Ich war gestern auf der Münsteraner Ringvorlesung #BildungzurFreiheit. #RenéSchlott hat zu dem Thema pandenische Konjukturen des Freiheitsbegriffs referiert und dabei die sog. Leitmedien als Referenzen bemüht. Die erste Phase im Frühjahr 2020 benannte er als
die Zeit der #Freiheitsenden. D. h. hier wurde uns Bürgern klar kommuniziert, die Freiheit und unsere Grundrechte sind aufgrund der Pandemie einzuschränken und das ist halt so. In einer 2. Phase mit Beginn der Impfkampagne erlebte der Freiheitsbegriff ein Comeback, allerdings
nur für die Geimpften. Man sprach von Grundrechten als Privilegien für die, die sich solidarisch zeigten und kehrte damit das Freiheitsverständnis um, wie wir alle im letzten Herbst gesehen haben. Derzeit befinden wir uns in Phase 3, der sog. #Freiheitsscham. Viele Bürger
wünschen sich ihre Freiheit u. Grundrechte zurück. Doch man traut sich nicht so recht, diese Freiheit zu fordern oder, gar wie die Dänen und Briten, einen Freedomday zu feiern. Vielerorts wird der Wunsch nach individueller Freiheit als unsolidarisch oder gar als vulgärliberal
bezeichnet. Aufgrund dieser medialen Ächtung des Freiheitsbegriffs fürchte ich, und das ist meine Interpretation, dass vielen Menschen der Mut fehlt nach Freiheit zu rufen, die unser Grundgesetz aber grds. jedem bedingungslos einräumt. Wir müssen uns nicht für den Wunsch nach
Freiheit schämen und dafür rechtfertigen, sie ist Grundpfeiler einer Demokratie.