Wie gewünscht, ein Thread 🧵 zu Waffen und Systemen, welche sich in der Ukraine bislang nicht bewährt haben.
Die Auflistung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und umfasst vorrangig jene Systeme welche mir selbst direkt so begegnet sind
1/
1. MALE Drohnen.
Medium Altitude Long Endurance Drohnen waren sehr effektiv im GWOT , hier besonders die Amerikanischen Reaper/ Predators.
Und auch in der Anfangsphase der Russischen Invasion wurden hiermit einige Erfolge erzielt.
Hier vor allem durch die 2/
TB-2 Bayraktar, welche entsprechend medial glorifiziert wurde.
Das Problem ist, dass diese Erfolge größtenteils auf einem Überraschungseffekt beruhten. Die Ru. Flugabwehr u Eloka haben sich Recht schnell angepasst.
Denn aufgrund der Größe von MALE, ist es für konventionelle 3/
Flugabwehr keine Umstellung. Jene Systeme, welche benannte Starrflügler bekämpfen können, schaffen auch MALE's.
Zudem sind MALE's Vergleichsweise hochpreisig. Für Angriffsmission sind diese an der Front mittlerweile vollständig durch kleinere, Grünstigere UAVs ersetzt worden 4/
2. GPS
Es war tatsächlich überraschend, das dies so viele überrascht hat.
GPS gibt es sei den 80ern u ist seit Jahrzehnten kommerziell verfügbar.
EW war schon immer ein Steckenpferd der Russen.
Natürlich jammen die das.
Gravierend hat sich das bei System gezeigt 5/
Welche auf GPS Verbindung basieren (Bestimmte Drohnen, Präzisionsmunition...)
Es ist nicht ganz unnütz geworden. Aber stets mit dem Aufwand verbunden, dass man vorher prüfen muss ob eine Störung vorliegt.
6/
3. Fahrzeuggestützte, Drahtgelenkte ATGMs.
Solche Panzerabwehr-Langflugkörper wurden oft an Schützenpanzern o.ä. verbaut um diese zu befähigen Panzer zu bekämpfen.
Z.B. Milan am Marder, TOW am Bradley, Konkurs an BMP's o Stughna am BTR3/4. 7/
Das problem ist: Diese Form von ATGM braucht eine direkte Sichtverbindung und Flugstrecke zum Ziel. Dies von einem Fahrzeug, welches nicht klein ist. Ergo, das Ziel hat gute Chancen den Schützen ebenfalls zu sehen.
Außerdem fliegen diese ATGMs recht langsam. 8/
Je nach Distanz sind das bis zu 20 Sekunden bei denen man direkte Sichtverbindung halten muss.
Fazit: Die Chance bei der Anwendung aufgeklärt und selbst bekämpft zu werden ist sehr hoch. Daher macht das auch niemand.
Gleiches gilt auch für Lasergelenkte ATGMs, welche aus 9/
Den geschützen von MBTs abgefeuert werden. (Refleks, Svir, Bastion etc).
Nie gesehen o gehört, dass diese genutzt wurden. Hab aber etliche gefunden und entsorgt.
Bei Diskussionen hierrüber höre ich immer wieder das Beispiel Golfkrieg. Das dort die Bradleys mit ihren 10/
TOWs so erfolgreich Panzer gejagt hätten.
Stimmt, ist nur über dreißig Jahre her, und war aus der Position Technischer u Taktischer Überlegenheit passiert.
In der Ukraine ist es andersrum. Man kämpft i.d.r gegen einen überlegenen Feind.
11/
4. Fahrzeuggestützte Mörser.
Hier explizit jene älterer Bauart, welche noch nicht aus der Bewegung feuern können.
Das Problem hier ist die hohe Sichtbarkeit. Nicht nur visuell sondern auch auf anderen spektren.
Vor allem sind sie sichtbar auf Artillerieradaren wenn sie 12/
Feuern. Theoretisch ist Shoot& Scoot möglich, welches bei größeren Artilleriesystemen gut funktioniert. Der Unterschied liegt allerdings in der Distanz. Mörser sind viel näher dran, was bedeutet das sie auch im Wirkungsbereich von weit mehr waffensystemen liegen. 13/
Welche deutlich schneller zurückschießen können. Besonders stark hat dies die russischen Tulpan erwischt.
