Fast so schlimm wie die Fifa: Die Journalismuspolizei auf dem #36c3, die kontrolliert, welche Bewegtbilder Journalisten anfertigen, weil Gäste & Veranstalter meinen, eine Veranstaltung mit 15.000 Leuten sei kein öffentliches Ereignis, über das man ungehindert berichten dürfte.
Hintergrund sind die datenschutzrechtlichen Bedenken, dass Gäste gegen ihren Willen erkannt werden könnten. Deshalb werden Film- und Kamerateams auf dem #36c3 jeweils zwei freiwillige Begleiter an die Seite gestellt, die aufpassen sollen, dass Kameraleute nichts Falsches filmen.
Die sind meistens auch sehr nett, aber eine meist wenig geübte Hobbytruppe von Aushilfspolizisten, die Bildkontrollen vornimmt, was sich erstens nicht gehört & zweitens Kindergarten ist & drittens einem Verein mit anarchistischer & liberaler Tradition schlecht ansteht.
Deswegen sollte dieser Quatsch enden, genauso wie das Bildregime der Bundesliga & das Bildregime bei Madonna-Konzerten zu bekämpfen ist.
Mir geht es nicht darum, das Recht am eigenen Bild in Frage zu stellen, sondern um die Vorstellung einer auf Emanzipation bedachten Szene, dass dies durch mediale Ordnungshüter zu leisten ist. Dieser im Kern autoritäre Gedanke hat mich schon immer befremdet, egal wo.
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