Vorab: Ich habe P-10 bereits mehrfach genutzt. Sportlich so wie Dienstlich. Letzteres auch im Einsatz. Genauer gesagt P-10F und P-10C.
Tatsächlich habe ich eine auf einer meiner ersten Kampfmissionen genutzt.
Bei jener müssten wir dermaßen viel Sprengmittel zu Fuß verbringen 2/
(über 30kg pro Person), das wir uns dazu entschieden haben pro zweimannteam nur eine Langwaffe mitzunehmen. Da Dienstlichte Pistolen Anfangs noch Mangelware waren, hatte mit nen Kumpel für die Mission seine private P-10F geliehen.
3/
Die P-10 ist ne gute pistole. Nicht überragend, aber definitiv auch nicht schlecht. Hat einfach immer das gemacht was sie soll.
Aber gehen wir mal Stück für durch was ich oft gelesen habe und m.E. für Missverständnisse herrschen. 4/
1. "Warum die P8 nicht weiternutzen?"
Nunja, P8 wurde 1994 eingeführt. Das ist fast schon 32 Jahre her.
Es gab mit der P8A1 zwar eine Art Midlife-Update dennoch unterliegen Schusswaffen auch Verschleiß. Zudem entwickelt sich Technik auch weiter.
Es ist einfach Zeit 5/
2. Es ist "die" neue Dienstpistole der Bw.
Stimmt nicht ganz. Es ist "eine" von mehreren Pistolen die eingeführt werden.
Und hier hat die Bw m.E. in der Beschaffung sehr viel Realismus u Weitsicht bewiesen.
Denn: Pistolen sind keine Gefechtsentscheidene Waffensysteme!
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Diese sind für Backup u Nahbereichsverteidigubg da.
Es macht schlicht und ergreifend keinen Sinn dafür viel Geld auszugeben.
Daher ist die Pistole Querschnittlich (P13) quasi das Pferd, welches nicht höher springt als es muss.
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Daneben wurde noch die Pistole Spezialkräfte eingeführt.
Also die für jene, welche in die seltenen Fälle kommen können, wo eine Pistole offensiv genutzt wird, wie KSK u KSM.
Hier gibt nun die P14 u P14K. Modifizierte Walter PDP.
Und da ist nun fast alles dran 8/
3. Die P-10C ist Billig.
Würde ich so nicht unterschreiben. Nicht bei der Verarbeitung U nicht beim Preis.
Wenn man unter Dienstpistolen (u nicht Sportpistolen) Schaut ist es eher durchschnittlich.
Z.B Glock19, welche viele Armeen eingefügt haben, ist nahezu gleich teuer. 9/
4. Die neue Pistole wäre Unsicher.
Jetzt muss ich etwas ausholen.
Oft wird hier auf darauf verwiesen, dass die P-13 keinen Sicherungshebel mehr hat.
Dies ist allerdings gegenwärtiger stand der Technik. Nicht nur in der Mechanik sondern auch in der Schießtechnik im Sinne 10/
Abläufen hat sich in den letzten Dekaden einiges getan.
Heutzutage möchte man militärisch Strikerfired, Safe-Action Polymerpistolen
Heißt Pistolen mit hohen mit hohem Kunststoffantel, ohne außenliegenden Hahn, welche ohne spannen eines solchen schussbereit sind.
11/
Angefangen in den achtzigern mit der Glock17 haben sich diese Prinzipien successive bei nahezu allen Armeen durchgesetzt, denn es bietet mehrere Vorteile.
Solche Pistolen sind leichter. Da man diese die meiste Zeit wortwörtlich rumschleppt, ist dies deutlich angenehmer.
12/
Heutzutage hat man als Soldat weitaus mehr geraffel am Leib.
Durch den Innenliegenden Schlagbolzen gibt es keinen Hahn mehr, welcher irgendwo hängen bleiben könnte.
13/
Das fehlen eines Sicherungshebels hat den Hintergrund, das somit schnelle Reaktionsschüsse möglich sind und nicht die Gefahr besteht in einer Stresssituation anzufangen am Hebel raumfummeln zu müssen.
Dies wurde in den letzen Jahren mit der P8 "imitiert" indem man 14/
die Pistole bei Schießabläufen und beim führen im Einsatz ent Sicherheit u entspannt ließ. Sicherheit gewährleistete hierbei der lange Abzugswege, wenn die Waffe entspannt ist.
Bei der P13 gibt es dafür eine Abzugsintegrierte sichere sowie einen Fallschutz am Schlagbolzen. 15/
Unter den Gesichtspunkten ist es auch nicht verwunderlich, das sich für die C (Compact) Variante entschieden wurde, statt einer Fullsize.
Allgemein ist anzumerken, dass Erfahrungen aus dem Sportlichen schießen wenig mit dem miliärischen gemein haben.
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5. "Warum wurde kein Deutsches Produkt genommen?"
Kurz, weil keine in der Auswahl waren.
Die finale Entscheidung fiel zwischen Angeboten von Arex, Glock und CZ statt.
