Da ich genau die Zielgruppe bin, die hier indirekt als faul und verwöhnt dargestellt wird:
Ein 🧵, warum ich nur noch Teilzeit arbeite und nicht (ständig) auf Dienstreisen gehe. (1/15)
Die Pandemie sollte eindrücklich gezeigt haben, wie unnötig viele Dienstreisen sind. Ich wage zu behaupten, dass der Großteil der Meetings genauso gut online stattfinden kann und dabei praktischerweise auch nicht die Klimakrise massiv verschlimmert wird. (2/15)
Die Verfasserin kommt aus der Reisebranche und spricht wahrscheinlich touristische Pressereisen an, bei denen das anders aussehen könnte. Aber auch hier, nach 30+ Pressereisen an denen ich teilgenommen oder die ich selbst veranstaltet habe: in vielen Fällen unnötig. (3/15)
Beschäftigt Locals, die kennen sich besser aus, es stärkt die lokale Wirtschaft und weder Blogger*innen noch Journalist*innen wollen ständige Begleitung. Wir wissen meist selbst genau, was wir sehen wollen. Wo wir Expertise brauchen, helfen Locals besser weiter. (4/15)
Diverse Studien zeigen, dass Vollzeit-Arbeitende nicht die gesamte Arbeitszeit über produktiv sind. Im Gegenteil, die meisten Vollzeit-Jobs sind locker auch in 30 - 35 Std zu schaffen. Generation Y und Z sind im Vergleich zu Boomern äußerst effizient #sorrynotsorry (5/15)
Ich kenne Geschäftsführer*innen, die in Teilzeit ein Unternehmen leiten. Ich habe selbst 8 Jahre in 35 Std Teilzeit in einer stressigen Position gearbeitet und es trotzdem hinbekommen. Es geht also durchaus auch anders. (6/15)
Viele Boomer sind ins Burnout gerutscht, haben mit Herzproblemen zu kämpfen. Stress, Präsenzdruck trotz Leerlauf, schlechte Ernährung auf Dienstreisen, im Zug/Flugzeug herumsitzen statt sich bewegen usw... Diese Fehler wollen Gen Y und Z nicht wiederholen. (7/15)
Abgesehen davon gestaltet sich auch die Arbeitsrealität heute anders. Früher reichte ein Alleinverdiener*innen-Gehalt für die Familie. Während Papa das Geld nach Hause brachte, durfte Mama sich um die Kinder kümmern. Dass das nicht mehr zeitgemäß ist, dürfte klar sein. (8/15)
Boomer lassen sich seltener scheiden, nicht zuletzt weil die Rente von Müttern oft nicht zum Überleben reichen würde. Gen Z und Y haben das kapiert und arbeiten lieber beide Teilzeit oder Voll+Teilzeit gemischt, statt irreparable finanzielle Abhängigkeiten zu schaffen. (9/15)
Das Ideal ist heute, beide arbeiten Teilzeit und beide kümmern sich um Care-Arbeit und Haushalt. Das geht mit 40+ Std Jobs, wenn die Kinder 9 Std in der Kita sind... 🙄 Irgendwann müssen aber auch Eltern mal essen, duschen oder atmen. Freizeit ist eh Luxus... (10/15)
Sich für einen (oft völlig sinnlosen) Job zu verheizen, für ein Gehalt, von dem man auch bei Vollzeit kaum so leben kann wie die Boomer früher, auf eine Rente hinarbeiten, die man entweder gar nicht bekommt oder von der man nicht leben kann - ernsthaft? (11/15)
Wer als Arbeitgeber*in Gen Z und Y anstellen möchte, muss umdenken. Wer das nicht kapiert hat, kommt als Unternehmen nicht voran. Selbst die Boomer wünschen sich heute weniger Arbeit und mehr Freizeit. Die haben nämlich teils mitbekommen, dass es anders geht... (12/15)
Sogar meine Oma war traurig, dass sie sich bis zur Rente kaputt geschuftet hat und danach zu krank war, um ihr Leben zu genießen. Wer immer auf die Rente als Lebensziel hinarbeitet, verzockt das echte Leben. (13/15)
Selbst Leute, die sich in ihrem Job selbst verwirklichen und 100% lieben, was sie tun, möchten Freizeit, Urlaub, Zeit mit ihren Kindern, Familie oder Freund*innen. Eine faire Bezahlung, auch bei Dienstreisen (8 Std Gehalt für 12 - 14 Std Tage sind einfach nicht okay). (14/15)
Wer also heute darüber jammert, keine Angestellten zu finden, der sollte das eigene Unternehmen dringend umstrukturieren und attraktivere Konditionen anbieten. Das ist die Realität - kommt damit klar! (15/15)
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