Heute ist der zweite Verhandlungstag, an dem Betroffene aus der Synagoge im #HalleProzess Aussagen werden. Wir werden hier in den Pausen weiter berichten. ⬇️
Vor Beginn der Verhandlung zeigt einer der Verteidiger dem Angeklagten etwas auf seinem Handy und der Täter zeigt auf einzelne Personen im Bereich der Nebenklage.
Der erste ist der Sicherheitsbeauftragte der Synagoge. Er Beschreibt wie er den Täter auf dem Bildschirm relativ schnell als Gefahr erkannt hat und den Gemeindevorsteher informiert hat. Danach beobachtete er das Tatgeschehen auf dem Bildschirm weiter. #HalleProzess
Anschließend wurde er auf dem Polizeirevier verhört und spät am Abend kam er wieder Nachhause. #HalleProzess
Der Verteidiger Weber stellte mehrfach explizit Fragen zur Sicherheit der Synagoge die er im Präsens formulierte. Es kam zum Schlagabtausch mit der Nebenklagevertreter*innen die die Fragen beanstandeten. Die Staatsanwaltschaft blieb passiv.
Der Sicherheitsbeauftragte wendet sich mit den Worten direkt an den Verteidiger: „Jetzt frage ich als Jude sie, planen sie etwas?“. Das zeigt wie präsent eine Bedrohungslage für Juden und Jüdinnen in Deutschland ist. #HalleProzess
Der Verteidiger Weber fragt nach einem Umstand den er bereits im Verfahren mehrmals auf Lichtbilder gesehen hat.
Abschließend beschreibt er wie sehr seine Mutter immer noch unter der Tat leidet.
Die nächste Zeugin war wie bereits mehrere Zeug*innen gestern mit der Base-Gruppe aus Berlin angereist. Die Studentin der jüdischen Theologie lebte zum Zeitpunkt der Tat erst etwa ein halbes Jahr in Deutschland. #HalleProzess
Bereits auf dem Weg zur Synagoge in Halle fiel ihr der fehlende Polizeischutz auf. Auch sie kritisiert den Polizeieinsatz deutlich. #HalleProzess
Vor dem Eintritt in den Bus war sie mit einem Beamten konfrontiert der ihr das gerade erhaltene Essen wieder abnehmen wollte. Diesem war nicht möglich ihr zu erklären warum sie dieses wieder abgeben sollte. #HalleProzess
Sie kritisierte auch das ihnen durch die deutsche Polizei Nummern zu geordnet wurden. Bei ihr löste es direkt Assoziationen an die Verfolgung der Juden im zweiten Weltkrieg aus. #HalleProzess
Bisher hat jede Person aus der Synagoge deutliche Kritik an der Behandlung durch die Polizei formuliert. Nur als Erinnerung H. Stallknecht sagte danach dem Anschlag die Polizei Arbeit wäre Fehlerfrei gewesen. google.de/amp/s/www.mdr.…
Die Zeugin hofft, dass die Gesellschaft an dem Attentat reift, wie auch sie daran gereift ist. Dennoch fragt sie sich, ob so ein Attentat notwendig war, damit die Gesellschaft aufwacht. #halleprozess
Weiter formuliert sie: „Möge die Gesellschaft sehen, dass Antisemitismus sehen, dass Antisemitismus weiterhin besteht.“
Sie beschließt ihre Einlassung mit dem Statement: „Heute ist es Zeit zu sagen: Stop, es reicht!“. Dem möchten wir uns ausdrücklich anschließen #gegenjedenantisemitismus
Wir meine natürlich Stahlknecht.
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