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Most recents (8)

Jetzt muss ich mal was loswerden und bitte jede/n Einzelne/n das hier zu Ende zu lesen um dann folgende Frage zu beantworten:

Liegt es daran, dass ich
a) eine Frau bin
b) jung bin
c) „nur“ eine Allgemeinmedizinerin bin
d) alle Antworten sind richtig ?

Oder anders formuliert:
Hätten wir Menschenleben retten können wenn ich ein älterer Herr wäre?

Ich fühle mich gerade ein bisschen betrogen und will mal erklären warum. Seit Beginn der Pandemie im März 2020 habe ich eine 4stellige Zahl an Covid-PatientInnen zu Hause behandelt und betreut in mehr als
1300 Stunden am sogenannten „Covid-HÄND“ in Oberösterreich (Regelstunden + Überstunden). HÄND steht dabei für HausÄrztlicherNotDienst. Wir waren von 21.März 2020 bis zu Einstellung am 28.Februar 2021 quasi eine „Spezialeinheit“ die zu positiv getesten PatientInnen,Verdachtsfällen
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Das ist ein sehr persönlicher Bericht. Von einer Intensivstation. Es ist eine andere Welt, für viele nicht greifbar, weshalb unklar ist was #Corona für eine ITS bedeutet. Ich würde gerne versuchen aus Laienperspektive hierzu eine Erfahrung zu schildern. 1)

Ein Thread.
Vor Jahren durfte ich für über ein Jahr Vollzeit in der @ChariteBerlin (Virchow) auf der hämatologisch-onkologischen Intensivstation (51a) mitarbeiten. Die 51a war für die Behandlung schwerstkranker Patienten im Blutsystem (z.B. Leukämien) oder Tumorerkrankungen spezialisiert. 2)
Vor ein paar Tagen kam in der ARD der Vierteiler zur Station 43 im Virchow-Klinikum der Charité, die aktuell als Coronastation der Maximalversorgung dient. Wer sich für diese Perspektive zur Corona-Situation interessiert, dem verlinke ich unten den Beitrag. 3)
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Heute Frühdienst gehabt. 8Patienten, 6 davon beatmet, 1 Maske mit Reservoir und 15l O2 (später HighFlow) - 4 davon Covid positiv (B117 +Südafrika-Variante). Im Frühdienst waren: ich, eine PK die die letzten 15Jahre im OP gearbeitet hat, eine Pk die von Normalstation aushelfen
kam und 3 Azubis. Also nominell eigentlich viele Köpfe. Die Azubis und die Pk aus dem OP dürfen nicht in Covidzimmer und die Dame von Normalstation hat nicht genug ITS-Erfahrung um allein beatmete Patienten zu übernehmen. Also hatte ich heute 6beatmete Patienten und musste
den einen Covid-Pat von Maske auf HighFlow umstellen. Das ist alles so Scheiße, sodass mein Urlaub eigentlich jetzt schon aufgezehrt ist. Nicht nur, dass ich quasi Covid- und Nichtcovid-Patienten betreuen MUSSTE, weil es niemand anderes konnte, musste ich gleichzeitig auch
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Ach ihr *******. Es gibt jetzt schon so viele gute Konzepte. Fangt doch einfach endlich mal beim Lohn an. Bekommt man für andere Branchen doch auch hin. Aber nein, lieber wieder mit Lobbyisten reden, damit wir weiter ausgebeutet werden können. Ihr wollt Ideen?
4000€/brutto Anfangsgehalt, auf ITS 5000€/brutto. 32-35h/Woche. Geregelte Überstunden, mehr Zuschläge für Nacht/Wochenendarbeit/Sonntag/Feiertag. Dienstpläne 8Wochen im voraus. Bessere Ausbildungsbedingungen (mehr Praxisanleitung, Gehalt hoch,..)
Wertschätzung und nicht Sklaverei. Empfindliche Strafen wenn PPUGS unterschritten werden. Betten sofort sperren können. Bessere PPUGS auch auf nicht-schwerpunkt-Stationen. Und wenn ich jetzt nicht los müsste würden mir noch drölfzig Dinge einfallen.
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Vor 1 Jahr waren wir am 1.4. bereits in einem echten Lockdown. Bei niedrigeren Infektionszahlen. Weil die Bilder aus Bergamo auch die Politik aufgeschreckt hatten. Das medizinische Personal hat im vergangenen Jahr sein Äußerste gegeben. Und häufig noch mehr.
1/
Die außergewöhnliche Leistungs-und Leidensbereitschaft tausender Beschäftiger in der Medizin und unser recht gut apparativ ausgestattetes Gesundheitssystem sowie die Disziplin der breiten Masse der Bevölkerung haben das Schlimmste verhindert.
2/
Heute flehen erschöpfte Pflegekräfte, Therapeuten und Ärzte um den Lockdown, damit sich Bergamo 2020 nicht in Hannover, Hamburg, Berlin, München oder anderswo 2021 wiederholt. In den Krankenhäusern liegen zum Teil noch Patienten der 2. Welle.
3/
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#nichtselbstverstaendlich

