*Neues Preprint* von @FerRacimo et al. Die Lebenswissenschaften werden zu Todeswissenschaften. Unzählige Papers, Berichte, Konferenzen und doch steuern wir auf ein planetares Massenaussterben zu. Warum gelingt es uns nicht, die Gesellschaft zu aktivieren?

zenodo.org/record/7047049
Bis zu 1 Mio. Arten sind vom #Aussterben bedroht. Die Gesellschaft spürt bereits die Folgen des Zusammenbruchs der Ökosysteme. Wir werden immer besser darin, den Tod um uns herum aufzuzeichnen, zu modellieren und vorherzusagen, und immer schlechter darin, ihn zu verhindern. 2/n
Wir erforschen die Welt, haben aber auch die Pflicht, über ihren Zustand zu informieren, um die Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Dies ist für Naturschutz und öffentliche Gesundheit wichtig. Doch der erforderliche #Systemwandel bleibt aus, wie @IPCC_CH & @IPBES darlegen. 3/n
Das Paper skizziert Schlüsselbereiche, in denen es den #Lebenswissenschaften nicht gelingt, den politischen Willen zu mobilisieren: Biodiversitätskrise, Ernährungssicherheit, globale Gesundheit. Sie sind Gegenstand zahlreicher Veröffentlichungen, verschlechtern sich dennoch. 4/n
Wissenschaftskommunikation basiert größtenteils auf höflichen Appellen an die Mächtigen (mit starken Interessen am Status quo), statt auf leidenschaftlicher und eindringlicher Kommunikation mit der unzureichend informierten Öffentlichkeit. 5/n

medium.com/age-of-awarene…
Die Krise beeinflusst auch die mentale Gesundheit: eine Suche in Web of Science (durch @lane_atmore) zeigt, dass Forschungsarbeiten zum Thema "eco-anxiety" (#Klimaangst) zwischen 2020-2022 von null auf hunderte Veröffentlichungen angewachsen sind. 6/n
Es ist klar, dass wir unsere Taktik ändern müssen. Glücklicherweise beginnen viele Wissenschaftler*innen, einen Weg voran zu gehen: #Aktivismus - insbesondere in Form von zivilem Widerstand - als normalisierte akademische Praxis zu akzeptieren @ScientistRebel1 @ScientistsX. 7/n
In den letzten Jahren wurden weitere wegweisende Arbeiten veröffentlicht, in denen erklärt wird, warum es für Wissenschaftler*innen vernünftig, ethisch und effektiv ist, sich an Aktionen des zivilen Ungehorsams zu beteiligen. 8/n
Das Preprint von @FerRacimo et al. ruft speziell Wissenschaftler*innen aus den Lebenswissenschaften auf, sich der wissenschaftlich-aktivistischen Bewegung anzuschließen. Diese haben die berufliche Pflicht, nicht nur das Leben zu erforschen, ... 9/n
... sondern auch die Öffentlichkeit über die Ursachen der sich beschleunigenden Zerstörung des Lebens auf dem Planeten zu informieren. 10/n
Wie sie in hier zeigen, können Wissenschaftler*innen viel tun, um direkt mit der Öffentlichkeit in Kontakt zu treten: Straßen-Teachings, Gebäudebesetzungen, Anbringen von wiss. Postern an Wände oder akademische Streiks. All diese Maßnahmen finden zunehmend weltweit statt. 11/n
Manche sagen, Wissenschaft darf nicht normativ sein. Sie vergessen, dass die meisten akadem. Bereiche in normativen Strukturen entstanden & eingebettet sind. Die meisten - wenn nicht alle - Lebenswissenschaften haben die Pflicht, Leben zu erhalten. 12/n

conbio.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.…
Einige sind - vielleicht verständlich - vorsichtig, um ihren wissenschaftl. Ruf nicht zu beschädigen. Studien zeigen jedoch, dass die Öffentlichkeit v Wissenschaftler*innen erwartet, dass sie sich in Krisenzeiten aktiv in der Gesellschaft einbringen. 13/n

tandfonline.com/doi/full/10.10…
Wissenschaftlicher Aktivismus ist nicht neu. Er hat eine lange, reiche Geschichte. Von Wissenschaftler*innen, die sich bei den Suffragetten engagierten, bis hin zu Teach-Ins und akademischen Streiks im Rahmen der Antikriegs- und Bürgerrechtsbewegung des 20. Jahrhunderts. 14/n
Schon jetzt setzen sich prominente Lebenswissenschaftler wie @EstebanServat in Bündnissen mit lokalen Bewegungen unter Androhung von Verhaftung und Mord weltweit für Klima- und #Umweltgerechtigkeit ein. Wir können sie diesen Kampf nicht alleine kämpfen lassen. 15/n
Wir sind Wissenschaftler-Aktivist*innen, die mit @ScientistRebel1 zivilen Widerstand gegen den ökologischen Zusammenbruch leisten. Wir haben Straßen blockiert, Teach-ins gegeben und Gebäude besetzt. Wir sehen dies als integralen Bestandteil unserer akademischen Pflichten. 16/n
Außerdem planen wir gemeinsam mit @DebtforClimate & @AufstandLastGen für diesen Oktober eine Reihe großer direkter Aktionen in Deutschland gegen neue geplante Projekte für fossile Brennstoffe. Wenn Sie dies lesen, brauchen wir Sie! #LevelWithUs 17/n

▶️ scientistrebellion.com

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