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23 Dec, 10 tweets, 2 min read
Wichtige Anmerkung zu den DIVI-Zahlen, die mir bis vor kurzem selber nicht so bewusst war:
Ich hatte mich gewundert, warum jeden Tag in diversen Verzeichnissen 2-3 freie Betten gemeldet waren, obwohl die ITS teilweise sogar überbelegt war und ich die Zahlen selbst gemeldet hatte.
Beim näheren Betrachten fiel mir auf, das bei der Gesamtzahl hier ca 10 ITS Betten mehr ausgewiesen waren als in der Klinik vorhanden.
Wie konnte das sein? Ein Fehler? Reservebetten?

Nein das ist die Kinder-ITS, deren Kapazitäten zwar separat erfasst wurden...
... aber deren freie Betten in die DIVI Gesamtauswertung einflossen.

Das verwirrende daran ist, dass die Zahlen selbst auf dem offiziellen Tagesreport bei den freien Betten zusammen ausgewiesen werden.
Selbstverständlich bringt uns ein freies Kinderbett wenig für einen Erwachsenen Patienten.

Die sind zwar auf COVID-Kinder ausgelegt, aber räumlich komplett getrennt und nicht in der Lage einen 60 jährigen zu behandeln.
Das ärgerliche ist, dass diese freien Betten bei der Verlegung in andere Klinken zum Problem werden, da ja scheinbar freie Kapazitäten vorliegen.

Ähnlich ist es bei einer Fachklinik im Umkreis, die zwar freie Betten meldet aber Patienten anderer Disziplinen nicht versorgen kann.
Inzwischen ging eine Mail des Krisenstabs rum, dass die DIVI Meldungen ausdrücklich nicht mit den über IVENA belegbaren Betten übereinstimmten.

Dennoch taucht dieser Wert täglich in vielen Tageszeitungen auf und wird von Schwurblern immer wieder aus dem Zusammenhang gerissen.
Das DIVI Register ist ein tolles Konzept aber wenn es nutzbar sein soll, dann ist eine dringende Überarbeitung nötig.

Ich würde mir eine transparentere Ausweisung der Zahlen wünschen, denn wer schaut sich schon die Rohdaten an?
P.s: Der von Verschwörern oft erwähnte „Schwund“ an Intensivbetten bei scheinbar gleicher Belegung ist größtenteils darauf zurück zu führen, dass da Kapazitäten gemeldet wurden für die von vornherein kein Personal verfügbar war.
Da COVID Patienten und deren Isolation so Personalaufwändig ist, reduzieren zudem manche Kliniken die Gesamtkapazität um die Versorgung überhaupt gewährleisten zu können. Zum Beispiel werden dann statt 10 „normalen“ Patienten nur 6-8 COVID auf der gleichen Station behandelt.
P.p.s: Ein Teil des Problems wurde am 12.12. korrigiert indem die Ländertafeln derart abgepasst wurden, dass standardmäßig nur die Erwachsenen-Kapazitäten angezeigt werden. Zukünftig soll das wohl auch bei den Gesamtzahlen so sein. Ich bin gespannt wie sich die Zahlen verändern.

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19 Dec
Die übliche Frage am Abend:
“Wie werden wir heute über die Nacht kommen?”

In meinem Bereich 10 Non-COVID Patienten, wirklich guten Gewissens vielleicht einer auf IMC verlegbar, dafür in 12 Stunden drei Notfallaufnahmen. Transport in andere Krankenhäuser unmöglich, da alles voll.
Bei den COVID Patienten tut sich ohnehin nicht viel, denn wer mal beatmet ist, der bleibt wochenlang. Anschließend die mühsame Suche nach einem der wenigen Rehapätze, denn nach der ITS folgt monatelange Anschlussbehandlung. Wenn heute ein Bett frei wird, dann weil jemand stirbt.
Erst mal überwachen in Aufwachraum oder der Notaufnahme und hoffen, dass das irgendwie gut geht. Der beste Patient wird auf Station verlegt, auch wenn ein bisschen Intensivtherapie sicher noch gut getan hätte.

Dann hoffen, dass sich keiner verschlechtert oder Schaden nimmt.
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11 Dec
Würd ich unterschreiben. Lockdown jetzt, es geht nicht mehr!

