Es handelt Sich um Kalk-Sandstein-Tuff (Ich habe keinen Eigennamen gefunden) und ich habe diese Bilder in Odesa während meine letzen "Urlaubs" aufgenommen.
Diese Steine wurden in den vergangenen Jahunderten in Cavernenen um die Stadt oder unter ihr abgebaut und 2/
Prägen das Stadtbild noch heute.
Als Nebenprodukt existiert zudem noch ein richtiges Katakomben-Netz.
Für mich war es das erste Mal, dass ich seit 22 wieder längere Zeit in dieser Stadt verbrachte. Bevor ich in den Osten wechselte, war mein Aufgabenbereich dort. 3/
Damals hatten wir nicht nur diverse Soviet-Bunker wieder ertüchtigt, sondern auch Teile des Katakombennetz für die nutzbarkeit begutachtet.
Nun, fast drei Jahre später bin ich zur privaten Erholung dort gewesen und war positiv überrascht.
Warum werde ich ein wenig erklären 4/
Es ist nicht unüblich das Ukr-Soldaten ihren Fronturlaub in den Großstädten verbringen.
Den zum einen dürfen sie das Land nicht verlassen und zum anderen muss man verstehen das in diesem Land ein starkes Stadt-Gefälle vorherrscht.
Auf dem Land gibt es nahezu kein Angebot 5/
An Kulturen-, kulinarischen oder anderweitigen Entertainment.
Wenn man nicht Familie dort besucht, gibt es kaum was zu tun. Daher sind die häufigsten Ziele für kurze Fronturlaube Städte wie Kyiv, Lviv, Odesa oder Dnipo.
6/
Aber nicht nur Soldaten sehnen sich nach Abwechslung, sondern auch die Zivilbevölkerung.
Mittlerweile kennt jeder (gerade hier) die Posts nach dem Motto "....mimimi...in Kiew werden Partys gefeiert"
Das dies in einen negativen Kontext beleuchtet wird, liegt i.d.r daran,7/
Das diese generell Menschen nicht verstehen.
Unter dem Eindruck von Krieg, Tot und Zerstörung streben die Menschen nach Ausgleich.
"Stress Coping Relief"
Um nicht in Depression zu versacken stürzen sich die Menschen in die Arbeit Entertainment.
Das Leben läuft schneller 8/
Ich habe diesen Vergleich in der Vergangenheit oft im Militärischen Kontext gebracht, aber er passt auch aufs zivile: Ein Monat in der Ukraine birgt so viele Eindrücke für mich wie ein Jahr in Deutschland.
Es gibt einfach keine Zeit zu vergeuden. 9/
Es wird nicht gezögert, sondern gemacht. Worauf soll man auch warten.
Und durchweg spürt man diesen unbändigen Hunger nach leben.
Es wird weiter gearbeitet, denn auch wenn Krieg ist braucht man Einkommen und jede Veranstaltung privat wahrgenommen. 10/
Wie sich das in der Realität darstellt, zeige ich an ein paar Beispielen welche ich in Odesa erlebt habe.
11/
Als erstes das wichtigste: Futter!
Viel, Facettenreich, günstig und gut.
In Odesa haben sich etliche IDPs (Internal displaced persons, Inlandsflüchtlinge) niedergelassen. Und statt den Kopf in den Sand zu stecken haben viele davon Restaurants eröffnet. 12/
Daher gab es neben allen Ukrainischen Köstlichkeiten (Bilash bei meinem lieblinglafen am privoz, die Dame hat mich wiedererkannt daher gab's noch einen extra aus Haus)
, Georgisch (Chinkali, große Liebe),
Krim-Tatarisch (Dolmar&Manti),
Kuchen! 13/
Ohne Ende Fisch bei einer befreundeten Familie, weil küste.
Oder meine neueste Entdeckung: Bessarabisch.
Bunter Tomatensalat mit gereiften Brynza (cremig salziger kaläse), definitiv zu empfehlen.
14/
Bevor jetzt irgendwer das falsch versteht. Krieg bedeutet nicht zwangsläufig Hungerkatastrophe. Ukraine ist immer noch eins der Agrarstärksten länder der Welt. Wenn auch die Inflation vom Land zunimmt, aus westlicher Perspektive sind Lebensmittel unfassbar günstig. 15/
Kultur:
Ich einfach ohne weiteren plan in die Oper gegangen. Architektonisch schon beeindruckend, dass die nahezu täglich Programm haben um so mehr. Typisch deutsch hab ich mir Carl Orff gegeben. Zweistündige Aufführung..... knapp 16€. Ich war erstaunt, 16/
Aber das war ein normaler Preis, denn es wird die Allgemeinheit als Publikum angesprochen und das Haus ist nie leer.
Das erste mal Ballet für mich. Gewöhnungsbedürftig, mir geht's eher um die Musik.
Interessant war der Ablauf. Um Störungen durch Luftangriffe zu 17/
Minimieren finden die Vorführungen Nachmittags statt (Angriffe sind meist abends/nachts).
