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Feb 16 26 tweets 8 min read Read on X
Es schlägt gerade goße Wellen, wie ein Ukrainisches Drohnenteam bei der Übung Hedgehog 2025, NATO Verbände aufgemischt haben.

Nun hagelt es häme und es werden Micropunkte diskutiert.
Dabei sind die Probleme Tiefergreifend.

Dazu ein Thread 🧵

1/

militaeraktuell.at/ukrainische-dr…
Was war passiert:
In einem Abschnitt der NATO-Übung Hedgehog 2025 in Estland, wurde ein zehnköpfiges ukrainisches Drohnentream als Feinddarstellung eingesetzt.
In diesem Szenario zerstörten diese simuliert 17 Fahrzeuge und flogen 30weitere Angriffe.
Die NATO- Bewegungen 2/
Kamen daraufhin zum erliegen.

Kurze Einordnung:

Die Ukrainer haben während der Übung primär schwere Bomberdrohnen vom Typ Nemesis und analoge FPVs verwendet. Also bei weitem keine abstrakte Zukunftstechnologie.

Hiermit haben sie simulierte Anflüge durchgeführt 3/ Image
Image
Sowie Bombendummys in nähe der Truppen abgeworfen.
Ergo hätten im realen Einsatz die Treffer durchaus etwas geringer ausfallen können, aber auch nicht mehr als ein einstelliger Prozentbereich.

Die Ausfälle betrügen die stärke von zwei Kompanien. 4/
Die Angriffsspitzen wurden somit definitiv zerschlagen und der Angriff musste abgebrochen werden. Zudem müssten sich die Einheiten sich ein paar Tage neu sammeln.
Es wurden keine ganzen Battalione oder Brigaden zerstört oder Vernichtet wie es in manchen Berichten hieß 5/ Image
Diese Aussage ist hypothetisch wenn die Angriffe über den Zeitraum hinaus fortgelaufen wären.

Auch hier gäbe es ein vorläufiges Limit. Eine Drohneneinheit dieser stärke hat, je nachdem wie diese versorgt ist, zwischen 100 u 300 Gefechtsköpfe/Bomben zur Verfügung 6/ Image
Welchen sie nutzen kann, bevor sie weitere Versorgung bedarf oder Ausweichen muss. Der Impact ist also nicht endlos.

Nichts desto trotz sind die in der Übung Erlittenen Verluste Exorbitant hoch und nicht zu ignorieren. 7/ Image
Was sind nun die Ursachen für dieses scheitern?
Anfolgend werde ich ein paar Gründe aufzeigen, welche mir bereits bei mehreren NATO- Mitgliedsarmeen begegnet sind.
Es geht mir nicht um Micropunkte a la "Falsches Tarnnetz". Dies sind Symptome. Die Probleme sind Tiefergreifend 8/
1. Erfahrung.
Offensichtlicher Punkt. Erfahrung kann schwer ersetzt werden und Realerfahrung ist deutlich lehrreicher als Übungsplatz Erfahrung. Die Ukrainer haben unbestreitbar hier den Vorteil.

Aber auch Übungen wurden über die letzten Jahre immer weniger. Sei es 9/ Image
Aus Kosten, oder Personalgründen.
Große Freilaufende übungen sind rar geworden. 36h durchgehender Dienst waren einst Überstunden, mittlerweile eine ganze Übung.

Erfahrungstransfer ist zudem nur geringfügig möglich. Zwar haben viele NATO Armeen Realerfahrungen, nur sind 10/
Jene aus COIN Ops in Near Pear Konflikten von geringen wert.
Was direkt in den nächsten Punkt mit einspielt.

2. "Generäle versuchen oft den letzten Krieg nochmal zu führen"
Ein Phänomen welches durchweg oft zu beobachten ist.
Sei es im taktischen wie Konzeptionellen
11/ Image
Waren im kalten Krieg mechanisierte Vorstöße mit überlegenener Anzahl noch vielversprechend, sind bei der hohen Aufklärung heutzutage eher geballte Zielansammlungen.

Gerade neue Bedrohungen führen diese Denkweise ad absurdum.
So versuchen viele Armeen der Drohnen mit 12/ Image
Den selben Konzepten wie für die Fliegerabwehr Herr zu werden. Auch wenn dies bei größeren Drohnen (HALE/MALE) o LM funktioniert, hilft dies bei den kleineren nicht mehr

Mentale Flexibilität ist gefordert um mit den Entwicklungen Schritt zu halten. 13/ Image
3. Technikfokus.

Viele versuchen die neuen Herausforderungen mit dem Kauf neuem Material zu lösen. Was alleine nicht funktioniert.

