Ulrich Leth - #LobauBleibt Profile picture
Verkehrsplaner, Proj.-Ass. @tuvienna, Berater v. @radlobby u. @gehtdoch_at, Mit-Initiator von @platzfuerwien und @wirmachenwien. Hier privat.

Aug 28, 2020, 10 tweets

Alles Gute zum 5. Geburtstag, liebe #Mahü!
Die Mariahilfer Straße bleibt ein eindrucksvolles Beispiel, welchen positiven Einfluss die Verkehrsberuhigung einer Straße auch auf die umliegenden Parallelstraßen haben kann!
ots.at/presseaussendu…

Das sind die Ergebnisse von Verkehrszählungen vor (im Juni 2013) und nach (im Feber/März 2015) dem Umbau zur Fußgänger- bzw. Begegnungszone, im Zeitraum von 6-9 und 15-19 Uhr (7 Stunden). Auf den Tag hochgerechnet macht das 14.000 Kfz weniger im Korridor.
wien.gv.at/stadtentwicklu…

Und das, obwohl - wie sooft - der Weltuntergang in Form von Ausweichverkehr (bis in den 5. (!) und 8. Bezirk), Geschäftesterben, etc. herbeigeschrieben wurde.
diepresse.com/1435788/mariah…

Dass der Weltuntergang ausblieb, ist kein Zufall. Kfz-LenkerInnen sind viel flexibler, als VerkehrsplanerInnen (und Verkehrsmodelle) uns glauben machen. Sie suchen sich andere Verkehrsmittel oder Ziele, oder fahren eben gar nicht mit dem Auto.
researchgate.net/publication/32…

Heute ist völlig unvorstellbar, dass auf der #Mahü einmal knapp 10.000 Kfz täglich unterwegs waren und dafür 2 Fahr- und 2 Parkspuren zur Verfügung hatten, während sich daneben über 60.000 FußgängerInnen auf den engen Gehsteigen wälzten (Fotostrecke unten)
kurier.at/chronik/wien/m…

Und trotzdem: die Befragung, ob die Mariahilfer Straße umgebaut werden sollte, ging nur haarscharf für den Umbau aus. Knapp ein Jahr später lag die Zustimmung allerdings schon bei über 70 %.
Massiv profitiert hat die Verkehrssicherheit ...

... und die Wirtschaft, die sich noch massiv gegen den Umbau gewehrt hatte. Die Erkenntnisse aus der Neugestaltung der Mahü haben aber wesentlich dazu beigetragen, dass die @WKOwien inzwischen ein Fan von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen ist.
derstandard.at/story/20001100…

Kein Wunder: FußgängerInnen und RadfahrerInnen gehen nicht nur öfter (und lokaler) einkaufen, sie geben in Summe auch mehr Geld aus. Die Brieftasche geht eben zu Fuß (und fährt Rad)!
heise.de/tp/news/London…

Bei der Herrengasse und Rotenturmstraße war der Widerstand dann schon geringer - wohl auch, weil zahlungskräftige Anrainer den Umbau mitfinanzierten.
Auch wenn sich die Frage stellt, ob man früher (Fuzo Kärntner Straße) nicht progressiver war als heute.
wienschauen.at/rotenturmstras…

Welche Straße kommt als nächste dran? Schottengasse, Praterstraße, Landstraßer Hauptstraße, Margaretenstraße, Josefstädter Straße, Thaliastraße, ...?
Eins ist klar: der Weltuntergang wird auch beim nächsten Mal ausbleiben!

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