Danke für das Format, für die Aufmerksamkeit @officiallyjoko & @damitdasklaas

Es wird Zeit. Die #DritteWelle ist da & viele der Kollegen sind dank jahrelangem #pflegenotstand schon lange am Limit.
Die Pandemie traf uns im #yearofnurseandmidewife
Wenn ihr jetzt denkt, "super Anlass, mal richtig in die Pflege zu investieren&die Bedingungen zu verbessern" weit gefehlt. Stattdessen wurde quasi sofort die #PPUG ausgesetzt - ein Instrument zum Schutz (!) von Patienten & vor Überlastung der Pflege
aerztezeitung.de/Politik/Spahn-…
Dann wurde klar, dass d Bundesregierung im Punkt "Krisenmanagement & Materialvorhalt im Pandemiefall" trotz Szenarien,d heute erschreckend nah sind,versagt hat #keinIsoMaterialfürCorona
Pflege musste ohne sichere PSA(persönliche Schutzausrüstung) #Covid_19 Patienten versorgen
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Die Worte, die mir durch den Kopf gehen will ich nicht schreiben (überlasse ich aber GERNE anderen).

@jensspahn soll PERSÖNLICH dafür geworben haben, dass es zu keinen Tarifvertrag in der #Pflege kommt.
Wenn sich das bewahrheitet, F* dich! /PM
#CDU
amp.tagesspiegel.de/wissen/es-komm…
#Spahn hat doch noch Anfang des Monats dazu geäußert, dass während April-Juni 2020 9.000 #Pflegekräfte den Beruf verlassen haben.

Er selbst war der Auffassung, er habe alles mögliche getan, um das zu verhindern oder neue zu finden. Ohne Resultat. /PM
rnd.de/politik/corona…
Bis 2035 könnten uns 500.000 Kräfte in der #Pflege fehlen.

Die Menschen sind bereits jetzt überarbeitet und demotiviert, da Personal fehlt. Mit Glück erreichen Pfleger*innen 2700€ Brutto. /PM
de.statista.com/statistik/date….
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Wir stehen jetzt vor der dritten Welle. Schon in der zweiten Welle sind Patienten aufgrund des Mangels an Personal gestorben. Seitdem sind einige Pks gegangen. Die dritte Welle wird für uns vlt sogar schlimmer, weil immer mehr Patienten auf die ITS kommen, die „unser Alter“
sind, die dann vermehrt kleine Kinder haben, mitten im Leben stehen, noch viel vor sich haben. Ich frage mich, was das mit uns machen wird. Ich habe Angst davor. Aber wie immer werden wir unser Bestes geben. Alle gemeinsam. Und danach vermutlich in ein tiefes Loch voll mit
Demotivation, Depression, Angst, Angst vor allem davor ob man im Stress vlt etwas falsch gemacht haben könnte (weil bspw mal wieder 2Notfälle gleichzeitig in 2 unterschiedlichen Covid-Zimmern). Seufz. Ich danke Pro7 wirklich sehr dafür! Denkt daran, kämpft mit uns!
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