Die Lösung militärischer Probleme ist stets eine Quersumme von materiellen-, personellen-, organisatorischen- und taktischen Maßnahmen. 14/
Nur eine dieser Komponenten zu betrachten ist zum scheitern verurteilt.
Man kann einen modernen Panzer kaufen, aber wenn man diesen auf einem modernen Gefechtsfeld genauso einsetzt wie jenen vor dreizig Jahren wird das eine kurzweilige Angelegenheit.

15/ Image
Ebenso bei den Drohnen/LM.

Die Bundeswehr versucht derzu welche zu beschaffen welche alle Buzzwords erfüllen (KI, Autonom etc.).
Wer diese wie einsetzt habe ich bislang noch nicht gehört.
Das Gegenteil dazu sehen wir gegenwärtig in der Ukraine.
Über 90% des Drohnenkampfes 16/ Image
Wird mit "simplen" Analogen Systemen durchgeführt.
Es ist günstig, in Masse verfügbar und funktioniert. Die Taktiken sind ausgereift, Einheiten aufgestellt und Personal ausgebildet.

Die Stärke der Russischen Drohnentruppen wird gegenwärtig z.B. auf 87000 Mann geschätzt. 17/ Image
4. Konformität vs Kreativität

Ein gängiges Problem. Wenn geübt wird, werden oftmals die gleichen Szenarien beübt.
Hat natürlich den Vorteil der Operationalisierung. Man kann die Leistung Operationalisieren und die Leistung einer Truppe einfach beurteilen. 18/ Image
Im Einsatz ist dies nur hilfreich wenn jenes Szenario auch genauso angetroffen wird.

Der Nachteil ist, dass im Einsatz nicht kreativ Lösungen gesucht werden, sondern versucht wird das bekannte Schema anzuwenden. (siehe Hedgehog)

Zum anderen ist es so schwer möglich neue 19/
Bedrohungen zu antizipieren.

Zu diesem Zweck hatten manche Armeen ganze "Feidtruppen" welche nicht einfach ein Szenario abspielen, sondern frei ihren Auftrag umsetzen, der Übtruppe das Leben schwer zu machen. Z.B. die OPFORs der US Army o die Blue Army der PLA. 20/ Image
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Interessanterweise meist bei Armeen mit Expeditionsarmeen.

Dies fordert die übtruppe und verhindert, das in starre Denk- u Handlungsweisen verfallen wird.

21/
5. Interdisziplinarität
Es gibt den magischen Ausdruck "aller Truppen" in der Bw. "Panzerabwehr a.T.", "Fliegerabwehr a.T" usw. Was ein äußerst erfolgreicher Ansatz ist, da Kenntnis, Awareness u Handlungsmöglichkeiten zu verschiedenen Themen in die Breite Masse der Truppen 22/
Gelangen.
Spezialisierte Truppen sind super, aber es wird wahrscheinlich kaum mehr HeFla u EloKa geben um mehr als die Schwerpunkte zu schützen.
Drohnen arbeiten an der gesamten Front u auch in der Tiefe.

Drohnenabwehr u EloKa a.T. müssen stärker thematisiert werden. 23/ Image
6. Kommunikation u Hierarchien

Die Ukrainer waren bei Hedgehog u.a. so erfolgreich, da sie direkte Kommunikation zwischen Aufklärung und Drone-Operator hatten (eigenes BMS) , sowie flache Hierarchien welche selbständige Entscheidungen zuließen.

In manchen Armeen ist 24/ Image
Die Entscheidungsfindung U der Zugriff auf Informationen (u Systeme) oftmals nur ab bestimmten Dienstgraden vorgesehen.
Dieser Anachronismus verzögert Prozesse.
Solche Kompetenzen sind am effektivsten wenn sie Aufgabengerecht zugewiesen werden.

25/
So, sehr viele Punkte, welche man einzeln definitiv noch weiter ausführen könnte, aber irgendwann ist auch gut.

Schöne Woche erstmal.

26/ Ente

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Mar 10
Interessante, wenn auch kleine Entwicklung bei US-Streitkräften.
Die neue Handgranate M111 hat nun ihre Zulassung bekommen und wird vermutlich bald in größeren Mengen beschafft.

Ich fasse mal kurz zusammen warum das nach den letzten Jahren der richtige Schluss ist. 1/🧵
Zuerst zu der Granate selber: Die M111 wird als neue Offensivgranate geführt.(Keine Splitter, nur Detonationsdruck) Wobei das ein kleiner etikettenschwindel ist da sie die alte Mk3 ersetzen soll.
Eigentlich ist es eine ASM (Anti Structure Munition) Granate welche mit 2/ Image
Image
Enhanced Blast Sprengstoff (Thermobarisch) mittels massiven überdruck wirkt.
Dies ist besonders wirksam gegen Gegner welche sich in Gebäuden oder Feldbefestigungen verschanzt haben.

