Ihr habt vielleicht von #bonify gehört. Eine Tochterfirma der Schufa, die euch eure Kreditwürdigkeit anzeigt und auch Mieterauskünfte ausstellt.
Das macht sie aber nicht nur für euch persönlich, sondern für jeden, für den ihr mal eine Kreditauskunft haben wollt.
Denn nachdem ihr eure Daten über das Bankident verfahren verifiziert habt, könnt ihr diese für etwa eine Sekunde über eine Programmierschnittstelle aktualisieren.
So kam ich im zum Beispiel an Jens Spahns Boniversum-Score. Und konnte mir auch eine Mieterauskunft erstellen lassen.
Die Mieterauskunft kann man natürlich auch bei bonify verifizieren. Wenn ihr also mal dringend eine garantiert echte Mieterauskunft von einer #Schufa-Tochterfirma braucht… für 19,99 schreiben die euch da jeden Namen drauf.
PS. Die Daten von Herrn Spahn (außer sein Score) sind Dank der Villenaffäre natürlich öffentlich bekannt.
Der Boniversum-Score setzt sich auch primär aus öffentlichen Daten zusammen, daher sehe ich da kein Problem das so zu veröffentlichen.
PPS. Der Mietbetrag, der da steht, ist natürlich nicht Jens Spahns Miete. Sondern ein Betrag, der von einem Konto während des Bankidents abgerufen wurde.
Ach bevor ihr fragt:
Ich finde jede*r hat ein Recht auf eine positive Mieterauskunft. Deswegen habe ich der Schufa jetzt erstmal noch nicht bescheidgegeben.
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Das waren mehr als 500 - nämlich euer ganzes Active Directory - >16000 User mit Namen, E-Mails und Jobs - und das hat einige andere interessante Sicherheitslücken eröffnet.
zB Account-Takeovers von E-Mail-Adressen, bei denen Domains nicht mehr existierten.
Erfolg der #BundID im Kontext der #Einmalzahlung200:
Seit heute ist die Einmalzahlung 2,27 Millionen mal ausbezahlt worden und es gibt laut OZG Dashboard über 2.3 Millionen BundID Accounts.
Voller Erfolg für die #BundID, würdet ihr jetzt sagen?
Naja, ich glaube nicht.
Schauen wir uns mal einen Datensnapshot vom 4. April an.
An dem Tag war die Einmalzahlung knapp 2 Mio mal ausbezahlt worden.
Es gab aber weniger als 1 Mio verifizierte BundID Accounts.
Bedeutet: Weniger als die Hälfte der Menschen haben sich überhaupt mit BundID angemeldet.
Jetzt gibt es die BundID aber schon länger.
Und vor der Ankündigung, dass sie die Zugangsmethode für die Einmalzahlung sein wird, hatte sie auch schon 100.000 verifizierte User.
Also haben vermutlich weniger als 900.000 Menschen bzw. 45% die #BundID zur Verifizierung genutzt.
Lerne gerade: Für Leute die keinen Namen nach 🥔-Schema haben (also keinen Vornamen, komplexere Nachnamen, …) funktioniert die #BundID einfach nicht.
So diskriminiert ihr mit eurer Technik direkt mal einen ganzen Haufen Leute.
Also das liegt natürlich daran, dass das Prinzip, das wir alle einen Vor- und Nachnamen haben müssen, shitty ist.
Wenn Du aber Deine Software auf diese Prinzipien aufbaust, dann bedeutet das halt, dass eine Menge Leute keinen Zugang zu dieser haben.
Das ist ein soo bekanntes Problem, das ich von einem staatlichen Tool erwartet hätte, dass es zumindest das hinbekommt.
Wenn ihr Leute dazu zwingt, eine App zu benutzen, dann werden sie wohl eure App benutzen.
Ja, das könnt ihr als Staat machen, aber dann seid ihr halt kacke.
Ich würde das jetzt nicht unbedingt als Erfolg staatlicher Digitalisierungsmaßnahmen bezeichnen.
Wobei, mit was für einer Staatsform wollen wir uns denn hier vergleichen?
Mal ganz abgesehen davon, dass ihr damit gegen Onlinezugangsgesetz, Datenschutzrecht sowie die gerade im Trilog befindliche eIDAS-Richtline verstoßen habt.
Sorry, aber den Take, das wir wegen irgendwelchem Nationalismusshit keine moderne Infrastruktur nutzen können, ist wirklich einer der bescheuertsten der letzten Jahre.
Wenn ihr die Daten schützen wollt, dann baut halt sichere Software. Aber ein eigenes RZ hilft euch dabei einfach mal nix.