Ich habe mir gestern die Folge 2 dieser Serie angeschaut. Die anderen funktionieren in Österreich leider nicht. Dennoch habe ich genug gesehen, um sie jedem zu empfehlen, der wissen will, womit meine Kollegen (und bald auch ich wieder) konfrontiert sind. #Covid19
Alternativ habe ich heute bereits folgende Doku, ebenfalls in der Charité Berlin, empfohlen.
Und ja, ich stimme @kakape zu. Es ist etwas anderes, Statistiken anzuschauen oder wissenschaftliche Studien zu lesen. Und es ist auch etwas anderes, eine Doku zu schauen oder es selbst zu erleben.
In unserem Job sieht man viel, egal ob auf einer Intensivstation, Notaufnahme, Normalstation, Pflegeheim oder Hauskrankenpflege. Man ist unglaublich nah am Leben und zum Leben gehört auch das Ende, der Tod.
In gewisser Weise härtet man ab. Man muss lernen, damit umzugehen, sonst kann man es nicht dauerhaft machen. Man muss das richtige Maß an Nähe und Distanz finden und Copingstrategien entwickeln.
Ich denke diese Dokumentationen zeigen gut, wie schwer es auch gestandenen Fachpersonen fällt, mit einem solchen Massenanfall von schwersten Verläufen und Todesfällen umzugehen.
Ich war das auch nicht mehr so gewohnt. Im OP baut man keine Beziehung zu den Patienten auf und ein Todesfall ist sehr sehr selten. Man hat nicht mit Angehörigen zu tun. Den Verlauf nach OP bekommt man kaum mit.
Aber die #Covid19-Patienten liegen häufig sehr lange, bevor sie sterben. Man hat Kontakt zu den Angehörigen, diese bringen Fotos von der Familie und Zeichnungen von Kindern, die wir aufhängen für die Patienten.
Ja, ich bin dünnhäutig geworden. Ich habe lange versucht, hier wenig zu blocken, inzwischen zögere ich nicht mehr. Manche Dinge kann ich nicht mehr hören. Demonstrationen von #Coronaleugnern kann ich nicht mehr sehen.
Leugner, Verharmloser, Grippevergleicher, AN- oder MIT-Diskutierer, Impfgegner, Leere-Betten-Statistik-Poster fliegen raus. Ich brauche diese Dummheiten nicht unter meinen Threads. Dafür habe ich keine Nerven mehr. Wer diese Dokus gesehen hat, versteht es vielleicht besser.
Ich bin dankbar dafür, dass es inzwischen solche Dokumentationen gibt. Denn das ist eine Parallelwelt und der Datenschutz verbietet es uns, Bildmaterial zu liefern. Danke deshalb an @carlgierstorfer für diese Doku-Serie.

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6 Apr
Das geht raus an alle, die mir immer #Panikmache vorgeworfen haben!

Und nein, ich freue mich überhaupt nicht darüber, dass ich recht hatte.

#Covid19at #Triage
Hier eine Beschreibung des Prozesses zur Entscheidungsfindung:
Das alles passiert übrigens, während die @agesnews 141 verfügbare Intensivbetten für Wien auf ihrem Dashboard veröffentlicht, was fast alle Medien unreflektiert übernehmen.

covid19-dashboard.ages.at/dashboard_Hosp…
Read 4 tweets
6 Apr
#Vorarlberg er Nachrichten vom 6.4.2021

„Krisengipfel wegen steigender Infektionen“

„Im Bezirk Dornbirn hat sich die Fallzahl binnen zwei Wochen vervierfacht.“

#Covid19at
„„Das Teuflische an der #Pandemie ist, dass wir uns die Entwicklungen der Fallzahlen nicht genau erklären können.“, sagt der Lustenauer Bürgermeister @FischerKurt
„Die Quelle ist in rund jedem zweiten Fall feststellbar.“

„„Meine Analyse ist, dass 80 bis 90 Prozent der Neuinfektionen im privaten Bereich auftauchen“, hält Kaufmann fest.“ (Bürgermeisterin Dornbirn)
Read 7 tweets
5 Apr
Die @agesnews hält sich nicht an das Versprechen und sagt wiederholt, ich solle mich an das @bmsgpk wenden. Ich schreibe jetzt seit Wochen über diese verfluchten nicht vorhandenen freien Betten. #Covid19at cc @rudi_anschober
@docjosiahboone hat mit seinem Thread aufgerüttelt, als offiziell immer noch hunderte Betten frei waren.
Read 17 tweets
4 Apr
Ich habe heute einmal anhand von konkreten Zahlen in #Vorarlberg darauf aufmerksam gemacht, dass die Impfbereitschaft wohl (noch) zu gering ist. In Vorarlberg kann sich im Gegensatz zu anderen BL bereits jeder anmelden. #Covid19at #Impfung
Jetzt habe ich darauf unerwartet viele Kommentar bekommen. Der allgemeine Tenor: Das wird schon, weil:

👉 Es haben sich noch nicht alle angemeldet, weil sie denken, sie kommen eh noch nicht dran oder sie lassen anderen den Vortritt, die sich schlechter schützen können.
👉 Es werden sich noch mehr impfen lassen, sobald die Impfung mehr Freiheiten mit sich bringt - Stichwort „Grüner Pass“

👉 Zur Herdenimmunität muss man die (extrem vielen) Genesenen dazurechnen.
Read 18 tweets
3 Apr
Ich habe mich ja schon immer für #NoCovid eingesetzt und es wäre gut gewesen, das zu machen. NoCovid forderte eine Inzidenz von <10. Das wäre damals gar nicht so schwer erreichbar gewesen. #Covid19 #Covid19at
Damals war der Anteil von #B117 noch sehr klein. Man hätte den Wildtyp runterbringen müssen und #B117 klein halten. Jetzt ist das schwieriger geworden, weil #B117 dominant ist. Ich bin überzeugt, es wäre immer noch möglich und gut.
Allerdings zweifeln viele daran und auch ich habe Zweifel, ob es gelingen würde, die Bevölkerung für einen so langen und konsequenten Lockdown zu überzeugen.
Wovon reden wir? Österreich hat aktuell eine Inzidenz von 240.
Read 15 tweets
3 Apr
Ich bin heute ein bisschen stolz auf die Mehrheit der Bevölkerung. Wir haben es inzwischen mit einem Virus zu tun, dass sich ohne Immunität und Maßnahmen in einer Woche fast verzehnfachen würde und aktuell bleibt es konstant.

#Covid19at
Ich gebe daher #Wenisch nicht recht. Es liegt nicht alleine an der Bevölkerung. Die Mehrheit der Bevölkerung ist solidarisch und trägt die Maßnahmen mit. Aber in einem monatelangen Lockdown treten Ermüdungserscheinungen auf. Das spüre auch ich. oe1.orf.at/player/2021033…
Es fehlt die Perspektive. Es fehlt ein Plan. Es fehlt eine Strategie. Es fehlt eine ehrliche Kommunikation. Warum sollen die Leute bei einem konsequenten Lockdown mitmachen, wenn man immer so tut, als wäre es in wenigen Wochen eh vorbei.
Read 9 tweets

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