Regional hat die Priorisierung längst begonnen. Jeden Tag werden Patienten auf Station verlegt, die eigentlich noch überwachungspflichtig sind & durch Personalmangel steigt die Sterblichkeit.

divi.de/aktuelle-meldu…
Wenn eine Intensivpflegekraft sich um zu viele Patienten kümmern muss, werden wichtige Maßnahmen und Therapien zu spät oder gar nicht durchgeführt. Es kommt immer wieder zu kritischen Situationen die Patienten gefährden und der übliche medizinische Standard ist nicht einzuhalten.
Wir ackern uns aktuell da irgendwie durch, arbeiten Zusatzschichten und hoffen, dass keiner wegstirbt weil ein kritisches Problem nicht erkannt wurde.
Wer heute ein Intensivbett braucht, muss unter Umständen lange warten oder weit weg verlegt werden, was die Behandlung verzögert.
Read 6 tweets
3 Dec
Manchmal fragt man sich echt für wie blöd uns manche Menschen halten.
1. JA, ich weiß SICHER, dass die kranken Patienten, die hier rumliegen tatsächlich COVID19 haben und nicht Influenza oder irgendetwas anderes. Das sieht man nicht nur an der PCR, sondern auch am typischen CT.
2. NEIN, das ist NICHT genauso wie die Grippewelle 2017/18. Damals lagen max 10 Patienten hier, nun sind es über 30. Und wenn wir nicht täglich in andere Kliniken verlegen würden, dann wären es eine ganze Menge mehr. Zudem ist die Beatmungdauer länger und die Sterblichkeit höher.
3. Selbstverständlich testen wir schon seit Jahren Patienten bei viraler Pneumonie mittels PCR und hatten auch 2017 nicht zehntausende unerkannter Influenzafälle in den Kliniken liegen.
Fun Fact: Auch COVID19 Patienten werden auf Influenza getestet und sind (surprise!) negativ.
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18 Nov
Auch in der Anästhesieambulanz gibt es immer wieder Patienten, die sich mit einem “Attest” vor der Maskenpflicht drücken wollen. Praktischerweise wird jeder Patient vor der Narkose körperlich untersucht um die Narkosefähigkeit einzuschätzen.

Schwindel fliegt also direkt auf. 😈
Meine persönliche Bilanz (N= ca 15):
Keine einzige der Bescheinigungen hielt einer ernsthaften ärztlichen Überprüfung stand.

Es werden immer wieder psychische Erkrankungen als Grund für ein Maskenattest genannt aber darauf bezog sich noch kein einziger der vorgelegten Zettel.
In den Attesten die ich gesehen habe, werden wenn überhaupt meist fadenscheinige und nicht-spezifizierte “Atembeschwerden” genannt.

In knapp 50% der Fälle konnten mir weder Patient noch Attest darüber Auskunft geben WARUM denn das Tragen einer Maske nicht möglich sein sollte.
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10 Nov
Wichtiger Thread von @florianaigner!

Das COVID-Vakzine wird eine neue Impfstoffgeneration sein und spätestens nach der Zulassung werden wilde Theorien von der genetischen Umprogrammierung der Bevölkerung kursieren.
Dies ist Blödsinn!

Trotzdem ein paar Anmerkungen meinerseits:
1. Dieser Impfstoff ist neu und hat gerade deswegen die ganz normalen regulativen Zulassungsvoraussetzungen zu durchlaufen. Hier dürfen keine Abkürzungen möglich sein, sonst würde das Vertrauen nachhaltig beschädigt und Impfgegner hätten Munition um großen Schaden anzurichten.
2. Dieser Impfstoff ist nicht für jedermann. Zunächst wird es Kapazitätsengpässe geben und eine Priorisierung erfolgen. Ich kann mir zudem kaum Vorstellen, dass eine uneingeschränkte Zulassung erfolgen wird, dh bestimmte Gruppen (zB Kinder) könnten(!) generell ausgeschlossen sein
Read 8 tweets
8 Nov
Ich glaube der „Kollege“ ist da was ganz heißem auf der Spur 🤓
1. Ich bin ein „Masken- und Maßnahmenfetischist“ weil ich ein großes Interesse daran habe, dass sich möglichst wenige Menschen mit dieser grässlichen Krankheit anstecken und Masken eine effiziente, günstige und einfache Maßnahme sind um dieser Pandemie Herr zu werden.
2. Gerade in der Intensivmedizin haben wir jeden Winter mit vollen Stationen zu kämpfen und das ganz ohne COVID19. Aktuell ist der zusätzliche Zustrom an neuen Patienten besorgniserregend und ungebrochen.

Wohin das führen kann sieht man aktuell schon in den Nachbarländern.
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