Heinrich von Kleist schrieb an seine Verlobte Wilhelmine von Zenge am 10. Oktober 1801:
"Unter den persischen Magiern gab es ein religiöses Gesetz: ein Mensch könne nichts der Gottheit wohlgefälligeres tun,
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als dieses, ein Feld zu bebauen, einen Baum zu pflanzen, und ein Kind zu zeugen. — Das nenne ich Weisheit, und keine Wahrheit hat noch so tief in meine Seele gegriffen, als diese."
Kleist hatte diese Weisheit in Montesquieus Briefroman 'Persische Briefe" (1721) gelesen:
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"Daß die alten Könige von Persien so viele Untertanen hatten, verdankten sie nur jener Glaubenslehre der Religion der Magier, die Gott wohlgefälligsten Handlungen der Menschen seien: ein Kind zu zeugen, einen Acker zu bestellen und einen Baum zu pflanzen."
Montesquieu
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Wozu nützt ein Philosophiestudium, wenn man nach dem Studium so ahnungslos "gefährliche Phrasen" verwendet wie philosophisch Ungebildete, fragte sich Ludwig Wittgenstein einmal. - Thread.
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Ludwig Wittgenstein spazierte 1939 in Cambridge mit seinem Schüler und Freund Norman Malcolm bei ein Zeitungsplakat vorbei, auf dem groß zu lesen war, die britische Regierung plane heimlich die Ermordung Adolf Hitlers.
Norman Malcolm sagte dazu, er glaube das nicht,
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denn so eine Tat sei mit dem "britischen Nationalcharakter unvereinbar".
Auf diese - wie Norman Malcolm später selbst zugab - dumme Bemerkung wollte Ludwig Wittgenstein seinem Schüler die Freundschaft kündigen.
1/7 Der Berliner Rundfunk war in der Weimarer Republik bei den Nazis so verhasst wie heute der Öffentliche Rundfunk bei der AfD & bei Rechtsextremen. - Thread.
2. Kaum waren die Nazis an der Macht, wurden Alfred Braun und andere Leiter der Berliner "Funk-Stunde" mit falschen Beschuldigungen ins KZ Oranienburg eingeliefert.
3. Ihr ehemaliger Vorgesetzter Hans Bredow schrieb daraufhin an Goering ein Telegramm:
Hans von Bredow an H. Göring, Berlin, 7. August 1933
"Mehrere um den Aufbau des Deutschen Rundfunks verdiente Personen sind soeben von SS-Leuten festgenommen.
Im Sommer 1911 starben in Venedig ungefähr 250 Personen durch eine Choleraepidemie, die im Mai 1911 ausbrach. Die Behörden Venedigs vertuschten wochenlang (wg. Tourismusgeschäft) den Ausbruch der Epidemie.
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Die erste Person mit der (am 28. Mai 1911) offiziell bestätigten Todesursache Cholera war der österreichische Postbeamte Anton Franzky aus Waltendorf bei Graz.
Thomas Mann schrieb dazu in seiner Novelle "Der Tod in Venedig":
«Ein Mann aus der österreichischen Provinz,
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der sich zu seinem Vergnügen einige Tage in Venedig aufgehalten, starb, in sein Heimatstädtchen zurückgekehrt, unter unzweideutigen Anzeichen, und so kam es, dass die ersten Gerüchte von der Heimsuchung der Lagunenstadt in deutsche Tagesblätter gelangten.»
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