Liebe @zeitonline, lieber Martín Steinhagen @mstnhgn,
eigentlich ein prima Text, aber ein dicker Klops ist drin:
Doch, individuelle Kaufentscheidungen haben Einfluss auf den Klimawandel, denn in unserer Marktwirtschaft spielen Nachfrage und Angebot eine riesige Rolle.
Thread
2. Ja, die CO2- und Methanemissionen für den Fleischburger entscheiden sich nicht spontan dazu, sich doch wieder irgendwo einzulagern, weil ich einen Veggieburger kaufe. Das gilt aber für so ziemlich alle Produkte, über die wir jeden Tag diskutieren:
3. Wenn ich anstatt der Avocado einen Apfel aus der Region kaufe, setze ich dadurch in der Anbauregion nicht wieder das Trinkwasser frei, das für die Avocados draufgegangen ist. Entscheidet sich jemand für ein Fahrrad und gegen einen Tesla, dann fliegt das Lithium nicht wieder
4. ...in einen chilenischen Salzsee zurück. Packe ich die Tomaten in ein mitgebrachtes Stoffsäckchen, wurden die Plastiktütchen für die Gemüsetheke trotzdem schon produziert. Nach der Logik wäre es ja nicht weiter schlimm, wenn ein Supermarkt abends einfach ...
5. ... das komplette Gemüseregal in den Müll schmeißen und alles neu kaufen würde, denn die Sachen lagen ja ohnehin schon alle da rum. Der Witz ist jedoch, dass man durch alle Kaufentscheidungen Nachfrage generiert.
6. Ja, mit dem Kauf eines Veggieburgers rette ich nicht das Schwein, das auseinandergesägt zwei Regale weiter im Regal liegt. Es hat aber einen Einfluss auf das Schwein, das hoffentlich gar nicht ins System der Tierausbeutung geboren wird, weil sich das dann nicht mehr lohnt.
7. Die Kaufentscheidungen eines einzelnen Menschen führen selbstverständlich nicht automatisch dazu, dass Händler gleich ihr Sortiment umstellen, dazu muss das Produkt sich ja insgesamt zu schlecht verkaufen. Es ist aber letztendlich immer eine einzelne von ganz vielen...
8. ... Kaufentscheidungen, durch die die Grenze zwischen profitabel und nicht mehr profitabel durchbrochen wird, ab der Händler also weniger bestellen, Produzenten weniger produzieren usw. Und dann werden nicht nur rechnerische sondern ganz reale Emissionen eingespart.
9. Das funktioniert ja heute schon, Firmen wie Rügenwalder stellen große Teile ihres Sortiments um, es gibt vegane Patties bei McDonald's und eben auch bei Lidl und Aldi, wie Du ja selbst bemerkst. und das alles nur wegen vielen Milliarden einzelner Kaufentscheidungen :)
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