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18 Oct, 13 tweets, 2 min read
Die Subtextpandemie.

Ein Thread.

Zum Glück machen immer noch so viele mit bei AHA, L, GGG, aber leider gibt es neben strikten Maßnahmen Gegner*innen auch die indifferente Mitte, die die Maßnahmen zur Eindämmung von SARS-CoV2 nicht ablehnt,
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aber alles, was faktisch erlaubt ist bis ans Limit ausreizt.
Die überdeutlichen Appelle der Kanzlerin werden diese recht große Gruppe nicht erreichen, da sie sich ja gesetzeskonform beim Feiern bis zur Sperrstunde verhält.
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Mitnichten sind das nur jüngere Partygänger. Auch ältere Menschen blenden zuhauf die Gefahr, die von einer Covid19 Erkrankung ausgeht in Perfektion aus.
Die Kontaktanzahl, die da teilweise zu verzeichnen ist und die Indooraktivitäten sind atemberaubend.
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Woran liegt das?
Das Präventionsparadox, das wir in D erleben durften ist wohl entscheidend.
Hinzu gesellen sich aber seit Pandemiebeginn medial verbreitete Botschaften, die ihre Wirkung nicht verfehlen.
Von Bhakdi, Wodarg und Co.
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spreche ich an dieser Stelle gar nicht. Die sind die Spitze des Eisbergs und deren wirre Thesen werden wenig Einfluß auf die oben angesprochene Gruppe von Menschen haben, die sich im Rahmen des Möglichen korrekt verhalten, dabei aber Risiken für sich und andere
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eingehen, deren Tragweite in der "Fürchtet euch nicht" Rhetorik der seriösen Mitdiskutant*innen untergeht.
Zu Pandemiebeginn war es Prof. Püschel, der obwohl längst widerlegt immer noch zitiert wird.
Keine Tagesschau Meldung über Covid19 Tote,
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die nicht lautet: "an oder mit dem Coronavirus verstorben sind...".
Prof. Lohse forderte im März den schwedischen Weg zu gehen und dass sich "mehr junge Menschen infizieren müssen".
Wir wussten damals nichts über Immunität, schon gar nichts über Langzeitschäden, noch nicht

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einmal wenige Pathomechanismen von Covid19 waren rudimentär verstanden.
Trotzdem forderte er natürliche Herdenimmunität.
Bei einem völlig neuen Erreger.
Das sind keine querdenkenden Wirrköpfe, sondern geschätzte Vertreter ihrer Fächer, deren Worte in den Köpfen bleiben.
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Aktuell kann man viele Botschaften lesen, die im Subtext ein klares "Fürchtet euch nicht" vermitteln.
"UKE Oberärztin macht Risikogruppe Mut" in der Mopo letzte Woche ist so ein Beispiel oder "Lungenentzündungen tödlicher als Corona" gestern in der Bild.
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Beides ist faktisch völlig richtig und beide Wissenschaftler*innen werden vermutlich sagen, dass die Headlines dazu dienen sollen Panik zu verhindern.
Dʼaccord.
Allein die vielbeschworene Panik sehe ich nicht.
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Die Risikogruppen sitzen dicht an dicht in Restaurants und wirken nicht sonderlich ängstlich.
Versteht mich nicht falsch.
Ich plädiere mitnichten dafür Angst zu schüren, aber die repetetiven Beteuerungen zwischen den Zeilen, dass Covid19 kein
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großes Ding ist, halte ich für extrem kontraproduktiv zu einem Zeitpunkt, wo wir gemeinsam versuchen müssen die derzeitige Dynamik wieder abzubremsen.
Und an der Stelle muss sich jede/r Einzelne, die/der medial auftritt der Tragweite ihrer/seiner Botschaften bewusst sein.
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Nur mit viel mehr individueller Umsicht werden wir ein 2.Mal das Geschehen bremsen können. Dabei würde wohl sehr helfen, wenn die Bundeskanzlerin kommunikativ aus der Wissenschaft und dem medizinischen Sektor Unterstützung erhalten würde.

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16 Oct
Im April sagte Boris Palmer:

"Wir retten möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären."

Ein Thread.

In den Jahren als Ärztin in der Klinik war mein Blick auf ältere Menschen und das Altern ein anderer.
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Natürlich gab es in der Inneren Medizin täglich tolle Behandlungserfolge bei älteren Menschen.
Die "Wiederkehrer", die z. B. mit der immer öfter dekompensierenden Herzinsuffizienz trotz maximaler Therapie stetig schlechter dran waren, vermittelten mir aber ein anderes Bild.
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So richtig klar wurde mir das erst, als ich in den ambulanten Bereich wechselte.
Da standen Diagnosen mit Verläufen in der Pat. akte, die ich schlichtweg für Humbug hielt.
Plötzlich waren da auch die, bei denen es trotz Aetas und schwerwiegender Diagnosen gut läuft.
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