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May 20, 2020, 10 tweets

Während die Heinrich-Böll-Stiftung am 4.11.2017 unser kritisches Online-Lexikon Agent*in zum organisierten Antifeminismus aus dem Netz nahm und sich entschuldigte, publizierte sie am 20.11.2017 einen kritischen Artikel zur Gates-Stiftung.

Natürlich ist es wichtig, über weltweit operierende Stiftungen aufzuklären, wie dies dieser Artikel der HBS macht: boell.de/de/2017/11/20/…

Allerdings hat die Aufklärung eine Schräglage. Es gibt nicht nur die ferne us-amerikanische Gates-Stiftung. Es gibt auch deutsche Netzwerke von Multimilliardären. Es gibt weniger Shitstorm, wenn man sich mit us-amerikanische als wenn man sich mit deutschen Netzwerken anlegt.

Der Böll-Artikel wird breit geteilt und stößt gerade auch in halbinformierten linken Kreisen auf große Resonanz, als Beleg für eine Weltverschwörung. Dies wird ermöglichst durch einfache Schwerpunktverschiebungen:
#Genderwahn -> #Klimawahn -> #Coronawahn

Wir hatten in unserer kritischen Online-Enzyklopädie zum organisierten Antifeminismus #Agentin an #Lobbypedia orientiert, allerdings absolut und relativ weniger Personenartikel und mehr Artikel zu den Netzwerken und Narrative online gestellt als Lobbypedia.

Es geht nicht darum, einzelne Personen an den Pranger zu stellen, wie Verschwörungsideologen dies nun mit Bill Gates machen, sondern gleichzeitig Narrative, Diskurskoalitionen und Netzwerke, zu denen dann natürlich auch die Nennung einzelner Akteur*innen gehört.

Die Entscheidung der Heinrich-Böll-Stiftung vom Nov. 2017 einerseits ein breit angelegtes kritisches Lexikon zum organsierten Antifeminismus (inkl. Verschwörungsnarrativen) vom Netz zu nehmen und gleichzeitig die Gates-Stiftung in den Fokus zu nehmen, rächt sich heute.

Wir haben Agent*in ohne jede institutionelle und finanzielle Unterstützung weitergeführt:
diskursatlas.de/index.php?titl…

Es wäre wichtig, den Diskursatlas Antifeminismus um weitere Diskursatlanten zu ergänzen, bspw einem Diskursatlas Klassismus, der unter anderem die hayekanischen Narrative und Netzwerke analysiert und dokumentiert, wie sie sich paradigmatisch hier zeigen:
andreaskemper.org/2020/05/12/atl…

Leider gibt es dafür keine institutionelle Unterstützung.

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