Keine Ahnung, wieso du die Rolle des "Bund" im den Stapi-Wahlkampf 2017 heute noch einmal gross aufs Tapet gebracht hast (siehe unten), lieber @patrick_feuz . Doch wenn du das tust, musst du auch die ganze Geschichte erzählen. 1/
Und in dieser Geschichte hast du aus meiner Sicht eine wichtige Rolle, wenn es darum ging, Alec von Graffenried zum Stapi zu machen. Ich war damals als Redaktor und Blattmacher auf der Redaktion dabei. Ich habe das damals anders erlebt. 2/
Es gab einen Plan. Im Hintergrund zog der damalige Grünen-Präsident die Fäden - heute ist er AvG-Generalsekretär. Ihr habt euch regelmässig ausgetauscht. Immer wieder erzähltest du in der Redaktion die neuste Wasserstandsmeldungen. 3/
Denn es gab ein Problem: von Graffenried wollte nicht. Er sei erschöpft. Manchmal verzweifeltest du fast daran, dass er nicht wollte. So galt es, ihn zu überzeugen. Im Januar '15 erschien im "Bund" ein grosses Interview. Seine Kandidatur mochte er aber nicht bekanntgeben. 4/
Im "Bund" erschienen daraufhin mehrere Texte, in denen von Graffenried von verschiedener Seite zur Kandidatur aufgefordert wurde. Dieser wurde auch hinter der Kulisse von vielen Seiten bearbeitet. 5/
In der Redaktion bestätigten mehrere Quellen, von Graffenried sei dazu sogar in deinem Büro auf der Redaktion gewesen. Ich persönlich habe das aber nicht gesehen. Wie auch immer: Im "Bund" erschienen nun mehrere Texte, bei denen Dritte von Graffenrieds Kandidatur forderten. 6/
Und so sagte von Graffenried irgendwann dann doch noch zu. Der "Bund" schrieb, nun gebe es eine Auswahl. Doch auch viele auf der Redaktion (auch ich, wie du weisst) fanden, dass die Berichterstattung auch anschliessend zugunsten von Graffenrieds ausfiel. 7/
Sogar ein Mitglied der Chefredaktion sagte mir einmal, dass das Ganze "peinlich" sei. So mussten zuletzt in der heissen Phase alle Artikel über von Graffenried über deinen Tisch. Bei der Gegenkandidatin kritisierst du die Redaktion, man gehe zu zimperlich mit dieser um. 8/
Dies obwohl die Gegenkandidatin aus meiner Sicht viel härter angefasst wurde. Von mir verlangtest du, eine Geschichte über einen Privatunfall von dieser grösser aufzuziehen. Ebenso eine von bürgerlicher kolportierte Geschichte, sie besitze einen SUV. Was ich aber nicht machte. 9/
Nach der Wahl hast du den Coup um den Wahlkampf von Graffenrieds dann ausführlich rekonstruiert - einzig über deine Rolle hast du dich schon damals ausgeschwiegen. 10/
derbund.ch/wahlen-bern-20…
Wie dein heutiger Text ist auch meiner ein subjektiver. Aber wenn man die Geschichte schon erzählt, gehören auch mindestens diese Episoden mit dazu. 11/11
Hier noch der Link zum heute online publizierten Artikel, aus dem die Textpassage in Tweet 1 stammt (Abo): derbund.ch/buergerliche-w…

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26 Aug
Kurzer Thread zum Basler Umgang mit "Bettelnden". Debatte zeigt exemplarisch, wie Entmenschlichung abläuft. Die Betroffenen werden einzig als Objekte dargestellt (@BajourBasel löblich Ausnahme). Ursachen und Hintergründe, warum Menschen betteln, werden völlig ausgeblendet. 1/3
Es wird aber nicht nur das Elend ausgeblendet. Statt von Mütern, Grossvätern, Töchtern und Partnern mit Ängsten, Sorgen und Hoffnungen zu schreiben, werden die Menschen auf Objekte reduziert und dabei gleichzeitig problematisiert. 2/3
Die Problematisieren geht sehr weit. So weit, dass durch die Berichterstattung (etwa jene @baz) der Eindruck entsteht, dass die Betroffenen nur deshalb betteln und im Freien schlafen, um andere zu ärgern. Statt der Armut werden so die Armen skandalisiert. 3/3