Warum jetzt die anderen üblichen Verdächtigen wie HK, Walther oder SIG nicht dabei waren, kann ich nur
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Mutmaßen. Ob denen die Gewinnmarge bei dem Auftrag zu gering war, oder ob sie einfach keine Kapazitäten hatten.
Verhungern werden die zumindest nicht. Aufträge haben die zu genüge, auch von der Bw (G95, P14 etc)
Ich denke diejenigen die jetzt jammern hätten auch
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Gemeckert wenn es Arex oder Glock geworden wäre. Unterm Strich haben aber alle Anbieter bewährte solide Pistolen angeboten, welche die Ansprüche der Bw erfüllt haben.
Manchen kann man es einfach nicht Recht machen.
Schönes Wochenende und gut Schuss.
19/
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Da ich nach den Drohnenangriffen des Irans öfters gefragt wurde ob dieses oder jenes System die Lösung gegen Drohnen wäre, nun ein kleiner Thread 🧵 zu Drohnenabwehr, insbesondere mit Interceptordrohnen. Mit einem kleinen Exkurs in die Flugabwehr.
1/
Als erstes vorab: Es gibt kein "ganz Einfach" oder das "Ideale System" um solche Probleme zu Lösen. Dafür sind Militärische Konflikte zu Kompliziert.
Wird behauptet, man müsste nur "ganz einfach xyz kaufen"....nehmt diese Leute nicht ernst, denn solche haben keine Ahnung 2/
Zur Verdeutlichung nehme ich mal das Beispiel Flugabwehrsysteme.
Die meisten Landstreitkräfte haben zwischen vier und sechs verschiedene Systeme. Nicht aus Sammelwahn, sondern da sich diese gegenseitig ergänzen. Den was in einem Bereich was taugt, kann in einem anderen 3/
Interessante, wenn auch kleine Entwicklung bei US-Streitkräften.
Die neue Handgranate M111 hat nun ihre Zulassung bekommen und wird vermutlich bald in größeren Mengen beschafft.
Ich fasse mal kurz zusammen warum das nach den letzten Jahren der richtige Schluss ist. 1/🧵
Zuerst zu der Granate selber: Die M111 wird als neue Offensivgranate geführt.(Keine Splitter, nur Detonationsdruck) Wobei das ein kleiner etikettenschwindel ist da sie die alte Mk3 ersetzen soll.
Eigentlich ist es eine ASM (Anti Structure Munition) Granate welche mit 2/
Enhanced Blast Sprengstoff (Thermobarisch) mittels massiven überdruck wirkt.
Dies ist besonders wirksam gegen Gegner welche sich in Gebäuden oder Feldbefestigungen verschanzt haben.
Und gerade dies haben die letzten vier Jahre Krieg in der Ukraine gezeigt, hat 3/
Was war passiert:
In einem Abschnitt der NATO-Übung Hedgehog 2025 in Estland, wurde ein zehnköpfiges ukrainisches Drohnentream als Feinddarstellung eingesetzt.
In diesem Szenario zerstörten diese simuliert 17 Fahrzeuge und flogen 30weitere Angriffe.
Die NATO- Bewegungen 2/
Kamen daraufhin zum erliegen.
Kurze Einordnung:
Die Ukrainer haben während der Übung primär schwere Bomberdrohnen vom Typ Nemesis und analoge FPVs verwendet. Also bei weitem keine abstrakte Zukunftstechnologie.
Hiermit haben sie simulierte Anflüge durchgeführt 3/
Wie gewünscht, ein Thread 🧵 zu Waffen und Systemen, welche sich in der Ukraine bislang nicht bewährt haben.
Die Auflistung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und umfasst vorrangig jene Systeme welche mir selbst direkt so begegnet sind
1/
1. MALE Drohnen.
Medium Altitude Long Endurance Drohnen waren sehr effektiv im GWOT , hier besonders die Amerikanischen Reaper/ Predators.
Und auch in der Anfangsphase der Russischen Invasion wurden hiermit einige Erfolge erzielt.
Hier vor allem durch die 2/
TB-2 Bayraktar, welche entsprechend medial glorifiziert wurde.
Das Problem ist, dass diese Erfolge größtenteils auf einem Überraschungseffekt beruhten. Die Ru. Flugabwehr u Eloka haben sich Recht schnell angepasst.
Denn aufgrund der Größe von MALE, ist es für konventionelle 3/
Es handelt Sich um Kalk-Sandstein-Tuff (Ich habe keinen Eigennamen gefunden) und ich habe diese Bilder in Odesa während meine letzen "Urlaubs" aufgenommen.
Diese Steine wurden in den vergangenen Jahunderten in Cavernenen um die Stadt oder unter ihr abgebaut und 2/
Prägen das Stadtbild noch heute.
Als Nebenprodukt existiert zudem noch ein richtiges Katakomben-Netz.
Für mich war es das erste Mal, dass ich seit 22 wieder längere Zeit in dieser Stadt verbrachte. Bevor ich in den Osten wechselte, war mein Aufgabenbereich dort. 3/