Der 🇺🇦 Ex-Außenminister Kuleba sagt: Etwas hat sich gedreht.
Noch hat Ukraine die strategische Initiative nicht zurückgewonnen. Aber Moskaus Plan, Ukraine müde und den Westen mürbe zu machen, ist auf ganzer Linie gescheitert.
4) Kyjiw kann seine Probleme an der Front und im Hinterland nicht lösen.
Kulebas Beobachtung: Putin hat sich verrechnet. Sein Kriegsmodell funktioniert nicht.
In der Luft hat sich die Lage verändert. Die 🇺🇦 Drohnen-Fortschritte sind unübersehbar, bei Langstreckenschlägen hat man 🇷🇺 eingeholt. Raketenabwehr bleibt die Schwachstelle.
Doch das 🇷🇺 Masse-Prinzip garantiert keinen Vormarsch mehr, und 🇷🇺 kann sein Hinterland nicht schützen.
Entscheidend ist für Kuleba, dass die ukrainische Gesellschaft dem Druck standhält: trotz Angriffen, steigender Kosten, Mobilisierungsproblemen, Skandalen und Kälte-Terror. Sein Fazit: Die Ukraine repariert ihre Kriegsmaschine derzeit besser als Russland.
Putin hat keine Karten.
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Nach meiner Podcastfolge über sowjetische Ehrenmale schrieb mir ein guter Freund und Hörer. Pazifistisch geprägt, links sozialisiert, mit Kindern im wehrpflichtfähigen Alter.
Sein Einwand brachte mich zum Nachdenken.
Darum ein schonungslos ehrlicher Thread: ➡️
Mein Freund sagte sinngemäß:
„Ich verstehe die Notwendigkeit, die Ukraine zu unterstützen. Aber sobald ich dieser Logik folge, muss ich meinem Sohn sagen: Vielleicht musst du eines Tages selbst kämpfen. Das zerreißt mich.“
Ich finde diesen Einwand wichtiger als viele Talkshow-Dummheiten von Wagenknecht & Co.
Wer über Verteidigung und Wehrhaftigkeit spricht, sollte nie die jungen Menschen aus dem Blick verlieren, die nicht nur posten und liken, sondern am Ende ihr Leben riskieren müssten.
Am 30. April 1945 nimmt Adolf Hitler sich im Führerbunker das Leben. Die Leiche wird später gefunden und identifiziert.
Trotzdem verbreitet Stalin den Mythos, Hitler habe den Krieg überlebt und sei entkommen.
Warum?
Die Antwort ist ein Lehrstück sowjetischer Propaganda ➡️
Der Krieg ist längst verloren, als im April 1945 über zwei Millionen Rotarmisten Berlin einkreisen. Hitler befiehlt, die Stadt zu verteidigen, was rund 200.000 weitere Leben kosten wird.
Am 27., als die Sowjetarmee ins Stadtzentrum vordringt, trifft er den Entschluss zum Suizid.
Eine der letzten Nachrichten, die von außen in Hitlers Machtzentrale dringen, ist die vom gewaltsamen Tod seines einstigen italienischen Verbündeten Mussolini, dessen Leiche am Dach einer Tankstelle aufgehängt wurde.
Hitler weiß nur eines: So möchte er auf keinen Fall enden.
Im Frühling 1945 macht ein Witz in Berlin die Runde.
„Die Optimisten lernen Englisch, die Pessimisten Russisch.“
Am 20. April ist allen klar: Die Pessimisten haben gewonnen.
Über 2 Millionen sowjetische Soldaten stehen vor der Hauptstadt. Die Schlacht um Berlin beginnt ➡️
Ausgerechnet an Hitlers Geburtstag setzt ein Bombardement von kaum fassbarer Wucht ein. Die Rote Armee feuert aus 40.000 Haubitzen und Katjuscha-Raketenwerfern.
In den nächsten 12 Tagen geht mehr Sprenglast auf Berlin nieder als in den Luftangriffen der letzten fünf Jahre.
Rund 2,5 Millionen Zivilisten sind noch in Berlin, die meisten in Bunkern und Kellern, zwischen Koffern, Eimern und Verwundeten. Oben zittern die Häuser, unten gehen Nahrung und Trinkwasser aus.
Viele werden auf dem Weg zur Wasserpumpe von Artilleriegranaten zerrissen.
Am 15. April 1945 erreichen britische Truppen das KZ Bergen-Belsen. Der Moment wird heute als „Befreiung“ erinnert.
Aber dieses Wort täuscht.
Die Häftlinge von Bergen-Belsen (und anderen KZs) werden 1945 befreit, aber sie sind nicht frei.
Lasst mich erklären: ➡️
Die Briten finden rund 60.000 ausgehungerte und schwerkranke Menschen, zusammengepfercht ohne Nahrung, Wasser und sanitäre Versorgung. Typhus, Ruhr und Hunger wüten. In den ersten Tagen muss man Tote begraben, Seuchen eindämmen, Wasserleitungen herstellen, Nothilfe organisieren.
Noch im Juni 1945 werden in Bergen-Belsen mehr als 11.000 Patientinnen und Patienten behandelt. Die Sterberate liegt im April bei über 500 pro Tag (!) und sinkt erst Mitte Mai deutlich.
Die „Befreiung“ ist alles andere als ein Happy End. Eher der Beginn eines Überlebenskampfes.
In der Nacht zum 14. April 2022 kursiert auf russischen Kanälen ein schockierendes Gerücht: Die „Moskwa“, Flaggschiff der Schwarzmeerflotte, soll brennen.
Ausgerechnet die „Moskwa“!
Das darf nicht sein. Und so beginnt Russland einen verzweifelten Kampf gegen die Wahrheit ➡️
Der Lenkwaffenkreuzer „Moskwa“ ist ein Aushängeschild der russischen Kriegsmarine. Am 24. Februar 2022 forderte er die ukrainischen Verteidiger der Schlangeninsel zur Kapitulation auf. Die Antwort wurde weltberühmt: „Russian warship, go fuck yourself.“
Erst vor zwei Tagen, am 12. April 2022, ist eine Briefmarke erschienen, die den Schlangeninsel-Vorfall zum Thema hat: Ein ukrainischer Soldat zeigt der „Moskwa“ den Finger.
Am 13. April 1943 melden deutsche Medien einen „grauenvollen Fund“ bei Katyn: mehr als 10.000 polnische Offiziere, ermordet von der sowjetischen Geheimpolizei GPU.
Das Verbrechen ist echt.
Doch was jetzt folgt, ist eine Propagandaschlacht zwischen Mördern. ➡️
1939 teilen Hitler und Stalin Polen. Die Sowjets besetzen den Osten und verschleppen Teile der polnischen Elite.
1941 greift Deutschland die UdSSR an und kontrolliert bald ganz Polen.
Mit Stalingrad 1942/43 kippt der Krieg im Osten, 1943 gerät die Wehrmacht in die Defensive.
Schon 1941 erzählen sowjetische Kriegsgefangene den Deutschen von einem Massaker an polnischen Offizieren. Im März 1942 finden polnische Zwangsarbeiter bei Gleisarbeiten nahe Kozelsk ein Massengrab.
Doch erst 1943, auf dem Rückzug, schlachten die Deutschen die Geschichte aus.