Robert Claus Profile picture
Arbeitet zu Vielfalt und Antidiskriminierung, Fußball und Fankulturen, extreme Rechte und Kampfsport. Lieblingsanrede in Mails: Lieber Klaus, ...

Sep 26, 2020, 13 tweets

Schwerer Schlag gegen das extrem rechte Kampfsportevent "Kampf der Nibelungen": Heute sollten die Kämpfe für den Stream am 10. Oktober in Magdeburg aufgezeichnet werden. Die Polizei durchsuchte und untersagte die Veranstaltung. #nonazis #kdn #nokdn

volksstimme.de/lokal/magdebur…

Der KdN hatte sich seit 2013 zum größten Kampfsportevent der militanten Neonaziszene in Westeuropa entwickelt, Kämpfer und Publikum reisten bundes- und europaweit an. Bereits 2019 untersagte das OVG Bautzen das Event. (1/x)

Mein damaliger Thread ist nach wie vor aktuell:

2020 sollte das Event online gestreamt werden, um a) ein Verbot zu umgehen und b) möglichen Corona-Auflagen gerecht zu werden. Dieser Plan ist nun gescheitert.

Das abermalige Verbot dieses Jahr ist ein schwerer Schlag für die militante Nazi-Szene, die mit dem Event ihre Netzwerke bespielt und politische Aktivitäten finanziert.

werkstatt-verlag.de/isbn/978373070…

Im Netzwerk des KdN professionalisieren militante Neonazis ihre Gewalt im Kampfsport. Insofern ist das Verbot nur konsequent: Eine Demokratie kann nicht tatenlos dabei zuschauen, wie die nächste Generation an rechtsterroristischem Nachwuchs heranwächst.

Der Dortmunder Neonazi Alexander Deptolla - auf den der KdN auch steuerrechtlich angemeldet ist - wird in arge Erklärungsnöte gegenüber seinen Kameraden kommen, die schon 2019 auf ihr bezahltes Ticket nachdrücklich bestanden.

Es ist durchaus möglich, dass dies das Ende des "Kampf der Nibelungen" markiert bzw. einläutet: Denn was soll ein Kampfsportevent sein, dass in Deutschland keine Events durchführen kann?

Die gesamte Entwicklung rund um den "Kampf der Nibelungen" und sein internationales Netzwerk militanter Neonazis habe ich in meinem jüngst erschienenen Buch "Ihr Kampf" beschrieben und analysiert.

werkstatt-verlag.de/isbn/978373070…

Dennoch besteht auch nach dem Verbot kaum Grund zur Entwarnung: Extrem rechte Ideologie bleibt gewaltvoll und gefährlich, Neonazis werden weiterhin Kampfsport trainieren und Straftaten begehen, es braucht viel mehr Prävention und Gegenwehr!

Auch der deutsch-russische Neonazi-Kampfsportler Denis "Nikitin" Kapustin - Gründer der Marke White Rex und derzeit wohnhaft in Kiew - beklagt das Verbot der Veranstaltung. Die Szene extrem rechter Kampfsportler ist organisatorisch und finanziell hart getroffen.

Während in Nazichats beklagt wird, wie hart den #KdN das heutige Verbot getroffen hat, üben sich dessen Organisatoren in der nationalsozialistischen Disziplin der Durchhalteparolen. Sie werden wohl versuchen, die Kämpfe anderweitig zu veranstalten, Behörden sollten wachsam sein.

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