Was würde ich Biden jetzt raten (LOL)? sich in sehr kurzem zeitlichen Abstand zu Trumps Statement hinstellen und folgendes sagen: Wir sind eine Demokratie. Bei uns gibt es keinen Putsch. Ich werde mich einem Putsch mit allem was ich habe entgegen stellen. Kein Millimeter!
Ich bin nicht alleine. Alle demokratisch gesinnten Menschen in diesem Land werden einen Putsch nicht zulassen. Nicht die Gouverneur_innen, nicht die Senator_innen, nicht die Repräsentant_innen, nicht die Bürgermeister_innen - try us, wir sind stärker.
Wäre das ein Anheizen? Ja. Muss man über sich drüber fahren lassen? Nein. Appeasement und Abwarten funktioniert halt nicht. Irgendwann muss man einfach zurück kämpfen. Und für so etwas prinzipielles wie Demokratie darf man dann schonmal auch sprachlich eskalieren.
Warum sollte er es tun? Damit nicht Trump immer in der Offensive ist und die andere Seite immer defensiv, immer lieb und brav. Einfach auch mal stark sein und eine Linie ziehen und sich nicht immer rumschubsen lassen. Aber ich weiß es, das traut sich niemand.
Ob Biden das kann oder glaubwürdig ist - völlig irrelevant. Es geht hier um die Rolle, die er spielen sollte da vorne. Es geht hier gerade 0 um ihn als Person. Er ist (leider) die Person, die Trump gegenüber steht und er müsste dem gerecht werden. Und das heißt kontern.

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6 Nov
Ok, lasst uns zusammen das Trump-Statement anschauen, das ich gleich teile, damit wir es gemeinsam durchgehen können. Was macht Trump hier rhetorisch? Was tut er hier? Und warum? Er wendet hier einige Kniffe an. Ich versuche es kurz zu machen. #NatsAnalyse
Es geht um dieses Statement von heute nacht aus dem weißen Haus. Einige Sender haben weggeschalten und abgebrochen, weil es natürlich ein blanker Versuch ist in die Auszählungen einzugreifen.

Es fängt schon an bei der Begrüßung. Er begrüßt nicht die Medien, sondern wendet sich direkt an die Amerikaner_innen. Als wäre es eine Ansprache die Nation. Er setzt hier auch den Rahmen - er gibt ein Update. Er diskutiert das nicht, sondern liefert die Fakten.
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4 Nov
Es ist btw zu kurz gedacht den Trump‘schen Meltdown u die juristische Auseinandersetzung als eben nur das zu sehen - eine juristische Auseinandersetzung, d er wie es aussieht kaum gewinnen kann. Was er jetzt macht ist nicht mehr Teil d formal-politischen Ebene sondern Kulturkrieg
Deswegen hält der Vergleich mit Bush/Gore nicht, weil da zumindest zwei Kandidaten waren, die rein am formalpolitischen Prozess interessiert waren und keine Agenda darüber hinaus hatten. Aber Trump war schon immer eher ein rechter Kulturkrieger, der halt auch Präsident ist.
Das heißt was er jetzt macht ist möglichst viel rhetorisches Arsenal zu verpulvern und zu verteilen und so nachhaltig Zweifel am (formal)demokratischen System zu säen. Selbst, wenn er weg ist und/oder juristisch verliert, das bleibt und ist schwer zu reparieren.
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4 Nov
Die Aufregung und das Entsetzen ist übrigens muteinkalkuliert und gehört zum Plan. Aber es ist halt ein Catch-22. Wenn man sich nicht aufregt legitimiert man diesen Coup, regt man sich auf spielt man mit. Das ist genau die Methode, die Trump anwendet.
Die Aufregung wird zum "ertappt!"-Moment umgedeutet. Und nichts schöner, als wenn CNN, die NYT und alle die liberalen Pundits gegen ihn sind. Weil genau so sieht er sich - Alle gegen ihn. Alle ihm nachhechelnd. Alle ganz entsetzen über was er sagt. Diesen Graben liebt er.
Weil er, Trump, endlich mal unverblümt die Wahrheit sagt und diese ganze medial-politische Elite hält die Wahrheit nicht aus. Und deswegen ist er ein Kämpfer für die normalen einfachen Leute. Usw usf. Umso mehr sich "die " aufregen, umso mehr Glaubwürdigkeit dort.
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4 Nov
Was Trump jetzt macht ist die Sandwich-Methode: Er zählt Staaten auf, die er klar gewonnen hat. Zum Beispiel Florida, Texas, Ohio u dann fügt er einen Staat rein, der noch unklar ist: Georgia. Dann wieder klar gewonnener Staat: North Carolina. jetzt Arizona mit ? Und Pennsylvania
Das wirkt jetzt so, als würden alle diese Staaten auf der selben Stufe stehen und "jemand" stiehlt ihn ihm raus. Er fügt diese Staaten sprachlich alle nebeneinander als seine. Er sagt nicht einfach: Wir haben x und y klar gewonnen und bei a und b ist es knapp, sondern alle gleich
Immer wenn er über einen unklaren Staat redet (MI zb), dann kommt er nachher wieder auf Texas und redet darüber wie klar er das gewonnen hat und über die Abstände. So bindet er das alles sprachlich zusammen. Immer mit dem Frame "völlig unerwartet gewonnen".
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2 Nov
Ich schaue gerade d Corona-Quartetts d Red Bulls Senders nach u das ich hochgradig verstörend. Das wird Angst v Fehlbehandlungen gemacht b Covid-Patient_innen, als wäre das das Risiko. Da dürfen Verharmlosungen rausgehauen werden, etwa d Hospitalisierungen nicht relevant steigen
Wir haben uns sehr lange auf die Corona-Leugner_innen-Szene auf der Straße konzentriert. Zu recht, weil sehr verhaltenskreativ und laut. Es wird Zeit, dass man die bürgerliche, intellektuelle und akademische Leugner_innen-Szene mal genau anschaut. Was passiert hier?
Warum sitzen dort Woche für Woche Ärzte_Ärztinnen mit sehr weit rechtssehenden Aktivist_innen-Publizist_innen zusammen und dürfen die abstrusesten Sachen raushauen und so Menschen gefährden? Was ist das für ein Geschäftsmodell und reden wir mal breiter darüber?
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1 Nov
Ich habe heute lange darüber nachgedacht warum die so reden. Warum da so viel Kälte und Zynismus rauskommt, obwohl das große Anrufen an die Solidarität und unser aller Humanität so auf der Hand liegt in der Krise. Warum sind die so? #imzentrum
Es liegt am Menschenbild. Konservative haben zumindest ein skeptisches, Rechtsextreme ein negatives Menschenbild. Das heißt sie gehen davon aus, dass Menschen prinzipiell einander nichts Gutes wollen. Dass Menschen schlecht sind.
Sei es aus irgendeiner religiösen Überzeugung heraus (Sünde) oder weil man sich (und alle Anderen) hyperindividualistisch als einzelne Raubtiere im großen Dschungel sieht. Und wenn man so ein Menschenbild hat, dann kommt man dem nicht mit nett reden bei.
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