Ok, ich glaube das ist möglicherweise das erste und einzige Mal, dass ich hier was zu Erziehung sage. Liebe Eltern, bitte bringt euren Kindern den Wert von verlässlichen Absprachen bei. Ein Thread aus dem Leben des Minimensch.
Der Minimensch hat eine beste Freundin, die er seit dem ersten Tag im Kindergarten kennt. Sie ist ein Schuljahr weiter, auf einer anderen Schule und jetzt mit 9&8 kommen auch gelegentlich schon divergierende Interessen auf. Die Pandemie tut ein Übriges. Sie haben sich seit >
> zwei Jahren nur eine Handvoll mal persönlich gesehen. Trotzdem halten sie guten Kontakt über FaceTime. Unter anderem weil sie gemeinsam online Minecraft spielen. Was in diesem Fall etwa ist wie gemeinsam Lego bauen, sie bauen jedes Wochenende etwas weiter an ihrer Welt. >
> Als Eltern mit starkem Internet-Hintergrund haben wir diese Onlinedates immer genauso behandelt wie echte Treffen. Also auch über andere Sachen Priorisiert, die Länge nicht stark begrenzt wie sonst bei Medienkonsum etc. >
> nicht so die Familie der besten Freundin. Offenbar wird das Onlinespielen hier als letztrangig behandelt. So kam es in letzter Zeit häufig vor, dass der Minimensch ganze Wochenenden und die halben Ferien das iPad bewachte und die Freundin rief nicht an. Gründe:>
Spontan mit den Eltern einkaufen gehen (Pandemie? Why?), mit Mama einen Film gucken, Zimmer aufräumen, in der Woche irgendwas nicht gemacht, deshalb am Wochenende Minecraft-Verbot,… >
> nichts davon war vorher kommuniziert und dem Minimensch transparent. Immer erst im Nachhinein kam „Konnte nicht weil…“ DAS IST TOTAL TOXISCH! Macht sowas nicht und bringt es euren Kindern besser bei! Das Kind war jedes Mal völlig neben sich, wütend und traurig. >
> Wir haben ja derzeit, so seit 23 Monaten, nicht viel vor. Aber heute wollen wir nachmittags einen Besuch machen. Also hab ich dem Minimensch schon Mittwoch gesagt: Schreib ihr bitte, du kannst am Samstag nur vormittags. Am Nachmittag sind wir weg. Ihr müsst euch fest verabreden
> Das hat der Minimensch getan, daraufhin hat die Freundin ihre Mutter gebeten, ihr fest zuzusagen dass sie morgens kann und darf. Sie hat ihre Mutter sogar gebeten, es ihr schriftlich zu geben und dem Minimensch ein Beweisfotos geschickt (🥰). >
> Ergebnis: Entspanntes Kind, wartet geduldig auf Anruf gegen 11, spielt eine Stunde, geht sich entspannt umziehen und ruft jetzt nochmal durch zum quatschen bis wir fahren müssen.
Nachtrag: Auch „Ich kann es heute nicht abschätzen, wann wir Zeit haben, aber ich melde mich nachmittags auf jeden Fall mal kurz und sag Bescheid“ wäre schon viel besser als einfach nichts abzusprechen
Nachtrag 2: Natürlich sollt ihr euren Kindern auch beibringen, dass alle Menschen wertvoll und niemand aufgrund von Biologie oder Geburtsort besser ist, man lieben darf wen und wieviele man will, wie man ordentlich in die Armbeuge hustet und einen Rachenabstrich macht.

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12 Nov 21
Ich habe jetzt das Drosten-Interview gelesen, mit einigen Leuten denkend herumgeredet und ausführliche Beobachtungen in Büro, Kita und Schule gemacht. Und ich denke es ist etwa so: Die Gesellschaft ist bereit gewesen, sich massiv einzuschränken um das Virus loszuwerden. >
> dazu war aber die Politik final nicht bereit. Dazu hätte man nach dem ersten Lockdown Regeln verankern und lokale Inzidenz sehr genau beobachten müssen. Dann wurde klar, es würde Impfstoffe geben und es wurde transportiert: mit der Impfung wird alles gut, nur noch bis dann.>
> Aber auch eine konzertierte impfbasierte Strategie misslang der Politik. Spanien, Portugal und andere zeigen, dass man über Impfungen eine gute Basis für die endemische Phase hätte schaffen können. Aber da ist viel schief gelaufen. Zuerst war niemand sicher wann er*sie dran >
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3 Oct 21
#geheimtipp: Kennt ihr das, dass man in wirklich guten Falafel Läden zusätzlich zu den üblichen Soßen auch noch eine scharfe Mango-Sauce drauf bekommt?
Die Soße heißt Amba und genau jetzt ist die Zeit, sie einzukochen um sie auch zuhause zur Hand zu haben! #einkochen #rezept
Normalerweise wird Amba frisch gemacht, wie zB hier: bistrobadia.de/amba-levantini…

Das Problem ist aber, dass man hier nur sehr selten auch nur ansatzweise reife Mangos kriegt. Und ohne schmeckt es halt nicht. Aber: im Herbst und frühen Winter gibts hier Mango aus Spanien. Also >
> von den Kanaren aber definitiv reifer geerntet und weniger weit gereist als sonst aus Südafrika oder Südamerika.

