Am 22.12.2021 wurde ein Plakat von den „Spaziergängern“ vor dem Kaltenkirchener Rathaus abgelegt, auf dem sich Ungeimpfte mit der Verfolgung der Juden im Holocaust gleichsetzen wollten.
Ein Thread dazu 🧵
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Die Relativierung der Verfolgung und des Leids von NS-Opfern durch die Instrumentalisierung und den Missbrauch von Impfgegnern und Verschwörungsideologen ist verstörend und zutiefst abstoßend,
damit wurde für uns und viele andere klar eine rote Linie überschritten.
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Wer solche Vergleiche vorträgt u. sich anmaßt,sich mit verfolgten Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus gleichzusetzen, instrumentalisiert und verhöhnt damit diejenigen, die Opfer der Verbrechen im Nationalsozialismus wurden.
Impfverweigerer,die ihre Situation jederzeit
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durch eine Impfung ändern könnten und auch nur vorübergehend durch die Schutzmaßnahmen eingeschränkt sind, setzen sich mit Menschen gleich, die aufgrund ihrer Herkunft und ihres Glaubens mit dem gelben Stern markiert,
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in Viehwaggons in Arbeits- und Vernichtungslager deportiert und vergast wurden.
Das Tragen von Masken, die Kontaktbeschränkungen oder die anderen Maßnahmen in der Pandemie-Bekämpfung gleichzusetzen mit der Verfolgung und Ermordung der Jüdinnen und Juden durch die
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nationalsozialistischen Deutschen ist nicht nur komplett irrsinnig,sondern auch bösartig, im Sinne einer Ideologie.
Solche NS-Vergleiche erfüllen eine Doppelfunktion, in deren Zentrum eine antisemitische Täter-Opfer-Umkehr steht. Mit Blick auf die NS-Vergangenheit handelt
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es sich um eine geschichtsrevisionistische Relativierung der Shoah, bei der die antisemitische Vernichtungspolitik auf infame Weise instrumentalisiert wird. Mit Blick auf die Gegenwart phantasieren sich die Verschwörungsgläubigen in eine Opferrolle,
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die die demokratische Politik dämonisieren und delegitimieren soll.
Derartige NS-Gleichsetzungen sind nicht nur geschmacklos, sondern sie verharmlosen den Nationalsozialismus und spielen dem Geschichtsrevisionismus und antisemitischer Hetze in die Hände.
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Sie sind ein Angriff auf unsere kritische und reflexive Erinnerungskultur und müssen in aller Entschiedenheit von der demokratischen Zivilgesellschaft. zurückgewiesen werden.
Wir appellieren darum auch an diesem Tag an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger,
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jeder Minderheiten- und Ausländerfeindlichkeit, jeder Relativierung der Shoa eine Absage zu erteilen. Wir wissen, wohin Rassenwahn und Überlegenheitsgefühle führen können. Wir schulden den Opfern des Holocaust unser Gedenken, unser Erinnern.
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Der Völkermord ist Teil unserer Geschichte geworden. Wir wollen auch heute und in Zukunft aus dieser Geschichte lernen.