Im Falle eines Angriffs geht's in die Schutzräume u sollte der Angriff länger als eine Stunde dauern wird die Vorführung abgebrochen und man bekommt ne Freikarte. Mega kulant. 18/
Es gab während meines Aufenthaltes drei Angriffe mit gerans .....von denen ich nicht aufgewacht bin.
Zuletzt natürlich noch sightseenig:
Ich wollte unbedingt die berühmte Potemkintreppe sehen. War 22 wegen Absperrungen nicht möglich.
Naja.... Paris-Effekt würde ich sagen. 19/
Viel erzählt, jetzt auch irgendwie den Faden verloren.
Guten Rutsch und frohes neues.
20/Ente
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Es waren heute 6° an der Front. Aber bald wird es Erfahrungsgemäß noch weitaus kälter.
Ein Problem was bei all den Diskussionen über Waffen o.ä. gerne übersehen wird sind grundsätzliche Ausstattungen wie z.B. Heizung.
1/
Sowas fällt oft hintern rüber, besonders wenn um jeden Cent gerungen werden muss um weiter Wiederstand leisten zu können.
Die primäre Wärmequelle an der Front ist daher oft ein Holzfeuer. Was funktioniert, aber mit mehreren Nachteilen verbunden ist.
2/
Anfänglich Logistisch simpel, da man das verheizen kann was man vor Ort findet. Wen dies allerdings weg ist oder an der Position generell nichts zu finden war, wird's Logisch sogar umso schwerer.
Und dann Signatur. Wärme u Rauch sind schwer zu verschleiern. Es ist daher oft 3/
Da sich in diesem Bereich etwas getan hat, ein Thread zum Thema Schrotflinte vs Drohne, aber auch zu Multi-Projektil Muniton.
Legen wir los 🧵/1
Wer bislang gelesen hat, was ich hier so schreibe, weiß das ich kein großer Freund von Schrotflinten in diesem Kontext bin.
Trotzdem noch ein kleiner recap warum:
Von vielen werden Schrotflinten als beste Lösung gegen Drohnen for die Infanterie gesehen. Dem ist bei weitem 2/
Nicht so.
Dies liegt vor allem daran, dass die Leistungen dieser Waffen regelmäßig überschätzt werden, auf falschen Annahmen beruhen oder wissen aus anderen Bereichen (Sport/Jagd) übertragen werden, was nicht funktioniert.
Diese werden zwar ab und an benannt, bekommen allerdings m.E. nicht genug Aufmerksamkeit, denn der Impact den diese verursachen ist Strategisch ebenso wie real physisch enorm . 1/🧵
Ganz Kurzer recap für jene die davon noch gar nichts gehört haben:
Glidebombs sind i.d.r Freifallbomben welche durch ein Zusatzmodul Tragflächen erhalten und somit statt nur zu fallen dutzende Kilometer gleten können. Wodurch mehr Reichweite bei gleicher massiver 2/s
Schlagkraft erreicht wird.
Das Prinzip ist mich neu, erhielt aber ab Anfang war 2023 immer mehr Bedeutung da die Russen anfingen immer mehr von diesen zu nutzen.
Dies war tatsächlich eine direkte Reaktion auf die Fehler welche sie in 2022 gemacht hatten.
Denn in den ersten 3/
Ein 🧵 zu den Entwicklungen im Bereich Körperschutz, welche in den letzten Jahren in der Ukraine stattgefunden haben.
Denn ich habe den Eindruck, diese finden im Westen wenig Betrachtung.
1/
Nach der Invasion in 22 wurde die Armee dermaßen schnell vergrößert, dass nicht für jeden. Körperscgutz verfügbar war und viel mit Stahlplatten improvisiert wurde.
Aus dieser Erfahrung entstanden dutzende Firmen wie UARM, Ballistica, Velmet, Bronyx, Ukrarm uvm welche 2/
Mittlerweile in einer Qualität produzieren, welche der westlicher Hersteller in nichts nachsteht.
Der westliche Staus quo an Körperschutz spiegelte sich Recht schnell in der Produktion wieder.
3/
Kleine Punkte bzgl. Den russischen Drohnen welche gestern Nacht in Polen eingedrungen sind.
Das dies beabsichtigt war ist in dieser Menge mittlerweile unbestreitbar, interessant sind allerdings die welche schlüsse man auf beiden Seiten daraus ziehen kann. 1/
Gem. Meinem jetzigen Informationsstand wurden vier Russische Gerbera-Drohnen abgeschossen. Das schöne hieran ist, dass diesbezüglich nicht groß gezögert wurde und das Polen dies nicht allein getan hat, sondern auch weitere NATO Partner eingegriffen haben. 2/
Z.B Zwei Niederländische F-35 und ein Italienischer AWACS waren beteiligt.
Was ein schönes Signal ist, das die NATO noch Mitglieder beinhaltet welche nicht primär Bedenkenträger sind, sondern handeln.
3/
Die PMN-2 ist eine Sovietische Antipersonenmine welche als nachfolger der PMN-1 in den 70ern eingeführt wurde.
Auch ein alter Bekannter der innerdeutschen Grenze.