„Nach Jahr Covid-Pandemie, sollte man es schon drauf haben, 2-3beatmete Covidpat alleine zu betreuen - ist ja nichts anderes als andere beatmete Pat“ - sagte unsere BL zur Pk, die im September 20 ihr Examen gemacht hat und sich darüber beschwerte, mit einem OP-Pfleger zusammen,
drei beatmete Covidpat und zwei am Highflow allein betreuen zu müssen. Es läuft einfach so falsch aktuell in dem Klinikum oder überhaupt in der Pflege. Ich nenne das ja gefährliche Pflege, die Pks nehmen es mit nach Hause, haben Druck und negativen Stress und die Leitungen
wundern sich, warum junge, eigentlich motivierte, Pks das Handtuch werfen und vermutlich nie wieder eine ITS als Pk betreten wollen. #Pflege #Pflegenotstand #pflegteuchdochselbst
Achso, falls es nicht klar ist: Sie muss nach 4Monaten nicht mit drei beatmeten Patienten klar kommen und schon gar nicht mit Covids, die unberechenbar sind - so werden Fehler und Komplikationen provoziert. Ich selbst rudere bei drei beatmeten Patienten rum und bin danach völlig
ausgelaugt und fertig und gehetzt und muss mich echt anstrengen nichts mit heim zu nehmen.

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2 Mar
Hier my two cents zur Öffnungsdebatte: Ihr dürft gern ab dem 08.03. wieder alles öffnen, die Leute in Restaurants lassen, ins Büro, Schulen, shoppen etc. Das heißt aber im Umkehrschluss für mich, dass ihr genug Kohle habt um diese Wirtschaftszweige dann im dritten harten
Lockdown wieder zu retten. Beugt euch also gern den Lobbyverbänden. Sollte es aber tatsächlich zu einem weiteren Lockdown kommen, welcher einen weiteren "Stresstest" des Gesundheitssystems nach sich zieht, dann seid auch bereit die Konsequenzen dafür zu tragen. Wenn ihr aufgrund
von Lobbyismus und Druck von außen, bar jeder Vernunft öffnet, obwohl wir nicht mal eine ordentliche Impfkampagne a la Israel hinbekommen, dann möchte ich als leidtragender - und das bin ich, weil ich euch dann in 12h-Schichten auf ITS wieder aus der Scheiße holen darf, dass,
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1 Feb
Da ich öfter höre, dass ich froh sein solle doch auf Arbeit zu können und nicht daheim rumhocken zu müssen, Folgendes: Ich arbeite derzeit in 12h-Schichten, bedeutet das ich mit Arbeitsweg etc 13,5h unterwegs bin. Dazu arbeitet meine wundervolle @nordseemadchen ebenfalls in der
Pflege und je nach Schicht sehen wir uns entweder garnicht, oder nur 2-3h am Tag. Und das gefühlt über Wochen. Zusätzlich arbeite ich meist Nachtschichten derzeit, einfach weil da der größte Mangel an Personal herrscht und man nicht einfach mal so den Rhythmus ändern kann, wenn
man 5Tage Nachtdienste hat und danach „nur“ 4Tage frei. Bedeutet also bspw für Januar, dass ich 17Nächte nicht daheim war, ich meine Freundin 17Tage nur 2-3h (wenn überhaupt) gesehen habe und in den freien Tagen auch ziemlich platt war um iwas Tolles/Schönes zu machen.
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31 Jan
Hab gestern mit meiner Mum telefoniert und sie hat mich getadelt, dass ich in letzter Zeit so zynisch sei, wenns um KH-Themen geht. Hab das mal reflektiert und sie hat recht. Aber anders halte ich die Situation nicht aus. Über 50% von den intubierten Covids seit Ende November,
die ich mit gepflegt/betreut habe, sind gestorben. Manche nach 4-6Wochen. Am Ende Quälerei, wenn dann doch die pneumog. Sepsis dazu kommt, oder Lunge so fibrotisch verändert ist, das kein Gasaustausch stattfinden kann, oder wenn nach der 8. Bauchlage das Gesicht zerquollen
ist und im Gesicht offene Stellen sind (eine pat hatte einen Zungendeku - leider). Das Schlimme ist, ich kann mich nur noch an sie Fälle erinnern, nicht an die Namen oder das Gesicht. Von denen die auf Station oder im die Reha sind hingegen schon. Und Zynismus ist einfach
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26 Jan
Mein Dienst hat 18:30 begonnen, 19Uhr war ich im ersten Covidzimmer und habe bis jetzt gebraucht um meine 3Patienten ordentlich zu versorgen. Bin jetzt, 00:30 das erste Mal länger als 5min aus dem Isozimmer draußen und kann kurz was trinken und sitzen. Vieles von dem, was ich
machen musste, wäre vermeidbar gewesen/schneller gegangen, wenn die Kollegen auf Intensiv ordentlich angelernt worden wären. So musste ich bei jedem Patienten den Tubus ordentlich positionieren/fixieren, Pat. korrekt positionieren, Perfusoren umspannen und entwirren
mit der Anästhesie Sedierung und Beatmung umstellen (ich sag nur AF 35-40) und vor allem mal wieder die ZVKs kontrollieren, weil die Kollegen hier ab und zu an den Katecholaminschenkel so Sachen wie parenterale Ernährung (ja leider wirklich!) laufen lassen. Das blöde ist, ich
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11 Jan
So. Fünf 12h-Nächte sind rum. Was bleibt? Ich bin körperlich, psychisch, emotional ausgelaugt. Ich hätte nie gedacht, dass solche Zustände/Umstände möglich sind in Deutschland. Wir müssen mit Personalengpässen känpfen, mit Materialknappheit ohne Ende (Perfusorspritzen,
Medikamente, mehrlumige ZVKs, PSA,..), wir sind gezwungen 12h-Schichten zu schieben um die Patientenversorgung zu gewährleisten, wir sind der einzige Rückhalt für Sterbende (meistens), wir arbeiten unter widrigsten Bedingungen aktuell. Seit Ende November sind
zwei Covid-Peripheriestationen dauervoll. Eine dritte schwankt zwischen 50-90%. Wir haben aktuell 8Patienten auf ITS, davon sind 7beatmet mit FiO2 auf Minimum 65%, ein Pat. final extubiert, 3x DNR. Wir müssten eigentlich am Tag 2-4Pat von der Peripherie aufnehmen, können diese
Read 11 tweets
4 Jan
Mein jetziges Haus, bei dem ich über die Zeitarbeit bin, macht es seinem Personal übrigens leicht zu kündigen. 12h-Schichten eingeführt, mehr Betten auf ITS fahren als vereinbart - dadurch noch mehr Belastung für Pks und dann haben sie versucht die Schichtzulage zu streichen.
Mit der Begründung, man arbeite ja nur noch im Tag- oder Nachtdienst und hätte ja nach 4Diensten viel frei. Ist genau mein Humor - Bilanz: von den 3Pks die im Oktober angefangen haben, haben zwei schon wieder gekündigt und beim Rest ist die Laune auch eher bei -9000.
Ich meine ok, es gab als Dankeschön für 12h-Dienste Pfefferkuchen mit KH-Logo, muss ja auch mal reichen, neben der Brotdose als Weihnachtsgeschenk! Ich bin aktuell echt froh, per Zeitarbeit zu arbeiten, weil sowas würde ich als Festangestellter nicht aushalten. #Pflege #Pflexit
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