So beeindruckend deren Feuerkraft auch ist (mal selbst erlebt wie runterkommen, sind 130kg Geschosse) sie sind arg langsam und mittlerweile größtenteils durch 14/
Gegenartillerie und Drohnen ausgeschaltet.
5. E-Bikes
Anfänglich von vielen stark gehyped, hat sich mittlerweile Ernüchterung breit gemacht.
E-Bikes sind oft teurer als klassische Verbrenner. Zudem bedürfen sie Elektrizität. Bedeutet, man kann nicht eben ein paar Liter 15/
Extrabenzin in der Satteltasche mitführen, sondern bräuchte eine starke Powerbank, welche entladen immernoch so schwer u voluminös wie voll.
Außerdem sind die Akkus, gerade von günstigen Bikes wetteranfällig u entladen im Winter deutlich schneller.
16/
6. .50 Sniper
Es wurden etliche Scharfschützengewehre im Kaliber .50 in die Ukraine geliefert. Diese werden auch eingesetzt, man nimmt was man hat.
Das Problem ist: Zum einen sind diese sehr groß u schwer. Daher ist kommt es oft vor, dass diese bei 17/
Feinddruck oft unbrauchbar zurückgelassen werden um das eigene ausweichen zu ermöglichen.
Zum anderen sind dies Anti-Material-Gewehre. Die Ziele sind i.d.r aber Infanteristen. Funktioniert zwar, aber mehr Power als benötigt.
Was ich bisher bei nahezu jedem Scharfschützenteam 18/
Ist, dass sobald etwas verfügbar ist, was besser zu dieser Aufgabe passt und leichter zu tragen ist (z.B. .338), werden die .50 nicht mehr genutzt.
19/
7. Full size Battlerifles.
Die Ukraine hat von vielen Ländern alte Sturmgewehre der Kategorie Battlerifle gespendet bekommen. FN-FAL, G3, M14.
Als DMR können diese durchaus noch ein sinnvolles zweites Leben haben. Aber davon braucht man auch nur einen pro Gruppe. 20/
Kritisch wird es, wenn diese als normale Sturmgewehre genutzt werden.
Diese Gewehre sind schwerer, sperriger, haben weniger Kapazität, man kann weniger Munition mitführen, größerer Rückstoß und sind deutlich schwieriger auszubilden.
Gerade im urbanen Raum, Grabenkämpf 21/
u CQB allgemein sind diese im Nachteil.
Das Extra an Schlagkraft welche die .308 Munition bietet ist nett. Ich habe im GWOT auch lieber G3 getragen. Ich kenne auch hierfür Tricks wie das Gerät auch im CQB funktioniert. Aber schieße auch schon seit 25 Jahren.
In der Ukraine 22/
Herrscht Wehrpflicht und Krieg. Wenn ein Wehrpflichtiger nach ein paar Wochen Grundausbildung an die Front kommt, mit einem Gewehr was so groß ist, dass er überall hängen bleibt und mukken hat beim Schießen, weil das Teil tritt wie ein Pferd, ist dieser klar im Nachteil. 23/
Denn den Feuerkampf gewinnt in der Regel der jenige, welcher zuerst trifft.
Unabhängig von Kaliber.
Soweit zu dazu erstmal.
Schöne Woche noch
24/ Ente
• • •
Missing some Tweet in this thread? You can try to
force a refresh
Vorab: Ich habe P-10 bereits mehrfach genutzt. Sportlich so wie Dienstlich. Letzteres auch im Einsatz. Genauer gesagt P-10F und P-10C.
Tatsächlich habe ich eine auf einer meiner ersten Kampfmissionen genutzt.
Bei jener müssten wir dermaßen viel Sprengmittel zu Fuß verbringen 2/
(über 30kg pro Person), das wir uns dazu entschieden haben pro zweimannteam nur eine Langwaffe mitzunehmen. Da Dienstlichte Pistolen Anfangs noch Mangelware waren, hatte mit nen Kumpel für die Mission seine private P-10F geliehen.
