser lerne , wie destruktiv dieses Verhalten ist. Gerade ihre berechtigte Sorge dabei , beeindruckt mich zu tief.

Auch nach 2 Jahren Therapie und einiger Zeit der Aufarbeitung für mich , konnte ich nicht alle Verhaltensmuster ablegen.
Eine letzte Sache möchte ich noch erwähnen. Wenn ich das hier so knallhart und ehrlich schreibe , dann sitze ich mit tränen da. Weil es mich trifft. Sich einen spiegel vorzuhalten ist manchmal hart , aber für mich unendlich wichtig.
#MeinWeg #Aufarbeitung
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13 Sep
Guten Morgen nachdem ich gestern angekündigt habe , was ich jetzt tun werde hier mein einstieg in das ganze.

Achso mein Hashtag hat sich geändert und zwar in #MeinWeg und #Aufarbeitung

dann fangen wir mal an.
Es ist das Frühjahr 2009 an einem typischen Wochenende für mich. Ich sitze wie immer bei meinen Kameraden und wir saufen und schaukeln uns gegenseitig hoch , bis es wieder eskalieren wird. ich bin jetzt seit fast einem Jahr rechtsextrem. ihr fragt euch wie kam es dazu ?
ich sag es euch , dafür müssen wir aber etwas zurückgehen. Ich bin 16 , ein Einzelgänger und auf dem Gymnasium. Wirkliche freunde an der schule habe ich nicht. Ich habe einen besten Kumpel , der mich immer wieder mit Musik versorgt , vor allem dabei Böhse Onkels und auch Landser.
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12 Sep
Hey alle miteinander , ich fange an und erzähle euch einen teil meiner Vergangenheit. Dies dient dazu gewisse Dinge besser zu verstehen . Es soll aber nicht das Thema sein , sondern was mein Rechtsextremismus bis heute mit mir macht. Und welche Kämpfe das bis heute für mich sind.
Es wird explizit um so dinge wie toxische Männlichkeit ( stellt ein gewisses Verhaltensmuster dar ) , Schubladendenken bis heute , früher absolut obrigkeitshörig heute kritisch , die Beziehung zu meinem Vater und deren Bedeutung und die Überwindung von Alltagsrassismen bis heute.
Das ganze wird für mich eine Art Aufarbeitung sein. Vor allem aber werde ich extrem kritisch mit mir und meinem Sein sein. Bodenlose Ehrlichkeit und viele Tränen ( meiner Seite ) werden diese Idee begleiten .

Wer im vornherein fragen hat dazu , gerne per DM oder hier drunter .
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