Und um nun also das ganze Jahr Amba zu haben, koche ich die ein. Image
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7 Jul 21
Ok, @Tagesspiegel Ich möchte das jetzt mal kurz einordnen. Ich hoffe, ihr lest das und korrigiert diesen tendenziösen und skandalisierenden Artikel. Hier ein kurzer Thread zu Promotion und Begabtenförderung in Deutschland.
Ungefähr 15% der Promovierenden an deutschen Hochschulen finanzieren sich während ihrer Promotion ganz oder teilweise durch ein Stipendium. Diese werden vergeben durch die großen Förderwerke, also die Parteinahen Stiftungen, weitere kleinere größtenteils fachliche Stiftungen,
die Universitäten selbst, reiche Familien, Unternehmen und und und. Der Großteil der Stipendien honoriert dabei neben Spitzenleistungen im Studium und einem gesellschaftlich relevanten Thema auch ein irgendwie geartetes politisches, gesellschaftliches oder sonstiges Engagement
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21 Jun 21
@BachmannRudi @D_Langenmayr @PHuenermund @julianetzel @PhilJaeker @DORAssessment @hug_sven Ich möchte ein paar Bemerkungen aus hochschulstrategischer Sicht einwerfen:
1. Ja, LS-Struktur ist ein wesentliches Hindernis. Bei der Reform des WissZeitVG wurde, so weit ich informiert bin, ein Modell mit regelmäßiger professionalisierter Lehre ernsthaft erwogen. Der finale ..
@BachmannRudi @D_Langenmayr @PHuenermund @julianetzel @PhilJaeker @DORAssessment @hug_sven … Vorbehalt in den Expertengruppen war wörtlich „aber es kann ja nicht nur Häuptlinge geben“(!) weil eben in D gilt: eigenständige Lehre =Lehrstuhl = Untergebene = Macht . Wie ordnet man in diesem Gefüge jmd ein, der eigenständig (und viel) lehrt? >
@BachmannRudi @D_Langenmayr @PHuenermund @julianetzel @PhilJaeker @DORAssessment @hug_sven > die vergangene Erfahrung mit bspw Lehrprofessuren (B-Besoldung) an den Gesamthochschulen in NRW zeigte auch genau das. Man sprach da hinter vorgehaltener Hand von „B-Hörnchen“… nicht direkt ein Erfolg. Auch die wenigen AR, die direkt an Fakultäten angestellt sind, haben idR >
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5 Jan 21
Ich bin keine Bildungsforscherin, aber ich kenne mich ein bisschen mit allgemeinen Gleichgewichten und der Wahl des korrekten Referenzszenarios aus. Und diese Berechnungen zum Verlust von Lebenseinkommen durch weniger Schulmonate, die scheinen mir ein ziemlich ausgewachsenes
Problem mit dem Referenzszenario zu haben. Was wir berechnen können, basierend auf den Daten, die wir haben: jemand der irgendwann in der Vergangenheit weniger zur Schule gegangen ist, als jemand anderes, der verdient *im Durchschnitt* wahrscheinlich in seinem Leben weniger.
Das ist ja auch einleuchtend, denn mehr Monate in der Schule bedeuten*meistens* einen höheren Schulabschluss, was im allgemeinen den Zugang zu besser bezahlten Jobs eröffnet *im Durchschnitt*. ABER:
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17 Jun 20
Ok, es muss raus. Warum privat organisierte Spendenaktionen eher selten eine gute und unterstützenswerte Idee sind. Erkenntnisse aus angewandter Entwicklungszusammenarbeit und Twitter. Ein Thread.
Nehmen wir an, jemand möchte wirklich gern anderen helfen. Der*diejenige hat eine Gruppe oder eine*n einzelne*n ausgemacht, die aus seiner Sicht (!) Hilfe benötigt. So weit so nett. Da können wir schon direkt sagen: Obacht! Woher wissen wir das denn genau?
Aber unterstellen wir mal, die potenziell mit Hilfe zu versorgenden haben das selbst signalisiert. Fein. Jemand braucht Hilfe, jemand will helfen. Da klingt es wie ein super Plan, einfach schnell mal Geld zu sammeln, z.B. In der Kirchengemeinde, dem Gartenverein oder Twitter und
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