Warum dieser Satz niemals wirklich wahr ist, zeigt sich gerade in Afghanistan.
Uns liegen Dokumente und E-Mails von ehemaligen Mitarbeitenden der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (#GIZ) vor. Sie belegen, dass…
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...die Mitarbeitenden eines Polizei-Bildungsprojekts der GIZ vor Arbeitsantritt umfangreiche Sicherheitsüberprüfungen durchlaufen mussten.
Dabei wurden auch ihre #biometrischen Daten wie Fingerabdrücke und Iris-Scans erfasst. Die Betroffenen befürchten nun, dass sich ihre Daten
...in den Händen der Taliban befinden. Wenn sie neue Reisepässe beantragen, könnte ihnen das zum Verhängnis werden. Denn dann würden ihre biometrischen Daten erneut erfasst und könnten sie verraten.
"Wie Lämmer auf der Schlachtbank", sagt @Lenya_U_ von @SEENOTRETTUNG
Die @giz_gmbh - ein Unternehmen des Bundes - gibt auf unsere Anfrage an, die Sicherheitsüberprüfungen, bei denen die Daten erhoben wurden, seien von afghanischen Behörden durchgeführt worden. Die GIZ sei daran nicht beteiligt gewesen.
Clara Bünger @C_AB_ , Sprecherin für Fluchtpolitik der @Linksfraktion im Bundestag sprach von einer „billigen Ausrede“. Die #GIZ habe sich keine Gedanken gemacht, wie die Sicherheit der afghanischen Mitarbeiter geschützt werden könne.
Sie fordert, gefährdete Menschen schnell zu evakuieren.
Das Beispiel Afghanistan zeigt: Biometrische Daten sind gefährlich. In Kombination mit anderen Informationen wie Beruf, Religion, sexuelle Orientierung oder politischen Meinungen können diese Daten Jahre oder Jahrzehnte...
...nach ihrer Erhebung zur Bedrohung werden - Fingerabdrücke und Iris-Muster identifizieren Individuen ein Leben lang.
Dieses "Zukunfts-Risiko" ist oft nicht leicht zu durchschauen.
Auch unsere Kontakte sagen, sie seien sich der Konsequenzen damals nicht bewusst gewesen.
Hört mein Handy bzw. hören einzelne Apps bei Gesprächen mit, um passende Werbung anzuzeigen?
Diese Frage wurde uns immer wieder gestellt.
Technisch ist das möglich und geht z. T. sogar sehr lange und auch, wenn der Bildschirm aus ist.
Was unsere Recherche noch gezeigt hat:
Ein mindestens genauso großes Problem wie das Mikro könnten andere Sensoren darstellen.
Unsere Test-App - und damit theoretisch auch jede andere App - kann das Mikro nur bei Android-Versionen <=11 heimlich anschalten und über längere Zeiträume (mind. 1h) unbemerkt zuhören.
Bei iOS und auch bei der neuesten Android-Version 12 würde man zumindest in den meisten Fällen, die wir getestet haben, den Mikro-Zugriff durch einen farbigen Punkt erkennen.
Aber wir haben durch unsere Test-App noch etwas anderes gesehen...
Wahrscheinlich kennen das viele: Man spricht über ein Thema, nach dem man noch nie online gesucht hat. Kurz danach wird einem dazu passende Werbung angezeigt.
Unsere Tests zeigen: Heimliches Abhören durch Apps ist technisch problemlos möglich. (1/4)
Z. B. währenddessen man eine Android-App gerade benutzt.
Oder wenn man den Bildschirm ausschaltet und die App kurz vorher in den Hintergrund drückt.
In diesem Fall konnte unsere Test-App (und somit theoretisch auch jede andere App) über eine Stunde lang unbemerkt zuhören.