Read 4 tweets
4 Jun
Hier ein kurzer Thread, was am Tweet von Kurt Pelda so störend ist. Zum einem missachtet Tweet völlig, dass der „alte weisse Männer“ DER Archetyp des privilegierten Menschen darstellt. 1/
Dieser privilegierte Status hat der „alte weisse Mann“ historisch und aktuell nur, weil dafür andere Gruppen abgewertet wurden und werden. Speziell PoC - aber etwa auch alle nicht Cis-Männer. 2/
Der Tweet unterschlägt weiter auch, dass sich Kritik am „alten weissen Mann“ grundsätzlich gehen die Kaste der durch ihr Geschlecht, ihre Hautfarbe und ihr Alter Bevorteilten richtet, die diese Privilegien zudem auch nutzt und verteidigt. 3/
Read 7 tweets
2 May
Vorhin Tweet gelöscht: Screenshot des Aufrufs zur heutigen Kundgebung auf Bundesplatz. Ich will keine Plattform bieten. Absender ist Verschwörungsthoeretiker Alex Gagneux. Er wolle ab 25. April jeden Samstag eine Mahnwache halten - und rief auf, mitzumachen. Wer ist Gagneux? 1/5
Der Aargauer Gagneux tritt eloquent auf, sagt selber, er setze sich für friedliches Zusammenleben ein. Hinter Wachstums- und Globalisierungskritik kommt aber ein zutiefst rassistisches Weltbild zum Vorschein. 2/5
Credo: Wir müssen Menschen in Afrika helfen, dann kommen sie nicht zu uns - jedes Volk an seinem Ort. Solche Ansichten vermischt Gagneux mit Verschwörungstheorien. In Einladung spricht er etwa mit Bezug auf Orwells Buch von "Corona-1984". 3/5
Read 5 tweets
2 May
👇Thread
Am 1. Mai war die Polizei in der Stadt Bern omnipräsent. Selbst Einzelpersonen und ein 90-jähriger mit Gewerkschaftsfahne wurden angehalten. Man müsse die Bildung einer Demo im Keim ersticken, das Argument. Die Corona-Bestimmungen liessen keine andere Möglichkeit.
1/
In anderen Städten vieles möglich, was in Bern nicht ging. Doch dann, am 2. Mai. VerschwörungstheoretikerInnen, ImpfgegnerInnen und Co. kommen auf den Bundesplatz. Die Polizei ist nach eigenen Aussagen vorgängig informiert und bereits eine Stunde vor dem Demostart vor Ort. 2/
Mehrere hundert Teilnehmende sind gekommen. Dieselbe Polizei, die gestern jede Zweiergruppe anhalten konnte, sieht sich nach eigenen Angaben nicht in der Lage, da etwas zu tun. Der Bundesplatz wird mit Band notdürftig gesperrt. Demo geht am Rand des Platzes einfach weiter. 3/
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5 Apr
Thread👇🏽
Im Berner Asylzentrum Halenbrücke an der Berner Stadtgrenze ist 1 Coronafall aufgetreten. Das gesamte Heim wurde unter Quarantäne gestellt. Im engen Haus sitzen nun 55 Personen (auch Familien mit kleinen Kinder) fest. 1/4
Diese sollen nun zwar regelmässig getestet werden. Dennoch: Die Personen werden in der Enge des Zentrums einem überdurchschnittlichen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Grund: Die problematischen Bedingungen, in denen in der Schweiz Flüchtlinge untergebracht werden. 2/4
Auch im Zentrum Halenbrücke leben manche Familien seit Jahren. Das ist grundsätzlich bedenklich. Und während es viele Menschen in CH aktuell schon schwierig finden, einen grossen Teil der Zeit zuhause zu verbringen, sind diese Menschen nun auf engstem Raum zusammengepfercht. 3/4
Read 4 tweets
18 Mar
Auch in der Schweiz zeigen sich die Folgen der sozialen Ungleicheit auch in der #Coronakrise.
👇Das zeigen auch viele Medienartikel👇
Fahrende befinden sich in «akuter Notlage»
In dieser Reisesaison ist der Platz für Fahrende im Kanton Bern knapp. Das Coronavirus erschwert ihre Situation zusätzlich. derbund.ch/bern/fahrende-…
Read 5 tweets

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