Replik auf @einsteinadler. Ich stimme zu, dass modernes Militär in einer Identitätskrise ist. Zu beantworten wer wir sind ist Schlüssel für viele unserer Probleme, von Extremismus bis zu Nachwuchs. Ich stimme zu, dass ein Kriegerethos darauf eine Antwort sein kann. Nur keine gute
Du stellst fest, dass es verschiedene WarriorCultureS gibt von denen einige toxisch sind aber eben nicht alle. Was haben aber alle Formen des Kriegertums gemeinsam? Es ist die Abgrenzung. Ich verstehe deswegen auch nicht, dass du die Definition von Ryan Noordally ablehnst. 2/10
Der kleinste gemeinsame Nenner ist doch gerade die Exklusivität, das Schließen nach Außen und der Alleinausübungsanspruch von Gewalt. Was ist denn dein Gegenentwurf für eine Minimaldefinition? 3/10
Wir machen das nicht an den Götzen fest, denn wie du richtig feststellst sind die austauschbar. Seit 2007 ist es häufig Leonidas. Oder die Wikinger. Diese Darstellung von Gewaltexzessen ist aber kein Muss für eine Kriegeridentität. 4/10
Es kann durchaus einen disziplinierten preußisch (meinetwegen römisch) geprägten Kriegerkult geben. Der entgleist dann nicht direkt durch Gewaltorgien wie AUS oder USA Spezialkräfte, sondern verbuddelt Waffen im Garten und legt Listen von linken Politiker_innen an. 5/10
Auch das ist Kriegertum: Geboren in der Abgrenzung von der Gesellschaft die wir geschworen haben zu schützen und aufgewachsen im Anspruch durch Gewalt und Machtvorsprung gesellschaftliche Spannungen aufzulösen. 6/10
Das Problem ist nicht die Enthemmung, das Problem ist die Loslösung - von der Enthemmung widerum nur eine Folge ist. Und das ist auch der Unterschied zwischen professioneller Berufsarmee und Kriegerkaste: 7/10
Während die einen sich immer als Teil ihrer Gesellschaft sehen werden und deswegen immer ein Primat des Politischen und des Zivilen akzeptieren werden und wichtiger! sich an die gewaltverdammenden Regeln dieser Gesellschaft halten werden... 8/10
ist eine Identität als Krieger ungebunden davon. Der Hütehund mag sich vllt sehr gut fühlen in seiner Abwehr der Wölfe – Aber er ist eben auch nicht selbst ein Lamm und manchmal reißt eben auch bei einem Hund etwas oder jemand: Und dann blutet das eigene Lamm. 9/10
DAS ist das Problem am Kriegertum. Es ist keine logische Konsequenz der Berufsarmee sondern das bewusste Ablegen des „Berufs“ um etwas eigenes zu schaffen – etwas was immer und immanent trennt und damit im Kern Militarismus legitimiert. 10/10

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