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"It is a very sad thing that nowadays there is so little useless information." (Oscar Wilde) Anonyme Kommunikation über Signal: N0x8000.23

Sep 27, 2020, 17 tweets

Ich will Sie einmal beim Wort nehmen und sehen, was herauskommt. Da es viele verschiedene Wissenschaftler und Überzeugungen gibt, halte ich mich an den fleissigen Erkenntniszuträger Irenäus E.-E., der sich besonders gut eignet, da er selbst mit seltsamen Aussagen auffiel, als

er seine Erkenntnisse in einem Spiegel-Interview in die Gegenwart übertrug.
Sie dürfe zunächst einiges über die Neuroethologie der menschlichen Freiheit nachlesen. Wesentlich ist, dass wir Menschen im Gegensatz zum Tierreich über eine außerordentliche Freiheit von den

Triebkräften verfügen, die wir durch Erziehung, Kultur und eigenes Denken erreichen können. Hätten Sie recht, es hätte weder Galizien gegeben noch die Aufnahme schwarzhäutiger Männer aus Alexanders Alpenüberquerung in die damaligen, sagen wir Alpenbergvölker, die uns schon

dadurch bezeugt werden, dass weiße Eltern heute immer mal schwarzen Nachwuchs haben.
Woher kommt die Überzeugung, dass Menschen infolge der Evolution (Quatsch, der richtige Begriff lautet stammesgeschichtliche Anpassung, wenn sie schon von Wissenschaft schwadronieren, es gibt da

einen Unterschied) andere ablehne würden? Wenn Sie von Religion schreiben, haben Sie Ihr Argument bereits versenkt, denn wann sollte Religion in die stammesgeschichtliche Anpassung eingegangen sein? Monotheistische Religionen sind eine Kulturleistung ersten Ranges aus den

letzten paar Augenblicken der stammesgeschichtlichen Anpassung, damit verlieren Sie "Wissenschaftler" ihr zweites Argument.
Woher es kommt? Von den Kindern und der irgendwann einsetzenden sog "Fremdenangst". Das Phänomen ist nicht vollständig geklärt, insbesondere, wenn es

plötzlich die eigenen Eltern betrifft oder hinter das Phänomen des Bartträgers zurücktritt. Was Sie bei den Kindern finden, ist eine Entwicklung, die in gewissem Sinn stammesgeschichtliche Anpassung nachholt - im Leben außerhalb der Mutter, die Menschenkinder vollkommen

ungeschützt vier Jahre zu früh verlassen, verglichen mit Säuretieren anhand der zum Geburtszeitpunkt ausgeprägten Fähigkeiten. Wir Menschen bleiben nicht auf der früheren Entwicklung stehen, wir reifen zum Erwachsenen aus, der wie oben beschrieben in der Lage ist, zum Wohle

seines Sozialverbandes (wir leben heute weder in Höhlen noch in Stämmen) seine Triebabfuhr zu steuern.
Werfen wir einen Blick in Abschnitt 4.2 des o.a. wissenschaftlichen Werkes. Die Frage einer angeborenen Xenophobie mag umstritten sein, nicht aber die einer Anpassung:

"Offenbar bildet die Xenophobe einen wichtigen Bestandteil des menschlichen Verhaltensrepertoires. Sie liegt als stammesgeschichtliche Anpassung vor, kann aber durch Erziehung stark beeinflusst werden. In vielen Kulturen wird sie von den Eltern zu erzieherischen Zwecken benutzt

und dabei als Sekundäreffekt sicher bekräftigt: Als ein Tasadaysäugling greinte, ermahnte ihn die Mutter, dass der Fremde ihn mitnehmen würde, wenn er nicht ruhig sei. Entsprechendes hörte ich immer wieder von den Yamomami."

Haben Sie es mitgeschnitten? Selbst die stolzen Yamomami, die von der alternden Leni so bewundert wurden, Sie wissen schon, die Riefenstahl, sind in der Erziehung, wie Sie so verächtlich schreiben, "linksgrün".
Und nun dürfen Sie die Frage stellen, warum das so ist. Die Lösung

liegt im Begriff der stammesgeschichtlichen Anpassung, die Yamomami, die so handelten, waren evolutionär erfolgreicher, nicht als Individuen, sondern als Sozialverband (deswegen ist stammesgeschichtliche Anpassung richtig, Sie Großgeist).
Was das Wesen der Wissenschaft angeht,

lesen Sie Popper. Danach denken Sie darüber nach, ob in allen Wissenschaften die Überprüfung durch Experiment möglich ist.
Damit komme ich zu Ihrem Post zurück. Sie antworten auf die Betroffenheit anderer Menschen mit dem dümmsten "wissenschaftlich bewiesen"-Tweet, der denkbar

ist. Ich konstatiere bei Ihnen vollkommen unwissenschaftlich einen Mangel an Empathie während des Schreibens, und was bringt mich zu der Frage, was Sie eigentlich ausdrücken wollten, ohne es wirklich zu schreiben. Schreiben Sie doch eigentlich, was Sie wirklich denken.

P.S. Ist es Ihnen unangenehm, mein humanethologisches Kurzzeitexperiment zu sein?

P.P.S. Die fehlende Abbildung, also Ihr Lesestoff.

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