Am heutigen Ostersonntag sollten wir alle einmal in uns gehen und feststellen: So unterschiedlich sind wir alle gar nicht.
Denn am Ende wünschen sich alle Deutschen das Gleiche: Ein Ende dieser Pandemie und eine Rückkehr in den Januar 2020, als Corona noch ein Virus in China war.
Dass es unterschiedliche Ansätze gibt, das zu erreichen, ist klar. Es gibt #NoCovid, #ZeroCovid, es gibt die #Querdenker mit #AllesOEffnen und natürlich gibt es noch die Apokalyptiker, welche der Meinung sind, dass das Jüngste Gericht gekommen ist.
Und wie so oft liegt die Wahrheit dazwischen und macht sich einen Kaffee. Was alle Seiten eint, das ist das Kopfschütteln über die Handlungen der Politik: Wichtige Entscheidungen wurden verdummbeutelt und es zeigt sich, dass Korruption, die einem 3. Welt Land würdig ist, herrscht
Die Bürger:innen sind angesichts der Nachrichten verwirrt genug und diese Verwirrung schwenkt immer mehr in Wut und Ohnmacht um, gut dargestellt mit dem Hashtag #Mütend. Eine klare Linie, eine Perspektive, ist nicht erkennbar.
Inzwischen ist es auch egal geworden, mit Fakten, Zahlen oder Studien zu argumentieren: Gefühle haben die dominante Rolle eingenommen. Denn: Die Wissenschaft ist sich entgegen der medialen Meinung eben nicht einig. Inzwischen haben wir tausende von konträren Studien.
Man sieht es inzwischen immer häufiger, besonders hier auf Twitter: Jedes Argument kann mit einem anderen gekontert werden. Auf Zahlen folgen Gegenzahlen, auf Studien Gegenstudien. Modellierungen berechnen nackte Zahlen, menschliche Interaktionen werden ausgeblendet.
Bewegungsprofile, Inzidenzwerte, Klinikbelegungen: Besonders letztere sind ein heiss diskutiertes Thema, da auch hier der Faktor Mensch mitspielt. Die Divi Zahlen sind dabei ähnlich wie der Inzidenzwert: Die Menschen dahinter werden ausgeblendet. Ob in Pflege oder daheim.
Wir sind dabei zum Spielball von Politik und Medien verkommen: Jede Botschaft, jede Vermutung wird entweder für bare Münze genommen und bis aufs Blut verteidigt - oder bis aufs Letzte widerlegt und ausdiskutiert. Die Spaltung ist so dick, fast mit einem Messer zu schneiden.
Sollte Corona, wie auch immer, jemals vorbei sein, werden wir nicht nur viel zu verzeihen haben: Wir werden das in einer Generation nicht mehr hinbekommen. Zu tief sind die Gräben, zu hoch die Einsätze, mit denen gepokert wird.
Besonders, weil jeder immer einen Beleg für sich finden wird, dass sie oder er recht hatte. Das ist Wissenschaft: Es gibt nicht „Die eine Wahrheit“. Und nur weil jemand ein paar Mal recht hatte, ist seine Meinung keine heilige Kuh. Das gilt natürlich auch umgekehrt.
Es ist Ostern 2021. Wir leben in der schnellsten Nachrichtenwelt aller bisherigen Zeiten. Lauter, klickbarer und emotionaler. Keine Generation vor uns musste das jemals so auf sich einprasseln lassen, in der Menge, in der Geschwindigkeit.
Was wird aus uns werden? Wie wird die Geschichte über uns urteilen? Was erzählen wir unseren Enkeln?
Eine Hoffnung gebe ich Ihnen mit: Die Zeit arbeitet für uns. Egal für wen. Egal, welche Ideen und Ansichten man hat. Irgendwann wird die Sonne wieder scheinen.

Ihr
LW

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5 Apr
Es geht schon lange nicht mehr um Zahlen, Daten oder Fakten. Besonders auf Twitter beherrschen Emotionen das Geschehen, versuchen sich Accounts reihenweise mit Schreckgeschichten zu übertreffen. Vorne mit dabei: Vermeintliche Ärzte, welche vor allem die #NoCovid Agenda betreiben.
Diese „Scharfmacher“ einen mehrere Punkte: Sie sind schon länger auf Twitter und bis dato hauptsächlich mit Witzen, lustigen Anekdoten und linken Themen bekannt geworden. Dadurch sammelten sie in den letzten Jahren genug Follower, um sie für eine PR-Kampagne interessant zu machen
Es ist darum nicht ausgeschlossen, dass hier Geld fließt, beweisen kann man es natürlich nicht. Auffällig ist jedoch die Ähnlichkeit der Beiträge und der Art der Kommunikation, welche wie aus einem Guss wirkt. Die Accounts teilen und liken sich natürlich auch gegenseitig.
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3 Apr
Gute Nachrichten: Diese Studie zu #LongCovid aus 🇬🇧 zeigt, dass Kinder deutlich weniger betroffen sind, als zunächst angenommen. Zudem scheint #LongCovid hauptsächlich Frauen aus Pflegeberufen zu betreffen.
Am häufigsten betroffen sind demnach mittelalte Frauen. ImageImage
Zudem sind die beobachteten Einschränkungen häufig nicht von großem Einfluss auf den Alltag. Image
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