Damit man eine Vorstellung kriegt, wie das bei Munition, dem Abbrandverhalten und dem Gasdruck so funktioniert:
Nimmt man eine Patrone .38 Special, ist die relativ schwach vom Druck her mit um die 1500 bar
Ist so für Revolver recht praktisch 1/x
Zum Vergleich:
Patrone in 9mm Luger kann problemlos über 3000 bar haben, also schon sehr drastischer Unterschied und die .38 spec ist da eher im unteren Spektrum einzuordnen. 2/x
nehme ich aus der .38 spec jetzt bissl Pulver raus, würde man denken "joa, weniger Explosivmasse macht weniger bumms, ist logisch" und man würde eher so an 1200 bar denken oder so. 3/x
Tatsächlich aber ist das Gegenteil der Fall, der Revolver würde mit hoher Wahrscheinlichkeit sowas nicht überstehen und es gäbe einen ziemlichen Knall mit extrem hohen Gasdruckspitzen jenseits von gut und böse
Kann den Schützen sogar selber töten 4/x
Ursache ist, dass der "Feuerstrahl" bei der Zündung nicht mehr gleichmässig das Pulver entzündet, denn das Pulver läge dann quasi wie geschüttet in der Hülse, oben wäre ein Freiraum und über den würde die Flamme wandern und das Abbrandverhalten damit völlig verändern 5/x
Solche Feinheiten gibt es bei allen Waffen-Munitions-Kombinationen und in aller Regel muss man sowas praktisch über Versuchsreihen erproben, weil:
Wer nix misst, misst Mist 6/x
Einfach mal Blick in schlaue Bücher reicht also nicht, wenn es um kleine Revolver oder grosse Kanonen geht und da sind immer irgendwelche Details, die man beachten sollte - und die vergessen wurden und werden 7/x
und da geht es eben nicht alleine um "Verschleiss", wichtigster Faktor für solche Dinger wie Panzerhaubitzen ist "Musik":
Klopp ich einen Metallkörper durch ein Metallrohr und das ist nur an einer Seite fest, schwingt das Ding, wie eine Saite bei einer Gitarre 8/x
nur durch die Wiederholgenauigkeit dieser Schwingungen kriegt man dann auf grössere Entfernungen überhaupt Präzision, ansonsten würde das Rohr im Prinzip immer woanders sein, wenn die Granate gerade aus dem Ding rauskommt 9/x
Nun ist diese Schwingung allerdings nur schwer berechenbar und häufig funktioniert da etwas nicht, was eigentlich funktionieren müsste
Gäbe es also IRGENDEINE Art von Rohrverschleiss, würde das lange vor allem anderen durch sinkende Präzision festgestellt werden müssen 10/x
und da kommen wir wieder zurück zum Gasdruck:
Wenn der nix zerreisst und das Rohr hält das aus, ist da erstmal alles prima und solange das Rohr trifft, ist das auch unproblematisch - spricht eher für Qualität 11/x
gleiches beim Revolver, auch der kann sowas durchaus überstehen.
Aber wenn so ein Trumm heile bleibt bei sowas, geht unvermeidbar das Drumrum in den Dutten.
Und das ist der Punkt: Die Ukraine beklagt sich über das Drumrum. 12/x
Macht also im Prinzip die Ferndiagnose ausgesprochen einfach und lässt alle anderen Ursachen weitestgehend ausschliessen
Ist wie beim Hausarzt: 13/x
"Herr Doktor, immer, wenn ich mitm Finger hier in den Bauch drücke, tut das extrem weh. Und wenn ich mitm Finger hier auf das Knie drücke, könnte ich vor Schmerz die Wand hochlaufen. Aber drücke ich mitm Finger auf meine Sturn, werd ich fast irre vor Aua, was kann das sein?" 14/x
"Klarer Fall, sie haben sich den Finger gebrochen..."
Brauchts also keine Inst-Station in Polen für, das Problem der Panzerhaubitze kriegt man binnen Tagen auf viel einfachere Weise gelöst 15/15
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