„Fusionsenergie ist bezahlbar“ steht in dem aktuellen Positionspapier des @BMBF_Bund. Auf die Frage nach Kostendetails verweist das Ministerium auf eine 18 Jahre alte Studie. Ich versuche mal die Ergebnisse mit dem heutigen Wissen einzuordnen… (1/7)
In der Studie werden Fusionskraftwerke untersucht: Modell A und B stehen für die 1. Generation. C und D sind „futuristisch“. Als Stromerzeugungskosten werden 9 (Modell A) bzw 8 Cent/kWh (Modell B) angegeben. Ich sehe drei Aspekte, warum die Kosten höher liegen sollten. (2/7)
Erstens die allgemeine Preisentwicklung: Gewerbliche Güter und auch konventionelle Kraftwerke kosten heute etwa 50% mehr als 2005 - Inflation über 18 Jahre. (3/7)
destatis.de/DE/Themen/Wirt…
Zweitens waren die erwarteten Kosten von ITER Basis der Kostenschätzung. Der Bau von ITER wurde damals mit 5 Mrd. Euro veranschlagt, inzwischen liegt man bei mindestens 20 Mrd. Euro. (4/7)
Drittens wurde angenommen, dass die Kraftwerke eine hohe Auslastung von 75% haben, also etwa 6500 Volllaststunden im Jahr Strom erzeugt. Das passt nicht zum zukünftigen Strommarkt mit hohen Anteilen von Wind und Photovoltaik und vielen Zeiten mit mehr als genug Stromangebot (5/7)
Wenn man die drei Faktoren für Modell A vorsichtig hochrechnet (Investition nur verdoppelt auf 13 statt 6,5 Euro/Watt, elektrisch), Inflationsaufschlag von 50% für die anderen Kosten und 3.500 VLH annimmt, kommt man auf Stromgestehungskosten von 30 Cent/kWh. (6/7)
Achtung: Ob man jemals bis zu einem kommerziellen Kraftwerk kommt, ist ungewiss. Eine Angabe von möglichen Stromerzeugungskosten ist heute nicht seriös möglich. Das hier war nur der Versuch die Werte der alten Studien vereinfacht upzudaten. (7/7)
Share this Scrolly Tale with your friends.
A Scrolly Tale is a new way to read Twitter threads with a more visually immersive experience.
Discover more beautiful Scrolly Tales like this.