3/
Es handelt Sich um Kalk-Sandstein-Tuff (Ich habe keinen Eigennamen gefunden) und ich habe diese Bilder in Odesa während meine letzen "Urlaubs" aufgenommen.
Diese Steine wurden in den vergangenen Jahunderten in Cavernenen um die Stadt oder unter ihr abgebaut und 2/
Prägen das Stadtbild noch heute.
Als Nebenprodukt existiert zudem noch ein richtiges Katakomben-Netz.
Für mich war es das erste Mal, dass ich seit 22 wieder längere Zeit in dieser Stadt verbrachte. Bevor ich in den Osten wechselte, war mein Aufgabenbereich dort. 3/
Es waren heute 6° an der Front. Aber bald wird es Erfahrungsgemäß noch weitaus kälter.
Ein Problem was bei all den Diskussionen über Waffen o.ä. gerne übersehen wird sind grundsätzliche Ausstattungen wie z.B. Heizung.
1/
Sowas fällt oft hintern rüber, besonders wenn um jeden Cent gerungen werden muss um weiter Wiederstand leisten zu können.
Die primäre Wärmequelle an der Front ist daher oft ein Holzfeuer. Was funktioniert, aber mit mehreren Nachteilen verbunden ist.
2/
Anfänglich Logistisch simpel, da man das verheizen kann was man vor Ort findet. Wen dies allerdings weg ist oder an der Position generell nichts zu finden war, wird's Logisch sogar umso schwerer.
Und dann Signatur. Wärme u Rauch sind schwer zu verschleiern. Es ist daher oft 3/
Da sich in diesem Bereich etwas getan hat, ein Thread zum Thema Schrotflinte vs Drohne, aber auch zu Multi-Projektil Muniton.
Legen wir los 🧵/1
Wer bislang gelesen hat, was ich hier so schreibe, weiß das ich kein großer Freund von Schrotflinten in diesem Kontext bin.
Trotzdem noch ein kleiner recap warum:
Von vielen werden Schrotflinten als beste Lösung gegen Drohnen for die Infanterie gesehen. Dem ist bei weitem 2/
Nicht so.
Dies liegt vor allem daran, dass die Leistungen dieser Waffen regelmäßig überschätzt werden, auf falschen Annahmen beruhen oder wissen aus anderen Bereichen (Sport/Jagd) übertragen werden, was nicht funktioniert.
Diese werden zwar ab und an benannt, bekommen allerdings m.E. nicht genug Aufmerksamkeit, denn der Impact den diese verursachen ist Strategisch ebenso wie real physisch enorm . 1/🧵
Ganz Kurzer recap für jene die davon noch gar nichts gehört haben:
Glidebombs sind i.d.r Freifallbomben welche durch ein Zusatzmodul Tragflächen erhalten und somit statt nur zu fallen dutzende Kilometer gleten können. Wodurch mehr Reichweite bei gleicher massiver 2/s
Schlagkraft erreicht wird.
Das Prinzip ist mich neu, erhielt aber ab Anfang war 2023 immer mehr Bedeutung da die Russen anfingen immer mehr von diesen zu nutzen.
Dies war tatsächlich eine direkte Reaktion auf die Fehler welche sie in 2022 gemacht hatten.
Denn in den ersten 3/
Ein 🧵 zu den Entwicklungen im Bereich Körperschutz, welche in den letzten Jahren in der Ukraine stattgefunden haben.
Denn ich habe den Eindruck, diese finden im Westen wenig Betrachtung.
1/
Nach der Invasion in 22 wurde die Armee dermaßen schnell vergrößert, dass nicht für jeden. Körperscgutz verfügbar war und viel mit Stahlplatten improvisiert wurde.
Aus dieser Erfahrung entstanden dutzende Firmen wie UARM, Ballistica, Velmet, Bronyx, Ukrarm uvm welche 2/
Mittlerweile in einer Qualität produzieren, welche der westlicher Hersteller in nichts nachsteht.
Der westliche Staus quo an Körperschutz spiegelte sich Recht schnell in der Produktion wieder.
3/