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baumbewohnender Beutelsäuger

Aug 29, 2020, 6 tweets

Ich trage seit 2 Jahren eine Kette mit einem Anhänger, in den die Namen der Kinder eingraviert sind. Es ist eine hübsche Kette, aber nicht unbedingt die Kette, die ich jeden Tag zu jeder Gelegenheit tragen würde. Ich habe durchaus eine Menge an Schmuck, der meiner Persönlichkeit

entsprechen würde. Aber ich trage immer die Kinderkette. Für die Kinder. Die mögen sie sehr gerne, spielen oft damit herum. Sie brauchen das für ihre Sicherheit. Weil ich ihre Mama bin. Selbst, wenn mich die Kette stört oder nervt, lasse ich sie an. Für die Kinder.

Ich wohne an einem Ort, an dem ich nicht wohnen würde, hätte ich keine Kinder. Es ist gut dort für meine Familie, darum wohnen wir da.
Ich fahre nicht das Auto, das ich fahren würde, wäre es nicht das Richtige für meine Familie.
Ich habe nicht den Arbeitsplatz, den ich hätte,

müsste ich nicht Familie und Geldverdienen unter einen Hut bringen. Ich hätte wahrscheinlich einen Job, der mir sehr viel mehr Spaß machen würde, mir Chancen böte und das dreifache Gehalt.
Ohne Kinder könnte ich den Liebsten so oft sehen, wie ich wollte, weil ich in seiner Nähe

wohnen könnte. So bleibt es bei einer Fernbeziehung.
Ohne Kinder könnte ich Reisen, mal abends weggehen, zu Abendessen, wann es mir passt, mich betrinken oder eine Nacht durchmachen, oder regelmäßig zum Sport gehen.
Ich akzeptiere das, dass einfach immer alles nicht geht,

wie ich es machen würde, wäre ich frei. Bin ich aber nicht. Es sind massive Einschränkungen meiner persönlichen Freiheit, meiner Entfaltungsmöglichkeiten und meiner Träume.
Einschränkungen, die der Vater nicht hat. Aber für die Gesellschaft zählt seine Leistung mehr als meine.

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