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CHAOS IM KOPF ~FulltimeJob: Überleben~ Einblicke über Existenz mit #KomplexTrauma #latediagnosedAutistic #MentalHealth #EndTheWarOnDrugs

Jan 15, 2023, 12 tweets

#WasIhrNichtSeht #kPTBS #Trauma Einfach so vor die Tür gehen? Leider nicht so einfach. Heute nehm ich euch mal in Bildern mit auf meinem Vorbereitungsmarathon wenn ich Montag in die 1,5h entfernte Großstadt zu Arztterminen + Psychotherapie muss.
Und los geht's:

1.) Planung: Erstmal wird der Tag durchgeplant. Eigentl. hab ich meine Haupttermine im Kopf. Aber jede Kleinigkeit die anders ist wird notiert. Im Zug kann ich mir nochmal alles durchlesen u. mich vorbereiten. Dazu kommen noch meine Einkaufsliste+ Notizen für die Therapie

2.) Lost ohne Notizzettel:
Da ich morgens teilweise noch Dinge brauche die ich mitnehmen muss, brauch ich nochmal ne Erinnerung. Und generell läuft ohne Notizzettel bei mir garnix. Erinnerungsvermögen wie ein Sieb sagt man oder?

3.) Sicher ist sicher.

Am Verschluss meiner Tasche hab ich extra Karabiner+Schlüsselringe, um den Verschluss zu sichern, damit niemand meine Tasche öffnen Kann. An Handy+Porten sind Bänder, die ich ums Handgelenk wickeln kann, so kann mir keiner was aus der Hand reißen.

Ohne Pfefferspray geh ich erst gar nicht aus dem Haus. Immer griffbereit, und auch hier natürlich mit Band befestigt, damit es mir niemand entreißen kann.

4.) Für alle Fälle gewappnet sein:

Abgesehen von den Notfallmedikamenten die ich wirklich brauche, hab ich gefühlt ne Ganzen Hausapotheke dabei. Es kann ja unterwegs immer mal was sein. Zugegeben, wahrscheinlich ist das noch so ne Gewohnheit aus meiner Medikamentenabhängigkeit

5.) Skill-täschen:

Immer mit dabei ein paar Hilfsmittel gegen Angstzustände+Dissoziation.
Saure Kaugummis, Magnesium Granulat, Ingwertee, Riechstift, Ammoniak stäbchen, was zum fühlen (Perlenarmband, Gummibänder, Sicherheitsnadeln), Kühlsalbe

Nach ca. 3,5h bin ich endlich fertig mit den Vorbereitungen für morgen, und bin mal wieder total erschöpft. Es ist frustrierend, nicht einfach mal spontan nach draußen gehen zu können wie andere Menschen. Dennoch brauch ich all diese Dinge, die mir zumindest ein kleines Stück

mehr Sicherheit geben, ein Gefühl von Kontrolle.Ich fühl mich wahnsinnig unsicher unter Menschen. Bin permanent dabei, alles um mich rum nach potenziellen Gefahren abzuscannen. Es ist anstrengend. Es raubt Kraft. Also suchte ich nach Mitteln, es etwas besser erträglich zu machen.

Passieren unterwegs ungeplante Dinge, wie z.b. Zugverspätung/Störung, Umfahrung mit anderen Strecken nötig, ist das gefühlt ne Katastrophe. Von nervösität über Panik, bis hin zu totaler Orientierungslosigkeit. Plötzlich finde ich selbst Wege die ich kenne nicht mehr, steige in

die falsche Bahn, oft nicht nur einmal sondern mehrmals hintereinander, lasd Dinge fallen, lauf irgendwo gegen - ein reines Nervenbündel. Dann kommen gern noch Dissoziative Zustände mit verzerrtem Zeitgefühl+Blackouts dazu. Also jedesmal Hoffen, dass ich wieder zu Hause ankomme.

@UnrollHelper please unroll

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