Liebe Frau Schwarzer,
lieber Herr Eidinger und andere,
ich heiße Mehmed und bin im wunderschönen Bosnien und Herzegowina geboren. Als Kind erlebte ich dort anderthalb Jahre einen Krieg, welcher mir meine Kindheit nahm und in meine Blutlaufbahn überging. 🧵 #offenerbrief
Die internationale Gemeinschaft, verhängte in den 90ern ein Waffenembargo über die Republik Bosnien-Herzegowina, was zur Folge hatte das dem Land ein Recht auf Selbstverteidigung aberkannt wurde. Wir wurden vertrieben, in Konzentrationslager gesteckt, erniedrigt und getötet.
Dies hatte unter anderem, den serbischen, aber auch kroatischen Streitkräften, eine erdrückende militärische Überlegenheit verschafft, was letztendlich zu ethnischen Säuberungen und Völkermord führte.
Diese Fragen sind nun vielleicht „plakativ“ an Sie gestellt, aber: ist das wirklich das, was Sie sich für die Menschen in Ukraine wünschen?Denken Sie, dass Putins Mörder, nicht dasselbe vollziehen könnten, wenn sie „freie Hand“ hätten? So wie beispielsweise in Butscha!?
Denken Sie nicht vielleicht, dass Putin-Russland, zu ernsthaften (!) Verhandlungen gezwungen werden kann, wenn sie massiv unter Druck gesetzt werden? Glauben Sie, dass Putin in Ukraine aufhören wird, wenn wir ihm das Gefühl geben, dass er nie ernsthafte Gegenwehr erfahren wird?
Es tut mir leid es sagen zu müssen, aber dieser offene Brief ist naiv, verstörend und aus einer sehr privilegierten Position geschrieben. Ist Ihnen allen, dass nicht einmal ansatzweise bewusst? Schade, wenn nicht.
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