Markus Marterbauer Profile picture
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Sep 14, 2020, 6 tweets

Mehr als Hälfte des Vermögens kann in D, F, UK, CH Erbschaften, nicht eigener Leistung zugeordnet werden. Ähnlich in Österreich. Fehlende progressive Erbschafts- u Vermögenssteuer ist auch unter Gesichtspunkten der Leistungsgerechtigkeit falsch. 1/5

In Ö besitzen Haushalte, die geerbt haben, in allen Alterskohorten 2- bis 3-faches Nettovermögen d Haushalte ohne Erbe. Nur gut 1/3 d Haushalte erbt. Erbschaften sind für Position in Vermögensverteilung viel wichtiger als Sparen aus Arbeitseinkommen, sie erhöhen die Ungleichheit.

Bei Haushalten, die geerbt haben, ist Anteil der BesitzerInnen v Unternehmen, Fonds, Aktien, Hauptwohnsitz doppelt u Anteil der BesitzerInnen weiterer Immobilien 4x so hoch wie bei Haushalten ohne Erbe. Geerbtes Vermögen prägt Gesellschaft.

Verteilung der Erbschaften ist extrem ungleich. Nur ein Drittel hat Haushalte geerbt. Untere 90% der Haushalte mit Erbschaft durchschnittlich 120.000 €. Oberstes Prozent erbt im Durchschnitt 3,4 Mio €. Die Vererbung von Überreichtum gefährdet Gesellschaft und Demokratie.

Solange Arbeit besteuert wird, muss auch Erben besteuert werden. Wer dies nicht will, sollte wenigstens das Schwadronieren von Leistungsgerechtigkeit und Chancengleichheit einstellen. Zeit für eine progressive Erbschafts- und Vermögenssteuer. 5/5

Vermögen zu erben, halten wohl nur jene höheren Söhne & Töchter für eine eigenständige Leistung, die Arbeit höchstens von der Tätigkeit ihrer Hausangestellten kennen.

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