Täglich lese & höre ich Beschwerden darüber, dass Artikel hinter Paywalls “versteckt” sind.

Weil oft die gleichen Argumente auftauchen: ein Thread. 🪡

(Disclaimer: Ich mache das mit den Paywalls beruflich.)

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💻 Ganz grundsätzlich: Man zahlt nicht nur für die Worte eines Reporters oder einer Autorin. Man zahlt auch für Hosting- und IT-Kosten, Updates, Onlinetools, Push-Services, App-Entwicklung, Strom in der Redaktion uvm.

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🖇 An einem Inhalt im Netz sind viele Menschen beteiligt: z.B. Reporter, Onliner, Grafikerinnen, Deskchefinnen, UX-Designer, Social-Media-Expertinnen, Data-Analystinnen etc. Sie alle müssen Miete zahlen, einkaufen und ähnliche (leider mit Kosten verbundene) Dinge tun.

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🏦 Verlage erhalten kein Geld aus öffentlichen Töpfen, kein Steuergeld. Das sind Privatunternehmen, die sich finanzieren müssen - über Abos und/oder Werbung. Die Öffentlich-Rechtlichen bieten Inhalte ohne Paywall an, weil wir alle dafür bereits bezahlt haben.

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📲 Inhalte sind online nicht weniger wert als auf Papier. Im Gegenteil, oft sind Zusatzinhalte, Grafiken, Links oder weitere Fotos enthalten und schneller und aktueller ist es meistens auch. Warum sollen Verlage das verschenken?

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👛 Der Wunsch, Artikel einzeln zu zahlen, ist absolut nachvollziehbar und in den Verlagen bekannt. Die Verwaltung und Abrechnung eines einzelnen Artikels kostet aber viel mehr, als dieser Artikel einbringt. Könnten Verlage damit Geld verdienen, glaubt mir: Sie täten es.

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🥨☕️ Argument: „10€ sind zu teuer“.

Für 33 Cent/Tag kriegt Ihr nicht mal ein Brötchen. Wer jeden Tag einen Kaffee und eine Butterbrezel - Franzbrötchen, Kale-Smoothie, Käsesemmel, you name it - kauft, hat nach drei Tagen locker den Gegenwert eines Monatsabos ausgegeben.

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🤌Argument: „Was wichtig ist, muss für jeden lesbar sein“.

Was lebenswichtig ist, stellt jeder seriöse Verlag kostenfrei zur Verfügung. Was exklusiv, spannend, gut recherchiert, relevant, unterhaltsam ist, hat Mühe, Zeit und Wissen erfordert und muss bezahlt werden.

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👠 Argument: „Dann macht es doch mit Werbung“.

Machen manche. Andere nicht. Das sind verschiedene Business-Modelle. So wie es schon jahrzehntelang Tageszeitungen (kostenpflichtig) und Anzeigenblätter (kostenlos) gab. Ihr entscheidet, was und wo Ihr lest.

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😠 Argument: „Ihr dürft keine Artikel auf Facebook/Insta/Twitter posten, die hinter der Paywall stehen!“

Doch. Die Klamotten im Schaufenster kosten auch Geld, wenn man sie haben will.

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⏱ Eine Flatrate zahlen und dafür eine bestimmte Zahl Artikel aus allen Medien lesen? Fänd ich auch toll. Aber Verlage sind Unternehmen (und oft Konkurrenten) mit unterschiedlichen Abos, Angeboten und Kunden. Beziehungsstatus: Kompliziert. Das dauert noch.

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🛑 Wenn Ihr die Zeitungen, deren Artikel Ihr schätzt, nicht dafür bezahlt, gibt es sie irgendwann nicht mehr. Vorher werden die Inhalte schlechter, weil Stellen abgebaut werden. Sparen hat noch nie mehr Qualität gebracht.

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⚖️ Ihr wollt nicht vier Online-Angebote gleichzeitig abonnieren? Verstehe ich. Dann testet und sucht dann aus: plant zB für vier Monate, tauscht durch und guckt, wo Ihr am meisten lest. Dann ein oder zwei Abos behalten.

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🤝 Ihr findet Paywalls immer noch doof? Auch okay. Aber bitte überlegt, ob Ihr all denen, die diese Arbeit machen, immer wieder sagen wollt, dass Euch diese nichts wert ist. Wir verlangen von Euch auch nicht, ohne Gehalt zu arbeiten.

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🙏🏼 Danke allen, die bis hierher gelesen haben. Wenn Euch das nächste Mal eine Geschichte hinter einer Paywall wirklich interessiert, dann probiert es einfach mal aus mit dem Abo. Kann gut werden.

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