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Most recents (7)

Da die Überlastung des Gesundheitssystems gerade so ein großes Thema ist (oder eben nicht🤓?)

Ich ziehe jetzt meine persönlichen Konsequenzen daraus und werde in wenigen Monaten die Arbeit als #Hausarzt aufgeben, mich evtl. komplett aus der Patientenversorgung zurückziehen.1/11
Neben persönlichen Gründen, auf die ich hier noch nicht näher eingehen möchte, ist es die momentane Entwicklung unseres Gesundheitssystems, die zu dieser Entscheidung geführt hat.
Dazu folgen ein paar Beispiele: 2/11
Ich habe in den letzten fast 20 Jahren in verschiedenen Institutionen (KH, Praxis) gearbeitet. Überstunden sind hier eine Selbstverständlichkeit. Freizeitausgleich gab es nie und das bei teilweise bis zu 30 Überstunden pro Woche (Ja Woche, nicht Monat!) 3/11
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Ich hatte mal das Gefühl, als #Hausarzt etwas Sinnvolles gegen #COVID19 beizutragen.

Jetzt sitze ich jeden Tag 2-3 Stunden in der Infektsprechstunde und frage mich, welchen Sinn das noch macht?

Ich sehe keine Unterstützung mehr seitens der Politik oder der PatientInnen.
Die Zahlen steigen auch hier gerade wieder deutlich, aber überall wird über Lockerungen gesprochen und die häufigste Frage der Menschen ist:
"Aber nach 7d kann ich mich doch wieder freitesten, oder?"
#HausärzteamLimit
Den Geimpften ist die Infektion (meist zu recht) egal, schwere Verläufe sehe ich unter ihnen aktuell auch nicht mehr.

Und den Ungeimpften, na ja, denen war Corona auch vorher schon egal. Die wundern sich allerdings doch häufig im Nachhinein über die Schwere der Erkrankung🤷‍♂️
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Die Linke Sachsen haben gestern eine interessante Grafik veröffentlicht. Im Osten hat das #Impfgegner tum also nicht "Tradition" wie Herr Ufer von der @saechsischeDE schreibt. Fakt ist aber auch das: dpart.org/de/publication…
Der Link führt zu der gestern medial präsentierten Studie: "Wer glaubt (noch) an Verschwörungsmythen" von @tobiasspoeri et.al @d_part Zitat aus der Zusammenfassung "Corona-Verschwörungsmythen finden sich aber nach wie vor in allen
Bevölkerungsgruppen.
Allerdings unterscheiden sich die Anhänger:innen derartiger Mythen unter anderem in ihren Wertehaltungen, indem sie beispielsweise weniger
gewillt sind, sich dem Gemeinwohl unterzuordnen. Zudem zeigen sie sich deutlich individualistischer und weniger solidarisch
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Krebspatient aus #Sachsen hat sich "weil er ja schon krank ist" aus Angst vor #Nebenwirkungen nicht #impfen lassen, es gebe in den Medien so viel "Gerede darüber", dann habe er sich nicht getraut. Diese #falsebalance gefährdet unsere Patienten!
Aber wird noch schlimmer:
1/
Ehefrau (#geimpft) beklagt, dass #Hausarzt wegen zuviel Stress und Aufwand keine #Impfung mehr anbietet. Sie wisse jetzt nicht mehr wo man sich noch impfen könne, #Impfzentrum habe ja zu...?
2/
Viele Menschen brauchen einfach eine persönliche #Aufklärung und direkten #Impftermin. Warum werden nicht endlich alle Patienten von ihren #Krankenkassen persönlich kontaktiert?
Gibt noch Mio Menschen da draußen, die wir vor #Covid bewahren können und keine #Impfgegner sind!
3/
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Anruf vom #Gesundheitsamt 🔴 eben an mich 🟢

🔴Spreche ich mit Herrn Tino B, geb xxx, wohnhaft yyy?
🟢ja
🔴Dann wissen Sie sicher, warum ich anrufe, Sie haben Corona.
🟢Aha, und wie haben Sie das ermittelt? Per Ferndiagnose?
🔴Sie haben am 17.09. einen #PCR Test gemacht.
🟢Nö.
🟢Ich habe einen Antikörpertest gemacht, um meinen aktuellen Titer zu erfahren.
🔴Und einen PCR Test bei Ihrem Hausarzt. Dieser ist positiv.
🟢Nein, ich habe noch NIE einen PCR Test gemacht, nur drei Schnelltests bisher.
🔴OK, jetzt bin ich verwirrt.
🟢Ich auch.
🟢Aber bei der Gelegenheit dürfen Sie mich jetzt gern zu einem offiziellen Genesenen machen. Meine Familie bitte auch, denn wir alle hatten im Februar Corona - inoffiziell.
🔴Nein, dafür brauchen Sie einen positiven PCR Test.
🟢Der Ihnen offensichtlich vorliegt, oder? (gelacht)
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🧵Wie ist Corona eigentlich für Hausarztpraxen? 🤔
Wenn es um die Überlastung des Gesundheitswesens geht (die wir alle verhindern wollen), dann reden wir z.B. über Gesundheitsämter (kein Personal, unterfinanziert), über Krankenhäuser und besonders die Intensivstationen
(... äh kein Personal, unterfinanziert)
aber was ist mit der Basis - den Hausarztpraxen?

Ich hab mal notiert, was aus meiner ganz persönlichen Blase los war, in den vergangenen zwei Wochen:

Mit mehreren (schwer chronisch kranken) Patient:innen diskutiert, wieso eine Impfung
sinnvoll ist. Ein älterer Herr, dem ich schon seit Monaten zu Impfung rate, fängt an zu weinen: Ja, er will sich doch impfen lassen. Eine Verwandte von ihm ist an Corona verstorben 😭

Ich führe mehrere Beratungsgespräche mit jungen, gesunden Patient:innen, die sich als gar nicht
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Interview mit @CiesekSandra und das ⬇️ machen noch eins deutlich: viele schielen zu einseitig auf die Intensivfälle & v.a. die Sterbefälle! Auch ein #COVID19-Patient auf Normalstation, ja sogar beim Hausarzt, ist kompliziert und verschärft die Lage im Gesundheitssystem! Wieso? 1/
#SARSCoV2 ist sehr ansteckend! Darum:

1) Man muss Patienten isolieren und dafür ganze Bereiche (Warte- u. Behandlungszimmer beim Arzt / Stationen im Krankenhaus) für andere Patienten sperren. Dadurch fällt indirekt schon ein Teil der normalen Versorgung weg!

2/
2) Bei Problem / Notfall kann ein #Pfleger nicht einfach mal kurz ins Zimmer reinschneien und nach dem Patienten sehen. Die brauchen zuerst Schutzausrüstung und müssen sich danach gut desinfizieren. Also: auch Personal muss speziell für die #Corona-Station abgestellt werden.

3/
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