Und gerade dies haben die letzten vier Jahre Krieg in der Ukraine gezeigt, hat 3/
Read 12 tweets
Feb 22
Da gewünscht und angekündigt ein Thread 🧵 zum Thema Messer. Hierbei vor allem was diesbezüglich im Feld sinnvoll ist.

Umstrittenes Thema.
Ich zeige auch auf wie ich es handhabe

1/ Image
Messer sind eins der ältesten Werkzeuge der Menschheit und werden in dieser Rolle wahrscheinlich immer Bewandtnis haben. Erst Recht militärisch.

Wohingegen die Nutzung als Waffe im militärischen sinne fast nahezu vollkommen an Bedeutungslosigkeit verloren hat. 2/ Image
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Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Auch aktuell.

Wer allerdings heutzutage noch von Messerkampf u Bajonettangriffen sinniert, hat meist zwei wesentliche Faktoren nicht verstanden.

1. Schusswaffen funktionieren sehr gut und sind in militärischen Konflikten
3/ Image
Read 14 tweets
Feb 5
Wie gewünscht, ein Thread 🧵 zu Waffen und Systemen, welche sich in der Ukraine bislang nicht bewährt haben.

Die Auflistung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und umfasst vorrangig jene Systeme welche mir selbst direkt so begegnet sind

1/
1. MALE Drohnen.

Medium Altitude Long Endurance Drohnen waren sehr effektiv im GWOT , hier besonders die Amerikanischen Reaper/ Predators.

Und auch in der Anfangsphase der Russischen Invasion wurden hiermit einige Erfolge erzielt.
Hier vor allem durch die 2/ Image
TB-2 Bayraktar, welche entsprechend medial glorifiziert wurde.
Das Problem ist, dass diese Erfolge größtenteils auf einem Überraschungseffekt beruhten. Die Ru. Flugabwehr u Eloka haben sich Recht schnell angepasst.
Denn aufgrund der Größe von MALE, ist es für konventionelle 3/ Image
Read 24 tweets
Jan 24
Zwar etwas spät, aber dennoch werde ich hierzu ein paar Worte verlieren.

Seit Mitte Dezember ist es öffentlich, das die Bw, die CZ P-10 C OR als P13 einführt.

Was mich seitdem nervt ist, wie viel falsche Aussagen dazu im Netz getätigt werden
Daher ein kleiner 🧵1/
Vorab: Ich habe P-10 bereits mehrfach genutzt. Sportlich so wie Dienstlich. Letzteres auch im Einsatz. Genauer gesagt P-10F und P-10C.

Tatsächlich habe ich eine auf einer meiner ersten Kampfmissionen genutzt.
Bei jener müssten wir dermaßen viel Sprengmittel zu Fuß verbringen 2/ Image
(über 30kg pro Person), das wir uns dazu entschieden haben pro zweimannteam nur eine Langwaffe mitzunehmen. Da Dienstlichte Pistolen Anfangs noch Mangelware waren, hatte mit nen Kumpel für die Mission seine private P-10F geliehen.

3/
Read 19 tweets
Dec 31, 2025
Etwas spät, doch hier die Auflösung .

Ein 🧵, nicht nur zu Steinen sonder auch zum Thema Urlaub/Ausgleich innerhalb der Ukraine 1/
Es handelt Sich um Kalk-Sandstein-Tuff (Ich habe keinen Eigennamen gefunden) und ich habe diese Bilder in Odesa während meine letzen "Urlaubs" aufgenommen.

Diese Steine wurden in den vergangenen Jahunderten in Cavernenen um die Stadt oder unter ihr abgebaut und 2/ Image
Image
Prägen das Stadtbild noch heute.
Als Nebenprodukt existiert zudem noch ein richtiges Katakomben-Netz.

Für mich war es das erste Mal, dass ich seit 22 wieder längere Zeit in dieser Stadt verbrachte. Bevor ich in den Osten wechselte, war mein Aufgabenbereich dort. 3/ Image
Read 20 tweets
Nov 29, 2025
Es waren heute 6° an der Front. Aber bald wird es Erfahrungsgemäß noch weitaus kälter.

Ein Problem was bei all den Diskussionen über Waffen o.ä. gerne übersehen wird sind grundsätzliche Ausstattungen wie z.B. Heizung.

1/ Image
Sowas fällt oft hintern rüber, besonders wenn um jeden Cent gerungen werden muss um weiter Wiederstand leisten zu können.

Die primäre Wärmequelle an der Front ist daher oft ein Holzfeuer. Was funktioniert, aber mit mehreren Nachteilen verbunden ist.

2/ Image
Anfänglich Logistisch simpel, da man das verheizen kann was man vor Ort findet. Wen dies allerdings weg ist oder an der Position generell nichts zu finden war, wird's Logisch sogar umso schwerer.

Und dann Signatur. Wärme u Rauch sind schwer zu verschleiern. Es ist daher oft 3/ Image
Read 6 tweets

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